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Gleichstellung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Studieren und Menstruieren

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Sie unterbrechen Ihren Studien- oder Arbeitstag, nur weil Sie keinen Tampon oder keine Binde zur Hand haben? Viele Menstruierende haben das wahrscheinlich schon einmal erlebt. An der H-BRS gehört dies nun der Vergangenheit an, denn das Gleichstellungsbüro hat im Rahmen eines Pilotprojektes im Jahr 2021/2022 das Angebot von kostenlosen Menstruationsprodukten in ausgewählten Toiletten getestet.

Das Angebot wird in Zukunft verstetigt und auch auf den Standort Rheinbach ausgeweitet. Damit kommt die Hochschule einer ihrer Selbstverpflichtungen im Rahmen des Audits „familiengerechte Hochschule“ aus dem Jahr 2022 nach.

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Gleichstellung der Geschlechter kann bedeuten, unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Berücksichtigung der körperlichen Grundbedürfnisse von menstruierenden Frauen ist daher ein Anliegen des Gleichstellungsbüros.

Gleichstellungsstelle Tampons

Während in einigen Ländern die Bereitstellung von Tampons und Binden in Bildungseinrichtungen - ebenso wie Seife und Toilettenpapier - gesetzlich vorgeschrieben ist, beruhen solche Maßnahmen in Deutschland noch immer auf Freiwilligkeit. Das benachteiligt menstruierende Menschen an Hochschulen und Universitäten, denn um ein Grundbedürfnis zu befriedigen, müssen sie ihren Studien- und Arbeitsalltag häufiger unterbrechen als nicht menstruierende Menschen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sie sich im "Notfall" nicht selbst helfen können und sich entweder vor Kommilitonen oder Kollegen entblößen oder im schlimmsten Fall sogar nach Hause gehen müssen.

Gleichstellungsstelle Binden

Im Wintersemester 2021/22 wurden in fünf Toiletten, zunächst auf dem Campus Sankt Augustin, Tampon- und Bindenspender zur Verfügung stehen. Ende September 2021 befragte das Gleichstellungsbüro Studierende und Beschäftigte zur Akzeptanz der Maßnahme und zum Nutzungsverhalten. Die Befragung, an der sich rund 1000 Personen beteiligten, diente der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Themas sowie als Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines wissenschaftlichen Artikels veröffentlicht. Die H-BRS ist die erste Hochschule in Deutschland, die auf diese Weise Daten zur Akzeptanz von kostenlosen Menstruationsartikeln an Hochschulen erhoben hat.

Sanitärräume mit Tampon- und Bindenspender

Während der Pilotphase werden die Tampon- und Bindenspender in den folgenden Räumen auf dem Campus Sankt Augustin aufgestellt:

A012 (gegenüber der Cafeteria)
C109 (zwischen dem Fachbereich Informatik und der Bibliothek)
E018 (neben dem "Druckpunkt")
F416 (Graduierteninstitut/ZWT/StartUp-Manufaktur)
G223 (Abteilung Personal und Recht/Einkauf)

Ergebnisse der Studie

Die Gleichstellungsstelle der H-BRS hat die erste Studie in Deutschland zur Umsetzung, Akzeptanz und Relevanz kostenloser Menstruationsartikel vorgelegt. Dazu wurden die Antworten von knapp 1.000 Personen quantitativ und teilweise qualitativ ausgewertet: nur 5% der Befragten (m/w/d) lehnten die Maßnahme ab. Wir konnten nachweisen, dass eine Institution, die kostenlose Menstruationsartikel bereitstellt, als potentielle Arbeitgeberin oder Bildungseinrichtung attraktiver wahrgenommen wird. Darüber hinaus gaben 24% der befragten Menstruierenden an, schon einmal gegen ihren Willen den Aufenthalt an der Hochschule unterbrochen zu haben. Damit einher gingen wegen des Fehlens von Menstruationsartikeln erhöhter Stress, der negative Auswirkungen auf die Lern- und Arbeitsatmosphäre hatte. Mit der Bereitstellung tragen Institutionen also aktiv dazu bei, einer strukturellen Benachteiligung von Mädchen und jungen Frauen entgegenzuwirken.

Haben Sie Fragen?

Gerne treten wir mit Forschenden oder Verantwortlichen von Städten, Kommunen sowie Bildungseinrichtungen u.ä. zum Thema Chancengleichheit durch kostenlose Menstruationsartikel in den Dialog.

Kontakt

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Barbara Hillen

Zentrale Gleichstellungsbeauftragte, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Standort

Sankt Augustin

Raum

E025

Adresse

Grantham-Allee 20

53757, Sankt Augustin

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