Wissenschaftskommunikation im Zentrum der Forschung

Dienstag, 6. Juli 2021
ID: 
076/03imea/07-2021
Das Interesse an Themen aus der Wissenschaft ist groß. Aber wie kann die Wissenschaft ihre Arbeitsweisen und Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit teilen? Um die Forschung über Wissenschaftskommunikation nachhaltig voranzubringen, fördert die Volkswagenstiftung vier neue Forschungszentren in Deutschland. Eines davon ist das „Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research“. Prof. Dr. Oliver Ruf wird für die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) die Forschungseinrichtung in einem Verbund mit weiteren Partnern in NRW aufbauen.
Oliver Ruf, Professor für Kommunikationswissenschaft und Medienpraxis. Foto: Eva Tritschler
Federführend an der H-BRS für das Projekt ist Prof. Dr. Oliver Ruf. Foto: Eva Tritschler

Die Volkswagenstiftung fördert die Erforschung der Wissenschaftskommunikation mit 15 Millionen Euro. Die Fördersumme verteilt sich auf vier Projekte in Deutschland. Zu den geförderten Projekten gehört das „Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research“. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat sich in einem Verbund mit drei weiteren Forschungseinrichtungen mit diesem Vorhaben an der Ausschreibung der Stiftung beteiligt und den Zuschlag bekommen. Die Projektpartner der H-BRS sind das Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund, das Forum Internationale Wissenschaft der Universität Bonn sowie das Kulturwissenschaftliche Institut Essen. Federführend an der H-BRS für das Projekt ist Prof. Dr. Oliver Ruf vom Institut für Medienentwicklung und Medienanalyse (IMEA) am Standort Sankt Augustin. Professor Ruf hat das Vorhaben gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Partnerinstitute auf den Weg gebracht. Ruf lehrt Medienkulturwissenschaft an der H-BRS am Fachbereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus. Seine Forschungsgebiete umfassen insbesondere die Theorie und Ästhetik der Medien, Kommunikation und Gestaltung. Er ist zudem Co-Direktor des IMEA.

„Mit dem zukünftigen Zentrum gewinnen wir die Möglichkeit, einen einzigartigen Verbund zwischen Rhein und Ruhr aufzubauen, der die Wissenschaftskommunikation vor allem der Geistes- und Sozialwissenschaften erforscht. Es wird zudem neue Formen und Formate für die Kommunikation über Wissenschaft hervorbringen und evaluieren“, so Professor Ruf.

Das künftige „Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research“ stellt dazu die Frage in den Mittelpunkt seiner Arbeit, wie die Vermittlung von Wissen über das Wissenschaftssystem selbst gelingen kann. Erforscht werden etwa die Rollen von Forschenden im Hinblick auf die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und die Bedeutung des Publizierens. Der fachliche Rahmen ist dabei weit gesteckt; er umfasst Soziologie, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte ebenso wie Spezialgebiete wie die Bibliometrie. Diese vermisst das Publikationsaufkommen mithilfe mathematischer und statistischer Methoden.

Das neue Forschungszentrum will neue Qualitätsstandards und Formate entwickeln für den Austausch zwischen Wissenschaft, Medien, Politik und anderen Zielgruppen. Für die dafür notwendige Infrastruktur arbeitet das „Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research“ mit Praxispartnern wie dem Science Media Center in Köln und der Wissenschaftspressekonferenz zusammen.

 

An der Ausschreibung der Volkswagenstiftung „Wissenschaftskommunikation hoch drei" konnten sich Projekte bewerben, in denen die drei Perspektiven Wissenschaftskommunikationsforschung, Fachwissenschaft und Kommunikationspraxis zusammenwirken. Der Förderzeitraum beträgt fünf Jahre und kann um maximal drei Jahre verlängert werden. Voraussetzung für die Bewilligung war die Zusage einer Hochschule, die neu etablierten Zentren auch über den Förderzeitraum hinaus dauerhaft zu unterstützen. Die drei anderen geförderten Zentren stehen unter der Federführung der Universitäten München, Kiel und Tübingen.
Das Echo war laut Volkswagenstiftung enorm: Bis zum Stichtag gingen 27 Anträge von Konsortien mit 500 Einzelpersonen aus 300 Institutionen in 24 Ländern ein.