Ließem-Stiftung vergibt Promotionsstipendium an H-BRS

Donnerstag, 6. Mai 2021
ID: 
061/00gi/05-2021
Bereits zum zehnten Mal profitieren Doktorandinnen und Doktoranden, die an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg promovieren, von einem Stipendium. Bisher hatten Institute oder Fachbereiche der H-BRS bis zu acht Stipendien ausgelobt, damit die Geförderten genügend Freiraum für ihre wissenschaftliche Tätigkeit haben. Mit der Ließem-Stiftung mit Sitz in Bonn konnte die Hochschule erstmals eine externe Institution als Stifterin gewinnen. In den Genuss der Förderung für maximal drei Jahre kommt Doktorandin Jennifer Braun, die für ihre Arbeit am Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften forscht.
Joachim Lauer und Dr. Jürgen Hensen von der Ließem-Stiftung mit Stipendiatin Jennifer Braun sowie den Professoren Rainer Herpers und Peter Kaul. (Foto: H-BRS/Miriam Lüdtke-Handjery)
Joachim Lauer, Vorstandssprecher Dr. Jürgen Hensen (beide Ließem-Stiftung) mit Stipendiatin Jennifer Braun sowie Prof. Dr. Rainer Herpers (Graduierteninstitut) und Betreuer der Doktorarbeit, Prof. Dr. Peter Kaul (von links). Foto: Miriam Lüdtke-Handjery
Dr. Jürgen Hensen, Vorstandsmitglied der Ließem-Stiftung, überreicht Doktorandin Jennifer Braun (rechts) die Urkunde für ihr Promotionsstipendium. Foto: Miriam Lüdtke-Handjery
Dr. Jürgen Hensen, Vorstandsmitglied der Ließem-Stiftung, überreicht Doktorandin Jennifer Braun die Urkunde für ihr Promotionsstipendium. Foto: Miriam Lüdtke-Handjery

Am 27. April 2021 trafen sich die Vertreter der Ließem-Stiftung mit Stipendiatin Jennifer Braun, den betreuende Professor Dr. Peter Kaul und Professor Dr. Rainer Herpers als Direktor des Graduierteninstituts auf dem Campus Sankt Augustin. Mit gebührendem Abstand überreichten Dr. Jürgen Hensen und Joachim Lauer vom Stiftungsvorstand der Nachwuchsforscherin ihre Urkunde. Pandemiebedingt beschränkten sich die Feierlichkeiten auf eine kurze Ansprache vor der Hochschule. Dennoch war auch Gelegenheit für einen regen Austausch über das Forschungsprojekt Jennifer Brauns und über die Zusammenarbeit der Hochschule mit der Ließem-Stiftung. Im kommenden Jahr möchten Dr. Jürgen Hensen und Joachim Lauer dann Jennifer Braun am Campus Rheinbach besuchen und in den dortigen Forschungslaboren einen Einblick in ihre Arbeit gewinnen.

Über die Ließem-Stiftung

Die Ließem-Stiftung mit Sitz in Bonn fördert die Bildung und Qualifizierung bedürftiger junger Menschen aus dem Großraum Bonn finanziell und materiell. Sie geht zurück auf die Eheleute Franz und Margareta Ließem, die bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein erfolgreiches Bauunternehmen führten. Als Ausdruck ihres sozialen Engagements veranlassten sie die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung aus dem von ihnen erwirtschafteten Vermögen.

Die Fördermaßnahmen der Stiftung im Bereich von Schule, Hochschule und Universität sind vielfältig: Sie reichen von Hilfen zur Behebung von Lernschwierigkeiten in allen weiterführenden Schulformen, zur Erreichung von Schulabschlüssen, zur Vorbereitung und Unterstützung beruflicher Aus- und Weiterbildung bis hin zu Stipendien zur Erreichung von Hochschulabschlüssen. An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gewährt die Ließem-Stiftung 20 Deutschlandstipendien in Höhe von 1800 Euro für ein Studienjahr in Ergänzung des Deutschlandstipendiums des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Darüber hinaus stiftet sie erstmals ein Promotionsstipendium.

Die Stipendiatin Jennifer Braun und ihr Forschungsprojekt

Als Doktorandin am Institut für Sicherheitsforschung (ISF) beschäftigt Jennifer Braun sich mit dem Nachweis von organischen, flüchtigen Stoffen in der Luft, kurz VOCs (engl.: volatile organic compounds). Anhand der freigesetzten VOCs lassen sich Schädlinge identifizieren, die den heimischen Wald gefährden wie etwa der asiatische Laubholzbockkäfer.

Ziel der Promotionsarbeit von Jennifer Braun ist es, Schädlinge anhand verschiedener instrumenteller Messverfahren zu identifizieren, um deren Ausbreitung zu unterbinden. Dafür entwickelte sie einen Prüfgasgenerator, der repräsentative Standards ermöglichen soll. Neben instrumentellen Messungen werden zur Detektion organischer Volatile in vielen Bereichen auch Spürhunde genutzt. Doch wie empfindlich ist ein Spürhund und wie sicher ist seine Anzeige? Eine unabhängige Zertifizierung kann ein definiertes Maß an Leistungsfähigkeit des jeweiligen Spürhundes garantieren. Durch Bereitstellung definierter Trainingshilfsmittel mit Hilfe des Prüfgasgenerators möchte die Doktorandin den Weg zur Zertifizierung von Spürhunden ebnen.