Die Highlights der Hochschule des Jahres 2018

Freitag, 21. Dezember 2018
ID: 
033/00/12-2018
Am Ende eines Jahres ist es Zeit innezuhalten, bevor der Blick sich auf die Zukunft richtet und die Aufgaben, die vor einem liegen. Jetzt darf man sich ein klein wenig auf den Lorbeeren der vergangenen Monate ausruhen und eine Bilanz zur Standortbestimmung ziehen. Für Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), verdient das ganze Jahr 2018 Bestnoten.

Gefragt nach seinen persönlichen Lieblingsmomenten, antwortet Ihne: „Die hervorragende Gesamtperformance der Hochschule aufgrund der herausragenden Leistungen der Kolleginnen und Kollegen ist für mich das Highlight 2018.“ Diese Gesamtperformance ist letztlich ein Mosaik aus Erfolgen in Wissenschaft, Lehre, Wettbewerb und beim Engagement einzelner Hochschulangehöriger.

Aus der Perspektive der Wissenschaft gab es im abgelaufenen Jahr gleich mehrere nennenswerte Ereignisse. Nach der erfolgreichen Bewerbung im Wettbewerb „Innovative Hochschule“ startete das Gewinnerprojekt „Campus to World“ (CtW) mit einer Podiumsdiskussion in der Auftaktwoche. Im Zusammenhang mit CtW wurde das Zentrum für angewandte Forschung von der Idee zur Realität: Am Campus Rheinbach bezog die Innovatec Gerätetechnik GmbH ein Labor für kooperative Forschungsaktivitäten. Außerdem wurde das Zentrum für Ethik und Verantwortung gegründet und Dr. Dirk Lanzerath, Geschäftsführer des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften, zum Honorarprofessor im ZEV ernannt.

Fördergelder für Infrastruktur und Forschung

In der Förderlinie FH Basis des Landes NRW kann die H-BRS drei Großgeräte im Gesamtwert von über 250.000 Euro anschaffen. Der Bescheid kam gerade noch vor Weihnachten: Prof. Dr. Jörn Oliver Sass (Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften) bekam ein Gerät zur Sequenzbestimmung von DNA im Hochdurchsatzverfahren bewilligt. Davon profitieren seine Forschungen auf dem Gebiet des Next Generation Sequencing (NGS), aber auch die Kollegen im Institut für funktionale Gen-Analytik. Dem gesamten Wasserstoffkreislauf und der möglichen weiteren Nutzung als Energieträger widmet sich Prof. Dr. Tanja Clees im Fachbereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus und kann dies demnächst mit dem neuen Gerät erproben. Prof. Dr. Christian Dresbach wird ein Gerät zur Charakterisierung des elastischen Materialverhaltens im Hochtemperaturbereich anschaffen können.

Rund eine halbe Million Euro konnte die Forschergruppe um Prof. Dr. Steffen Witzleben (Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften) beim Bundesforschungsministerium einwerben. Im Projekt geht um neuartige hybride Knochenersatzmaterialien, die Wirkstoffe erst soweit verzögert abgeben, dass sie auch wirklich das Wachstum des körpereigenen Knochens anregen können.

Gewichtiger Forschungsscherpunkt: Sicherheitsforschung

Neben vielen Starts gingen manche Forschungsvorhaben zu Ende: So wurde nach drei Jahren etwa das Projekt C-Bord am Institut für Sicherheitsforschung der H-BRS unter Leitung von Prof. Dr. Peter Kaul erfolgreich beendet. 12 Millionen Euro hatte die EU dafür aus ihrem Programm Horizont 2020 zur Verfügung gestellt, beteiligt waren 18 Partner aus acht EU-Staaten. In der Endphase wurden dieses Jahr noch Feldtests für neue und verbesserte Detektionsverfahren zur Frachtinspektion in Häfen an EU-Außengrenzen durchgeführt.

Während das 2018 gegründete Institut für funktionale Gen-Analytik bereits seine Forschungsaktivitäten definiert hat und Projekte durchführt, ist das Zentrum für Innovation und Entwicklung in der Lehre (ZIEL) zwar gegründet, aber noch nicht so sichtbar. Es fördert die Weiterentwicklung der Hochschuldidaktik und berücksichtigt dabei wichtige aktuelle Entwicklungen wie Digitalisierung, Diversität oder Internationalisierung. Das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Usability hat eine externe Zielgruppe im Blick. Gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium mit 300.000 Euro für drei Jahre unterstützt es Unternehmen beim optimalen Einsatz digitaler Technologien.

Schritte für die Hochschulentwicklung

Für Forschung und Lehre braucht die Hochschule räumliche und technische Infrastruktur, die trotz der Neubauten, die 2017 bezogen wurden, nicht ausreicht. Die Neubauten in Rheinbach und Sankt Augustin tragen übrigens seit diesem Jahr das angestrebte Silberzertifikat für Nachhaltigkeit bei Materialien und Bauweise. Am Campus Rheinbach konnte die Hochschule ein Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft beziehen, das ein Investor eigens dafür gebaut hat und für zehn Jahre der H-BRS vermietet.

Mit der Förderung aus dem Großgeräteprogramm der Länder in Höhe von 1,83 Millionen kann die Hochschule ihre IT-Infrastruktur grundlegend erneuern und zukunftsfähig machen. Davon wird insbesondere die Digitalisierung der Lehre profitieren.

Ausgezeichnet

Und 2018 war auch ein Jahr zahlreicher persönlicher Erfolge: Mit Preisen für innovative Ansätze in der Lehre wurde Prof. Dr. Klaus Lehmann vom Stifterverband mit dem ars-legendi-Fakultätenpreis Chemie ausgezeichnet, Prof. Dr. Marco Winzker erhielt in der Kategorie E-Learning für sein Remote-Lab einen Preis von der International E-Learning Association (IELA) und Prof. Dr. Irene Rothe bekam den Lehrpreis der H-BRS.

Für ihre Hochschule kämpften aber auch Studierende erfolgreich um Preise und Image: Das noch junge Hackerteam RedRockets – Studierende der Informatik – erreichte beim MidnightSun CTF am Royal Institute of Technology in Stockholm souverän den zweiten Platz. Im Zuge ihrer dualen Karriere kehrte Chemie-Studentin Jenny Warling von der Studenten-Weltmeisterschaft im Karate mit der Bronze-Medaille aus Japan zurück. Bei Deutschen Hochschulmeisterschaften wurde im Straßenradrennen Elektrotechnik-Absolvent Simon Happel Siebter, und Martin Stach – Student der Wirtschaftspsychologie – verteidigte im Taekwondo erfolgreich seinen Titel als Deutscher Hochschulmeister.

Das Bundesverdienstkreuz am Bande verlieh namens des Bundespräsidenten Regierungspräsidentin Gisela Walsken an Dr. Ines Knauber-Daubenbüchel. Was das mit der Hochschule zu tun hat? Knauber-Daubenbüchel begleitet die Hochschule seit der Gründungszeit als Förderin im Planungsbeirat oder in der Hochschulgesellschaft, aber auch als Ratgeberin und Mahnerin im Hochschulrat. Dafür zollt ihr die Hochschule Dank und Respekt.