Eigenständige Promotionsmöglichkeiten überfällig

Dienstag, 5. März 2019
ID: 
046/00/03-2019
"Es ist längst überfällig, dass die Hochschulen für angewandte Wissenschaften eigenständige Promotionsmöglichkeiten erhalten", sagt Prof. Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit Blick auf die geplante Novellierung des Hochschulgesetzes in NRW. Der Änderungsantrag der Regierungskoalition in Düsseldorf zum Hochschulgesetz sei zu begrüßen.
Porträt H-BRS-Präsident Hartmut Ihne
Porträt Hartmut Ihne. Foto: H-BRS

"Seit nun 50 Jahren bestehen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) als vitale Akteure im Wissenschaftssystem und liefern nutzennahe exzellente Leistungen in akademischer Lehre, Forschung und Transfer. Wir wollen, dass das gemeinsam getragene, hochqualitative Promotionskolleg der 21 HAWs in NRW (Graduierteninstitut/GI NRW) bei der Promotion endlich auf eigene Füße gestellt wird. Das Promotionsrecht kann angesichts der hohen wissenschaftlichen Qualität der HAWs und der dynamischen Wettbewerbsbedingungen in der Wissenschaft nicht weiter bloß Privileg von Universitäten und Kunst- und Musikhochschulen bleiben. Der lang diskutierte, innovative und einstimmig getragene Ansatz der Landesrektorenkonferenz der HAWs für ein konditioniertes Promotionsrecht des GI NRW beinhaltet im Übrigen eine ausreichende Differenz zum universitären Promotionsrecht", so Ihne weiter.

Die Geschichte des europäischen Hochschulsystems zeige, dass gerade in der Veränderung und der Anpassung immer seine Stärke gelegen habe. Dies gelte auch für das Promotionsrecht. Die heutige Exzellenzuniversität RWTH Aachen habe sich zum Beispiel das Promotionsrecht vor gut 100 Jahren gegen denselben großen Widerstand erkämpfen müssen. Dies habe das Wissenschaftssystem gestärkt.

Motor des Fortschritts

"Seit vielen Jahren schon setzen wir uns für die herausragenden Absolventen unserer Masterstudiengänge ein. Sie sehen ihre Zukunft nicht nur in der Praxis, sondern auch in der angewandten Forschung und fordern längst eigene Promotionsmöglichkeiten an ihren Hochschulen. Mit dem von der Landesrektorenkonferenz der HAWen eingebrachten Novellierungsvorschlag stärken wir das Hochschulsystem in NRW und in Deutschland - durch neue Perspektiven, neue Ideen aber auch dadurch, dass wir im Rahmen der Promotion schwierige Fragestellungen der angewandten Forschung aufgreifen werden. Für die HAWs ist die eigenständige Promotion von zentraler Bedeutung, um sich erfolgreich weiter zu entwickeln, ihre enormen Potenziale zu entfalten und die hohe Motivation der Lehrenden, Forschenden und Studierenden an unseren Hochschulen weiter zu fördern. Eigenständige Promotionsmöglichkeiten der HAWs sind essenziell für die angewandte, innovationsorientierte Forschung. Sie stärken zugleich den Nutzen von Wissenschaft für Gesellschaft und Wirtschaft", so Professor Ihne.

Stellungnahme des Graduierteninstituts NRW

Auch der Vorsitzende des GI NRW hat sich zur geplanten Novellierung des Hochschulgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen geäußert. Als eines der Gründungsmitglieder des Graduierteninstituts NRW möchten wir die Stellungnahme ebenfalls veröffentlichen. Sie finden diese im Bereich "Zugehörige Dokumente".

Ansprechpartnerin GI NRW

Dr. Carolin Schuchert
Geschäftsführerin
Tel.: +49 234 32 10178
E-Mail: carolin.schuchert@gi-nrw.de