Grundsteinlegung für die Abteilung Rheinbach am 27. März

Donnerstag, 5. März 1998
ID: 
3-1998/008/00

Grundsteinlegung für die Abteilung Rheinbach am 27. März
Der Bund finanziert die Fachhochschule Rhein-Sieg alsAusgleichsmaßnahme für den Bonn/Berlin-Umzug

Unter dem Motto "Wer nur begann, der hat schon halb vollendet" erfolgte im Januar der Spatenstich für den Neubau der Fachhochschule Rhein-Sieg am Hauptsitz Sankt Augustin. Jetzt ist mit der Grundsteinlegung für die Abteilung Rheinbach ein weiterer Schritt in Richtung Vollendung getan, wobei an beiden Standorten ein rasantes Tempo vorgelegt wird: Beginn der Erdarbeiten im Januar/Februar 1998 - Einweihung im Herbst 1999 zum Beginn des Wintersemesters. Für die Neubauten sind 120 000 (Sankt Augustin) und 90 000 Mark (Rheinbach) veranschlagt.

Doch Tempo und Elan kennzeichneten die Entwicklung der Fachhochschule Rhein-Sieg, die ihre Gründung dem sogenannten Umzugsbeschluß des Deutschen Bundestages 1991 und der "Ausgleichsvereinbarung" (1994) verdankt, von Anfang an. Die offizielle Gründung erfolgte am 1. Januar 1995, und bereits zum darauffolgenden Wintersemester nahmen die Fachbereiche Wirtschaft in Sankt Augustin und in Rheinbach mit jeweils 30 Studierenden den Betrieb auf. Untergebracht wurde die Fachhochschule Rhein-Sieg in gemieteten, provisorischen Räumen. Damit war die neue Hochschule eine der Ausgleichsmaßnahmen aus einem umfangreichen Katalog, die sehr früh Gestalt annahm und sich mit Leben füllte.

Der Bund finanziert die Fachhochschule Rhein-Sieg bis zum Jahr 2004 mit 515 Millionen Mark. Dafür soll sie wesentlich zum notwendigen Strukturwandel beitragen. Das heißt, Fachkompetenz entwickeln und Fachleute ausbilden für bereits vorhandene Wirtschaftszweige und für solche, die als zukunftsträchtig erachtet werden und deren Ansiedlung hier unterstützt werden soll.

Entsprechend wählte man einen Fächerkanon aus, der Felder besetzt, die in der Region Bonn/Rhein-Sieg entweder noch gar nicht oder doch nicht in dieser Form vertreten sind: Wie gesagt, es begann an beiden Hochschulstandorten mit Wirtschaft. Ein Jahr später, im Wintersemester 1996/97 folgte der Studiengang Angewandte Informatik/Kommunikationstechnik (Sankt Augustin) mit den Studienrichtungen Medieninformatik und Telekommunikation; derzeit im ersten Semester befinden sich Studierende der Elektrotechnik (Sankt Augustin) und Chemie (Rheinbach), wobei die Hochschule hier mit dem Abschluß Diplom-Chemiker/in (FH) einen völlig neuen Weg beschreitet.

Zum Wintersemester 1998/99 folgen noch die Studiengänge Werkstofftechnik und Maschinenbau (Mechatronik). Eine Abrundung des Studienangebotes ist in der Überlegung.

Noch befindet sich die Fachhochschule Rhein-Sieg also im Wachstum, aber ihr künftiges Profil liegt fest: Sie wird eine konsequente Praxis- und Anwendungsorientierung verfolgen, besonderes Augenmerk auf Interdisziplinarität zwischen den Studiengängen legen, auf eine internationale Ausrichtung - fachbezogene Fremdsprachenausbildung ist Pflicht - sowie auf eine frauengerechte Ausgestaltung. Geplant sind zunächst insgesamt 2500 Studienplätze.

Die Arbeitsfelder und das Profil der Hochschule bestimmen über das Studienangebot hinaus einen weiteren wichtigen Aufgabenbereich: den Wissens- und Technologietransfer, der Hand in Hand einhergeht mit der Ausbildung qualifizierter Fachkräfte und der Umsetzung praxisrelevanter Forschungs- und Entwicklungsergebnisse.