Vortrag "Reizendes Anreizdenken in der Sozialpolitik"

Donnerstag, 22. November 2018
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Professorin Gisela Kubon-Gilke und Professor Maier-Rigaud in der kleinen Aula der Steyler Mission

„Anreizdenken greift in unserer Gesellschaft immer mehr um sich“ so die zentrale These von Professorin Gisela Kubon-Gilke von der Evangelischen Hochschule Darmstadt in ihrem Gastvortrag vor rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörern im Rahmen der semesterübergreifenden Ringvorlesung „Zwischenrufe zur Sozialpolitik“. Dieser Mechanismus aus „Strafen und Belohnen“ finde zunehmend auch in Bereichen unseres Lebens Anwendung, in denen andere Motivationen wirken und ökonomische Anreize ihre Ziele verfehlen. Anhand zahlreicher Beispiele u.a. aus dem Bereich der Verhaltensökonomik, machte sie deutlich, wie monetäre Anreize intrinsische Motive verdrängen können: Beispielsweise liegt die Motivation zur Blutspende darin, anderen Menschen helfen zu wollen, weshalb eine Bezahlung eher kontraproduktiv wirkt. Ein weiteres Beispiel von Professorin Kubon-Gilke, die zugleich Vizepräsidentin ihrer Hochschule ist, betrifft die anreizbasierte Besoldung von Professorinnen und Professoren. Diese Anreize können nicht-intendierte negative Effekt hervorrufen, etwa in Bezug auf die Wahl von Forschungsthemen und Veröffentlichungsstrategie. Schlusspunkt bildete eine angeregte Diskussion, und Studierende dankten der Rednerin für ihren spannenden Vortrag persönlich.