Projekt zu Bodenqualität: Gärtnern für die Wissenschaft

Freitag, 24. April 2020
ID: 
064/00ctw/04-2020
Unter dem Motto „Gärtnern für den Umweltschutz“ können sich insbesondere Bonner und Bürger aus dem Rhein-Sieg-Kreis an einem wissenschaftlichen Projekt der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) aktiv einbringen. Geplant ist bis zum Projektende bei ausreichend breiter Beteiligung eine Open-Data-Karte, die Auskunft gibt über die Bodenqualität der Region einschließlich in privaten Gärten und Grundstücken. Vorstellbar ist, daraus Handlungsempfehlungen an die Kommunen abzuleiten. Die teilnehmenden Bürger erhalten eine individuelle Auswertung dazu, welchen Beitrag ihr Garten zum Klimaschutz leistet, und auf Wunsch Handlungsempfehlungen, wie sie ihren Garten standortangepasst nutzen können.

Im Projekt „Campus to World“ sind mehrere sogenannte Citizen-Labs entstanden mit verschiedenen Formaten zur Interaktion, um Ideen für zukünftige Forschung zu entwickeln und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu fördern. Das Umweltlabor beschäftigt sich mit Böden, denn diese sind extrem wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Sie sind Lebensraum für viele Organismen, speichern und filtern Regenwasser und sind der größte terrestrische Kohlenstoffspeicher. Sie erfüllen damit wichtige Funktionen für das Klima. „Abgestorbene organische Bestandteile des Bodens (Humus) dienen nicht nur der Bodenfruchtbarkeit, sondern spielen eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. Humus ist als Umschlagort von Treibhausgasen für den Klimawandel von großer Bedeutung. In den letzten Jahrzehnten ist die Fähigkeit des Bodens zur Kohlenstoffspeicherung durch den Wandel bei der Landnutzung wie Abholzung oder ressourcenschädigende Landnutzung aber gesunken“, erklärt Projektleiter Martin Hamer.

Zur Teilnahme an „Gärtnern für den Umweltschutz“ können Interessierte ein kostenfreies Bodenprobenset inklusive Anleitung bei der Hochschule anfordern, denn private Grünflächen sind hinsichtlich ihrer Ökosystemleistungen nur unzureichend untersucht. Dabei machen Flächen wie etwa Hausgärten einen großen Teil der urbanen Landschaft aus. Mit Unterstützung der Bürger wird es möglich, diese Flächen zu beproben.


Nachtrag vom 29. Mai 2020:
Wegen der hohen Nachfrage können im Moment keine Bestellungen von Bodenprobensets angenommen werden. Wir bitten um Verständnis.