Mit mobilem Laserschneidsystem Menschen schützen

Freitag, 10. August 2018
ID: 
105/05idt/08-2018
Ein weiterer Erfolg für den Hochschulforschungsschwerpunkt Sicherheitsforschung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS): Dem Institut für Detektionstechnologien (IDT) wurden gemeinsam mit Partnern für die Untersuchung eines mobilen Laserschneidsystems rund zwei Millionen Euro Fördergelder des Bundesforschungsministeriums (BMBF) bewilligt. Am Ende des Projekts soll ein neues System zur Entschärfung möglicher Spreng- oder Brandsätze stehen. Die H-BRS erhält dafür bis 2021 rund 1,3 Millionen Euro der Fördersumme.

Die Situation ist an vielen Flughäfen bekannt und kann durchaus gefährlich sein: Ein herrenloser Koffer wird im Flughafengebäude gefunden, ein Besitzer ist nicht auffindbar, die Sicherheitskräfte planen die Entschärfung des Koffers. In dieser Situation setzt das neue Verbundprojekt „mobiLaS“ an, in dem die H-BRS mit verschiedenen Partnern zusammenarbeitet. Ziel des Projekts ist die Erforschung eines neuartigen Laserschneidsystems, das die Sicherheitsbehörden bei der Entschärfung möglicher Bomben oder Brandsätze einsetzen können. Das mobile System soll automatisiert und aus sicherer Distanz gesteuert die Hülle eines verdächtigen Objekts mit Hilfe eines Lasers öffnen un den Inhalt analysieren können.

„Unser Projektschwerpunkt im IDT liegt in der Entwicklung, Steuerung und sensorischen Überwachung von Laserprozessen zur Erkennung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen“, so Professor Dr. Gerhard Holl, Direktor des IDT. Die derzeit auf dem Markt verfügbaren Lasersysteme werden dazu mit geeigneten Optiken für das beschriebene Szenario angepasst und für einen Einsatz vor Ort optimiert. Eine Zündung auch bei empfindlichen, verpackten Explosivstoffen durch den Laserstrahl muss in jedem Fall sicher ausgeschlossen werden.

Partner des Projekts sind neben der H-BRS das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (Koordination des Gesamtprojekts) und die ELP GmbH aus Wuppertal sowie das Bundeskriminalamt (BKA) und der Entschärfungsdienst der Bundespolizei am Düsseldorfer Flughafen als assoziierte Partner. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“.