"Innovative Hochschule" bringt H-BRS Entwicklungsschub

Donnerstag, 14. Dezember 2017
ID: 
031/00/12-2017
Im Juli ist die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg als Gewinnerin im Bund-Länder-Wettbewerb "Innovative Hochschule" benannt worden. Mit ihrem Konzept "Campus to World" hat sie die Gutachter überzeugt und wird in den kommenden fünf Jahren eine sogenannte Innovation Mall für ihre Forschungs- und Transferaktivitäten aufbauen. Den Bewilligungsbescheid über zunächst 7,6 Millionen Euro hat die Hochschule nun erhalten und kann ab 1. Januar 2018 mit den ersten Transferprojekten starten. Für die ein Jahr später beginnenden Projekte darf die H-BRS mit weiteren 1,1 Millionen rechnen.
Gebäude G + H am Campus Sankt Augustin
Neubau am Campus Sankt Augustin. Foto: H-BRS/J. Küstenmacher (12/2017)
Porträt Hartmut Ihne
Hartmut Ihne. Foto: H-BRS/C. Belzer (2017)

"Campus to World bringt uns einen gewaltigen Schub, der umfänglich und positiv in die Region hineinstrahlen wird", sagt Hochschulpräsident Hartmut Ihne hoch erfreut. "Mit diesem Projekt wollen wir bis 2022 als Hochschule qualitativ und quantitativ den nächsten Entwicklungssprung schaffen."

Im Zentrum von Campus to World steht neben Lehre und Forschung der Transfer als "Dritte Mission". War damit früher primär der Technologietransfer in die Industrie gemeint, ist heute die intensive Einbeziehung der Gesellschaft und der Bürger gefordert. Die H-BRS greift dies auf, indem sie technologieorientierte Projekte eng mit Fragen der akademischen Verantwortung, der Integration und der Einbeziehung der Gesellschaft verzahnt. "Die geplante Innovation Mall steht dabei bildlich für den offensiven Ansatz der H-BRS. 'Campus to World' bedeutet offene Türen in die Hochschule und ein aktives Zugehen auf die Partner in der Region", so Ihne.

Udo Scheuer
Udo Scheuer

Am 1. Januar 2018 beginnen zeitgleich zunächst sechs Teilprojekte von Campus to World. Zwei Umsetzungsprojekte mit längerer Planungs- und Vorbereitungszeit gehen später ins Rennen. Das Zentrum für Wissenschafts- und Technologietransfer (ZWT) der Hochschule koordiniert die Vorhaben und wird sich in diesem Zuge als Zentrum für Transfer und Forschungsmanagement etablieren. "Dies ist ein wesentlicher Teil der Strategie", erklärt Projektleiter Dr. Udo Scheuer vom ZWT. Strukturelle Beiträge zum Transfer sind die "Showrooms" auf den Gebieten Sicherheit (Biometrie und Forensik) und Digitalisierung (Visualisierung).

Ebenso gehören folgende Teilvorhaben dazu: "Kommunale Innovationspartnerschaften" - zunächst ein Pilotprojekt - sollen dazu beitragen, die positiven Transfereffekte in der Nähe der drei Standorte der H-BRS in Regionen jenseits des engeren Campus-Umfeldes zu tragen und damit die Reichweite der Hochschule in ihrer Wirkung zu erhöhen. Das "Zentrum für Ethik und Verantwortung" wird Fragen der Ethik und des verantwortungsvollen Handelns gemeinsam mit der interessierten Bevölkerung aufgreifen und diskutieren. "CitizenLab" schließlich ist das Teilvorhaben mit Fokus auf den Wissenstransfer in die Bürgergesellschaft.

Mit der vorliegenden Bewilligung können nun ab Januar 2018 zunächst 17 Mitarbeiter die Arbeit in den Teilprojekten aufnehmen. Ein "Projektbeirat Innovative Hochschule" wird das Gesamtvorhaben begleiten.

Umsetzungsprojekte mit längerer Vorbereitungszeit sind „Innovative Trainingskonzepte für den Mittelstand“ im Themenfeld Digitalisierung und „Technologievalidierung für die Detektion energetischer Systeme“ im Themenfeld Sicherheit – beide setzen auf die vorbereitenden Aktivitäten im Rahmen der Showrooms auf und sollen 2019 starten. Die H-BRS kann für diese beiden Projekte weitere 1,1 Millionen Euro erwarten.

Übersicht der Teilprojekte von Campus to World:

1.) Etablierung eines Zentrums für Transfer- und Forschungsmanagement

Als zentrale Anlaufstelle („Information Desk“) werden hier die Schnittstellen der Hochschule mit den Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft gebündelt. Neben der Umsetzung der Innovation Mall sollen optimierte Transferprozesse implementiert und bedarfsgerechte Zugangswege in die Hochschule sichergestellt werden. So werden drei Innovationsmanager, die fachlich den Forschungsschwerpunkten Sicherheitsforschung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit/Energie zugeordnet sind, als Kontaktstelle nach innen und als Vertriebsstelle nach außen fungieren.

2.) Zentrum für Ethik und Verantwortung

Als "Begegnungsstätte" innerhalb der Innovation Mall werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gemeinsam mit Wissenschaftlern der Hochschule zu Themen wie zivile Sicherheit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit die besondere gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft reflektieren.

3.) Transfer in der Sicherheitsforschung

Die Etablierung eines BiometrieLabs mit den Schwerpunkten der Abwehr von Cyberkriminalität, Identitätsdiebstahl und Videoforensik sowie die Entwicklung eines Showrooms für die Detektionsforschung adressieren aktuelle sicherheitspolitische Fragestellungen. Ziel ist die Etablierung der Hochschule als Partner der nationalen Sicherheitsbehörden bei der Validierung von Technologien.

4.) Showroom Visualisierung

Der Mittelstand der Region und das Institut für Visual Computing sollen durch die Etablierung eines „Showrooms“ für neue Visual-Computing-Lösungen und Anwendungspotenziale stärker miteinander verknüpft werden. Unter Nutzung modernster digitaler Technologien sollen mittelständische Unternehmen in die Lage versetzt werden, die Anforderungen von Industrie 4.0 erfolgreich zu adaptieren.

5.) Kommunale Innovationspartnerschaften

Ländliche Regionen leiden unter einem Attraktivitätsverlust sowohl für Bürger als auch für Unternehmen. Gemeinsam mit der Pilotkommune Neunkirchen-Seelscheid sollen Strategien entwickelt werden, um die positiven Wirkungen der Hochschule in den ländlichen Raum zu verlängern. Langfristig sollen die hier entwickelten Strategien auch auf andere Kommunen übertragen werden.

 6.) CitizenLab

Partizipative Wissenschaft und Open Innovation sollen hier im Mittelpunkt stehen. Dazu wird an der Hochschule eine Infrastruktur geschaffen, durch die Bürger gemeinsam mit Wissenschaftlern und Studierenden naturwissenschaftlich-technologische und gesellschaftliche Fragestellungen bearbeiten. Dies soll nicht nur auf dem Campus geschehen, sondern auch in der Region sowie in den sozialen Medien. Unterstützt wird die Hochschule dabei vom Wissenschaftsladen Bonn sowie dem Forschungszentrum Jülich.

Start 2019:

Umsetzungsprojekt 1: Innovative Trainingskonzepte für den Mittelstand
Umsetzungsprojekt 2: Technologievalidierung für die Detektion energetischer Systeme