Yvonne Hofstetter zur Honorarprofessorin ernannt

Dienstag, 21. Juli 2020
Die Essayistin und Sachbuchautorin Yvonne Hofstetter ist zur Honorarprofessorin am Zentrum für Ethik und Verantwortung (ZEV) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) ernannt worden. Hochschulpräsident Hartmut Ihne überreichte ihr am 15. Juli die Ernennungsurkunde und freut sich auf die künftige Zusammenarbeit.
Hochschulpräsident hat Yvonne Hofstetter zur Honorarprofessorin am ZEV ernannt. Foto: Eva Tritschler
Yvonne Hofstetter mit Hochschulpräsident Hartmut Ihne. Foto: Eva Tritschler

„Yvonne Hofstetter bringt einzigartige Perspektiven aus praktischer Unternehmenserfahrung, wichtigen Fragestellungen der Informatik, insbesondere der künstlichen Intelligenz, sowie Rechts- und Gesellschaftswissenschaft ein. In ihren viel beachteten Publikationen setzt sie sich kritisch mit dem Einfluss der Digitalisierung auf die Demokratien auseinander. Für die Arbeit des Zentrums für Ethik und Verantwortung ist es wichtig, diese verschiedenen Aspekte einzubeziehen, da gerade aus einer inter- und transdisziplinären Sicht Antworten auf die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit gegeben werden müssen und können. Darüber hinaus versteht sie es, Beiträge zum öffentlichen Diskurs beizusteuern und auch viele Menschen außerhalb der akademischen Welt anzusprechen. Wir freuen uns sehr, Yvonne Hofstetter als Professorin am Zentrum für Ethik und Verantwortung gewonnen zu haben“, so Hartmut Ihne. Yvonne Hofstetter wird als Honorarprofessorin für Digitalisierung und Gesellschaft am ZEV wirken.

Hofstetter bringt zukünftig ihre Expertise für Fragen von aus Technik und Philosophie, den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Conditio humana und die Grundrechte, das Verhältnis von Recht und Technik zur Gestaltung der Gesellschaft sowie Technologiestrategie im Lichte von Geopolitik in das Kollegium des ZEV ein. „Das zweite Maschinenzeitalter bringt es mit sich, dass der Mensch mit einer neuen Art Maschine konfrontiert ist. Maschinen arbeiten autonom und asynchron und warten nicht mehr darauf, dass ein Mensch sie bedient. Deshalb fordert die digitale Ära eine gerechte – verstanden als vernünftige und rechtsstaatliche – Ordnung zwischen technischem Fortschritt und dem Erhalt der Souveränität des Bürgers. Der Wissenschaft fällt eine zentrale Rolle beim Diskurs darüber zu. Ich freue mich, dass ich mit meinem Auftrag einen Beitrag zur Technikfolgenabschätzung leisten darf, die mir schon so lange so sehr am Herzen liegt.“ sagt Yvonne Hofstetter zu ihrer zukünftigen Rolle an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Yvonne Hofstetter hat in Zürich und Würzburg Rechtswissenschaften studiert und mit dem Diplom abgeschlossen. Seit 1999 ist sie in der Softwareindustrie von Produkt- und Strategieentwicklung über Vermarktung bis zur Gründung von Unternehmen tätig. Ab 2009 war sie Geschäftsführerin eines Unternehmens, das KI-basierte Lagebilder der Finanzmärkte entwickelte, um die Risiken ausländischer Handelsaktivitäten grenzüberschreitend tätiger Firmen zu bewerten. Seit April 2020 amtiert sie als CEO bei 21strategies in München. 21strategies nutzt künstliche Intelligenz im industriellen Kontext, um das Management von Währungs- und Rohstoffpreisrisiken global tätiger Unternehmen zu optimieren und zu automatisieren. Hofstetter ist darüber hinaus unter anderem Mitglied des Datenschutzbeirats der Deutschen Telekom; Mitglied des wissenschaftlichen Beirat am Institut für Digitale Ethik (IDE) der Hochschule der Medien Stuttgart; Mitglied der Kommission für Demokratie und Technologie des Chatham House The Royal Institute for International Affairs in London.

Augenmerk verdienen ebenfalls ihre publizistischen Tätigkeiten, neben zahlreichen Artikeln, Interviews und Vorträgen, hier insbesondere die vielfach diskutierten Bücher "Sie wissen alles" (2014) und "Das Ende der Demokratie" (2016) sowie ihr jüngstes Buch "Der unsichtbare Krieg" aus dem Jahr 2019.