Graduierteninstitut
Präzisere Molekülsimulationen durch intelligente Optimierung: Robin Strickstrock verteidigt erfolgreich seine Promotion
Am 22. April 2026 hat Robin Strickstrock seine Promotion erfolgreich an der Universität Koblenz verteidigt. Dem Prüfungskomitee gehörten Erstbetruer Dirk Reith (H-BRS) sowie die Professoren Wolfgang Imhof und Robert Rockenfeller (Universität Koblenz) an. Neben Kolleg:innen aus der Sankt Augustiner Forschungsgruppe nahmen auch weitere Angehörige der Universität Koblenz an der Verteidigung teil.
Dr. Robin Strickstrock mit Prüfungskommitee und Mitgliedern der Arbeitsgruppe
Wie lassen sich Moleküle am Computer möglichst realistisch simulieren? Dieser Frage widmete sich Robin Strickstrock in seiner Dissertation. Solche Simulationen spielen heute eine wichtige Rolle – etwa bei der Entwicklung neuer Materialien, effizienterer Energiespeicher, innovativer Kraftstoffe oder bei chemischen Prozessen in Industrie und Forschung. Entscheidend für die Genauigkeit dieser Simulationen sind sogenannte Kraftfelder, die beschreiben, wie Moleküle miteinander wechselwirken. Deren Parametrisierung gilt jedoch als hochkomplexes Optimierungsproblem.
Im Rahmen seiner Promotion entwickelte Robin Strickstrock einen automatisierten, multiskalen Optimierungsworkflow für Kraftfeldparameter. Der modular aufgebaute Ansatz ermöglicht es, unterschiedlichste Parameter flexibel zu optimieren und neue Optimierungsalgorithmen oder Zielfunktionen einfach zu integrieren. Dadurch entsteht ein vielseitig einsetzbares Werkzeug für die computergestützte Material- und Molekülforschung.
Die Arbeit zeigt unter anderem, dass sich durch die Optimierung der Lennard-Jones-Parameter für n-Oktan der Anwendungsbereich bestehender Kraftfelder erweitern lässt. Gleichzeitig untersuchte Strickstrock gezielt auftretende Zielkonflikte zwischen verschiedenen Materialeigenschaften und reduzierte diese durch eine Feinjustierung des Workflows. Zusätzlich erhöhte der Einsatz von Machine-Learning-Surrogatmodellen die Effizienz der Optimierung deutlich. Abschließend wurde der Workflow erfolgreich auf 1-Brombutan und 2-Brombutan angewendet, wobei bereits deutliche Verbesserungen der Simulationsmodelle erzielt werden konnten.
Auch beruflich richtet sich Robin Strickstrock nun auf neue Herausforderungen aus. Besonders interessieren ihn die Bereiche Embedded Software Development, erneuerbare Energien sowie Energieerzeugung und -versorgung, aber auch die Entwicklung mechatronischer Systeme.
Das Graduierteninstitut der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gratuliert Robin Strickstrock herzlich zum erfolgreichen Abschluss seiner Promotion und wünscht ihm für seinen weiteren beruflichen Weg alles Gute.
„Da ich es aus eigener Erfahrung kenne ist mein Tipp, dass man sich nicht von unerwarteten Versuchsergebnissen, die scheinbar nicht zur Hypothese passen, entmutigen lassen sollte. Entweder weisen solche Fälle darauf hin, dass im Versuch etwas schief gelaufen ist oder sie eröffnen eine Mehrzahl an neuen spannenden Fragen, in die die Forschung gerichtet werden kann.”
Dr. Robin Strickstrock - PhD Ingenieurwissenschaften 2026
Anlaufstellen
Graduierteninstitut: Kontakt
Campus
Sankt Augustin
Raum
F 427 , F 425, F 423
Kontaktzeiten
Montag-Freitag 9.00-13.00 Uhr telefonisch oder am Campus mit Termin