Neuer Vizepräsident. Marco Winzker im Amt

Montag, 9. November 2020
An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist Prof. Dr. Marco Winzker kein Unbekannter. 16 Jahre ist es her, dass er als Professor nach Sankt Augustin kam. Sein Name verbindet sich heute vor allem mit dem Projekt „Pro-MINT-us“ und mit dem Zentrum für Innovation und Entwicklung in der Lehre (ZIEL). In diesen Tagen betritt Marco Winzker neues Terrain. In seinem Büro im Fachbereich Elektrotechnik Maschinenbau Technikjournalismus (EMT) stehen Umzugskisten, bereit für den Abtransport. Er wechselt in ein neues Amt und sitzt deshalb künftig im E-Gebäude. Winzker ist neuer Vizepräsident für Studium, Lehre und Weiterbildung. In dieser Funktion folgt er auf Iris Groß, die für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stand.
Marco Winzker
Prof. Dr. Marco Winzker kam 2004 an die Hochschule (Foto: Eva Tritschler)

Winzker stammt aus der Gegend von Hannover. An der dortigen Uni wurde er vor 25 Jahren promoviert. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit energieeffizienten Schaltungen. Danach war er neun Jahre lang in der Industrie tätig und hat Elektronik für 100 Hz Fernsehen und Beamer entwickelt. Doch zog es ihn wieder zurück ins akademische Umfeld. „Ich habe mich immer schon für Hochschulen und Lehre begeistert“, berichtet er. 2004 bewarb er sich auf eine Professorenstelle für Digitaltechnik und Grundlagen der Elektrotechnik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. „Es passte fachlich, ich fand aber auch die Region interessant.“

Im Fachbereich EMT war er vier Jahre lang Prodekan. 2011 folgte dann eine neue Herausforderung. Damals startete „Pro-MINT-us“, ermöglicht durch eine millionenschwere Förderung aus dem Qualitätspakt Lehre des Bundes. Ziel war es, Studierenden in der Eingangsphase in den sogenannten MINT-Fächern Unterstützung zu bieten – beispielsweise durch studienbegleitende Veranstaltungen. Marco Winzker prägte das Projekt von Beginn an als Leiter. 2016 schaffte die Hochschule den Sprung in die zweite Förderphase. Im März 2021 endet das Projekt „Pro-Mint-us“ nach zehn Jahren, aber die Inhalte und Ziele bleiben an der Hochschule verankert. Durch den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ (ZSL) sei Kontinuität sichergestellt, sagt Winzker.

2018 gehört er – zusammen unter anderem mit der damals amtierenden Vizepräsidentin Iris Groß – zu den Gründungsdirektoren des ZIEL und damit auch zu den treibenden Kräften der digitalen Lehre. Diese war an der Hochschule schon in Teilen etabliert, als die Lehrveranstaltungen im vergangenen Sommersemester coronabedingt kurzfristig komplett auf Online-Formate umgestellt werden mussten.

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Marco Winzker mit Studierenden im ProMINTus-Projekt 2012 (Foto: Eva Tritschler)

In seinen 16 Jahren an der Hochschule habe sich die Lehre verändert, sagt Marco Winzker. Weniger Frontalunterricht, mehr projektbezogenes Arbeiten, zunehmende Einbindung und Aktivierung von Studierenden – diese Entwicklung habe sich in dieser Zeit vollzogen. „Das war ein schleichender, oft nicht bewusst wahrgenommener Prozess, bei dem die Digitalisierung ein wesentlicher Treiber war“, sagt er. Und es geht weiter: Zu den Megatrends der digitalen Lehre gehöre Learning Analytics. Dabei können Lehrende auf Grundlage von Daten der Frage nachgehen, inwieweit Lehrinhalte angenommen werden und damit den Lernfortschritt messen.

Für seine Amtszeit als Vizepräsident hat sich Marco Winzker neben der Weiterentwicklung der digitalen Lehre noch zwei weitere Schwerpunkte gesetzt. Ihm liegt besonders an der Vernetzung der Lehre und an der Hochschuldidaktik. So möchte er beispielsweise Neuberufene verstärkt an didaktische Themen heranführen, aber auch die Didaktik für die digitale Lehre voranbringen.