Sascha Brengmann, Elektrotechnik

Sascha Brengmann ist ein Multiorganisationstalent. Neben seinem Beruf als Manager für Funktionale Sicherheit von internationalen Automatisierungslösungen bringt er Familie, Feuerwehr und Kampfsport unter einen Hut.
Portraitfoto von Alumnus Sascha Brengmann

„Funktionale Sicherheit von internationalen Automatisierungslösungen“ – was ist das überhaupt? Für einen Ingenieur für Elektrotechnik wie Sascha Brengmann eine interessante Herausforderung: Bei der Automatisierungstechnik geht es um Anlagen und Maschinen, die so programmiert und gebaut werden, dass sie selbstständig, also nur mit geringer oder sogar ganz ohne Einflussnahme von Menschen, funktionieren.

Brengmann arbeitet bei der Hennefer Niederlassung von Emerson, einem international aufgestellten Hersteller von Energietechnik für Industrie, Handel und Endkunden. Der Mischkonzern baut von Klimaanlagen über Industriemotoren bis hin zu Batteriemessgeräten so ziemlich alles, was moderne Energietechnik braucht. Und Brengmann als „Functional Safety Manager for Global Automation Solutions“ ist eben dafür zuständig, einzelne Systeme international abzustimmen, damit beispielsweise die Arbeit für einen indischen Arbeiter genauso sicher ist wie für einen aus Europa – trotz der unterschiedlichen Bedingungen.

Für eine solche Aufgabe muss man sich natürlich in der Technik bestens auskennen. Die Grundlagen dafür legte Brengmann mit seinem Studium der Elektrotechnik und Medientechnik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. „Ich hatte schon immer ein großes Interesse an Medien und Technik“, sagt er. Übrigens nicht nur an der technischen Seite der Medienproduktion, sondern auch am Texten. Deshalb arbeitete er neben seinem technischen Studium als freier Journalist für den Bonner General-Anzeiger, um sich ein Zubrot zu verdienen.

Zweifel, was sein Studienfach anging, hatte Brengmann nie: „Ich war da schon relativ früh gefestigt“, erzählt er. Dabei hätten ihm solche Zweifel durchaus kommen können: Schon zuvor hatte er ein Duales Studium an der Berufsakademie Mannheim im Bereich Elektrotechnik ebenfalls mit dem Schwerpunkt Automatisierungstechnik angefangen. Das lief jedoch nicht so glatt, und er brach es ab, weil sich die akademischen Hürden im anspruchsvollen baden-württembergischem Hochschulsystem als zu hoch erwiesen.

An der H-BRS lief es dann viel besser. Mit dem dortigen Abschluss 2005 als Diplom-Ingenieur heuerte er zunächst bei der Firma Syscontrol als Ingenieur für Gebäudeautomation an und später bei KMA Umwelttechnik als Ingenieur für Elektrotechnik. Seit 2013 ist er nun bei Emerson.

Und lebt sogar nach wie vor seine Ader für Medien aus. Bei der freiwilligen Feuerwehr in seiner Heimat Königswinter engagiert er sich nebenher nicht nur als Oberbrandmeister, sondern vor allem als stellvertretender Pressesprecher für mehr als 300 ehrenamtliche Feuerwehrleute.

In erster Linie aber ist Sascha Brengmann neben seinem Manager-Dasein stolzer Familienvater. „Meine Familie nimmt einen großen Teil meiner Zeit ein“, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht. Brengmann hat einen sieben Jahre alten Sohn und eine vier Jahre alte Tochter, mit denen er möglichst viel unternimmt. Offenbar gelingt es ihm, auch sein Privatleben gut zu managen, und auch da ist er auf Sicherheit bedacht: Nicht nur als Vater und Feuerwehrmann – kürzlich hat Brengmann sogar begonnen, Wing-Tsun zu lernen – eine asiatische Kampfsportart zur Selbstverteidigung. „Es ist für mich wichtig, dass sich meine Beschäftigungen in ihren Ansprüchen an Körper und Geist ausgleichen, und ich in beiden Bereichen gleichermaßen gefordert werde. So kann ich Stress abbauen, und alles andere wäre mir zu einseitig.“

 

Text: Melanie Morgenstern

Melanie Morgenstern studiert an unserer Hochschule Technikjournalismus. Sie verfasste dieses Porträt im Rahmen eines Wahlkurses (Porträtschreiben am Beispiel von H-BRS-Alumni) im Wintersemenster 2015/2016.