Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung
Studierende diskutieren am Tag der Menschen mit Behinderungen die Zukunft von Inklusion und Sozialversicherung
Hochkarätige Grußworte: Politik und Hochschulen setzen Signale
Zu Beginn richteten Vertreterinnen und Vertreter der drei beteiligten Hochschulen ihre Grußworte an die Studierenden. Dr. Iris Rauskala betonte die Bedeutung eines wissenschaftlich fundierten Dialogs über Inklusions- und Rehabilitationspolitik und die Notwendigkeit des Blicks über den Tellerrand. Auch die Vertreter der HdBA Mannheim sowie die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg unterstrichen die Relevanz eines kritisch-konstruktiven Austauschs über die Weiterentwicklung der Sozialversicherungssysteme und würdigten das Engagement der Studierenden.
Besonderer Höhepunkt war das politische Grußwort von Wilfried Oellers MdB, dem Behindertenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Oellers stellte heraus, wie wichtig es sei, bürokratische Hürden abzubauen, die Leistungsfähigkeit der Reha- und Teilhabestrukturen weiterzuentwickeln und Betroffene konsequent in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen zu stellen. Seine Ausführungen boten einen klaren Praxisbezug zu den Themen, die anschließend in den Workshops vertieft wurden.
Im Anschluss folgten eine Reihe komprimierter wissenschaftlicher Impulse, die zentrale Themenfelder des Koalitionsvertrags strukturiert beleuchteten. Prof. Dr. Helga Seel (Forum Sozialversicherungswissenschaft) gab eine spannende Einführung zum Koalitionsvertrag und den Themenfeldern Inklusion und Teilhabe. Zudem führten Prof. Dr. Edwin Toepler (H-BRS) und Prof. Dr. Christian Rexrodt (H-BRS) in die aktuellen Herausforderungen und Reformbedarfe des Fallmanagements innerhalb der Sozialversicherung ein und zeigten auf, wie sich Kooperationsstrukturen und Verfahrensabläufe im Sinne einer besseren Unterstützung der Leistungsberechtigten weiterentwickeln lassen.
Dr. Marco Streibelt von der Deutschen Rentenversicherung Bund widmete sich den spezifischen Bedarfen von Menschen mit psychischen Erkrankungen und erläuterte, welche Maßnahmen notwendig sind, um gesundheitliche Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen, rehabilitative Angebote wirksam zu gestalten und die Rückkehr in Arbeit nachhaltig zu unterstützen.
Zum Themenfeld Bürokratieabbau und Digitalisierung präsentierte Dr. Uli Kern (HdBA) konkrete Beispiele dafür, wie digitale Lösungen Prozesse beschleunigen, Zugänge erleichtern und Reha-Träger entlasten können, ohne dabei die Qualität personenbezogener Leistungen zu gefährden. Die Impulse gaben den Studierenden einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen und bildeten die Grundlage für die anschließenden vertieften Diskussionen in den Workshops.
In insgesamt neun Workshops erarbeiteten die Studierenden tragfähige Lösungsansätze zu den zuvor vorgestellten Themenfeldern. Sie diskutierten, wie ein zeitgemäßes und wirksames Fallmanagement in der Sozialversicherung konkret gestaltet werden kann, welche strukturellen und personellen Rahmenbedingungen nötig sind und wie interprofessionelle Zusammenarbeit verbessert werden könnte. Ebenso setzten sie sich intensiv mit den besonderen Anforderungen von Menschen mit psychischen Erkrankungen auseinander und entwickelten Vorschläge, wie Reha-Träger ihre Angebote besser auf individuelle Bedarfe abstimmen können, um Rehabilitationserfolge langfristig zu sichern.
Im Themenbereich Bürokratieabbau und Digitalisierung analysierten die Teilnehmenden zahlreiche Hemmnisse, die in der täglichen Arbeitspraxis auftreten, und entwarfen Ideen für digitale Werkzeuge und vereinfachte Verfahren, die sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch Leistungsberechtigte entlasten könnten. Unterstützt wurden die Workshops durch erfahrene Moderatorinnen und Moderatoren aus Wissenschaft und Praxis, darunter Vincenzo Cusumano, Chrstian Rexrodt, Edwin Toepler, Patrick Baues, Angelika Groha-Salbert, Helga Seel, Elke Gaugel, Yasemin Körtek sowie Fabian Walling.
Fishbowl-Diskussion: Studierende präsentieren Ergebnisse
Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten die Studierenden ihre Arbeitsergebnisse in einer lebendigen Fishbowl-Diskussion. Sie stellten zentrale Problemstellungen heraus, formulierten Verbesserungsvorschläge und diskutierten offen darüber, welche Reformen aus ihrer Sicht notwendig sind, um die Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Sozialversicherungsträger in den Bereichen Teilhabe, Inklusion und Rehabilitation zu sichern. Die Diskussion verdeutlichte, wie differenziert und lösungsorientiert sich die Studierenden mit den Herausforderungen der Teilhabepolitik auseinandersetzen.
Ein gemeinsames Blitzlicht zum Abschluss fasste die wichtigsten Erkenntnisse des Tages zusammen und zeigte, wie stark das Engagement der Studierenden ist, die Zukunft der Reha- und Teilhabepolitik aktiv mitzugestalten.
Ein Tag, der Wirkung zeigt
Der 5. Tag der Teilhabe hat eindrucksvoll gezeigt, dass Studierende der beteiligten Hochschulen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und innovative Ansätze für eine inklusive und moderne Sozialpolitik zu entwickeln. Mit der Unterstützung der Hochschulen, dem Beitrag politischer Vertreter wie Wilfried Oellers sowie der Expertise zahlreicher Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis setzt die Veranstaltung ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung einer zeitgemäßen Rehabilitations- und Teilhabepolitik in Deutschland.
Kontakt
Patrick Baues
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Studiengangskoordinator Nachhaltige Sozialpolitik (B.A.), Geschäftsführer Forum Sozialversicherungswissenschaft e.V.
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Standort
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