Transferstrategie für die Lehre

Als Hochschule für angewandte Wissenschaften sind transferorientierte Lehre und Forschung unser Markenzeichen: Lehre und Forschung sind inhaltlich so ausgerichtet, dass sie Relevanz für Wirtschaft und Gesellschaft haben und deren positive Entwicklung unterstützen. Die vorliegende „Transferstrategie für die Lehre“ ergänzt die allgemeine Transferstrategie der Hochschule mit lehrspezifischen Aspekten.

Transfer in der Lehre verknüpft die Kooperation mit außerakademischen Partnern mit forschungsorientiertem Lernen zum gegenseitigen Nutzen. Unser Ziel ist es, Transfer in der Lehre und durch Lehre so zu gestalten, dass daraus ein Mehrwert für alle Beteiligten erwächst. Die Interaktion mit gesellschaftlichen Akteuren und die Zusammenführung von Praxis- und Wissenschaftsorientierung steigert die Qualität der Lehre, denn sie fördert die Problemlösungskompetenz, und bietet den externen Partnern Ressourcen zur Lösung von Problemen und zur Generierung von Innovationen andererseits.

Transferorientierte Lehrformate sind für uns daher wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil guter Lehre, die wir neu durchdenken, fördern und ausbauen wollen. Dazu werden wir erprobte Formate beibehalten und weiterentwickeln und neue Ansatzpunkte identifizieren:

 

In die Hochschule hinein:

  • Kompetenzorientierung in der Lehre fördern

Die Einbeziehung der Praxis, der äußeren Umwelt, in die Lehre unterstützt die Studierenden bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten zur Lösung von Problemen: Anstatt abgegrenzter Aufgabenstellungen und vordefinierter, vorhersehbaren Laborsituationen wird die Anwendung wissenschaftlicher Inhalte und Methode auf reale, unscharf definierte, komplexe Problemstellungen aus Wirtschaft und Gesellschaft verlangt und Handlungsorientierung, Eigenverantwortung, Entscheidungsfähigkeit auch bei unklarer Ausgangslage trainiert.

 

  • Praxisnahe Expertise erhalten und in der Lehre nutzbringend einsetzen

Eine erfolgreiche Umsetzung basiert auf dem persönlichen Praxisbezug der Lehrenden. In der Hochschule lehren Menschen, die in der Praxis gearbeitet haben, Menschen, die noch in der Praxis stehen und damit über die notwendigen Erfahrungen und Kontakte verfügen oder in Forschungskooperationen eng mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten. Externe Experten aus Wirtschaft Gesellschaft können konkret in die Hochschule hineinwirken und den Praxisbezug erhöhen: Durch Beiträge zu oder Übernahme von Lehrveranstaltungen, durch Bereitstellung von Projektthemen für studentische Arbeiten oder deren Weitentwicklung zu Forschungsthemen. Hierzu bieten sich insbesondere projektorientierte Module sowie größere Forschungsfreiräume im Master an.

Wichtig und etabliert sind zudem Praxisprojekte, in denen Aufträge beispielsweise aus Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen von studentischen Gruppen bearbeitet werden: Kleine Entwicklungsaufträge und Projektvorhaben, von denen die Studierenden in höheren Semestern Erfahrungsgewinn – nicht zuletzt im praxisrelevanten Projektmanagement haben. Praxiselemente im Studium sind damit immer auch Transferanlässe.

  • Studienangebote und Lehrinhalte bedarfsorientiert weiterentwickeln

Durch den Kontakt mit der beruflichen Praxis erhalten zudem Modul- und Studiengangsverantwortliche wichtige Impulse zur kontinuierlichen Anpassung und Weiterentwicklung der vermittelten Kompetenzen an die Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft. Externe Beiräte institutionalisieren diesen Blick von außen und setzen wichtige Impulse zur praxisrelevanten Gestaltung von Studiengängen und deren Weiterentwicklung.

  • Forschungsfelder erschließen

Schließlich hat die Integration von Praxiselementen in die Lehre Rückwirkungen auf die Forschung: Durch die Zusammenarbeit erschließen sich Lehrende neue Felder und generieren auch für ihre Forschung neue Fragestellungen.

 

Aus der Hochschule heraus:

  • Wissen mit der Praxis teilen und abgleichen

Im Rahmen der curricular verankerten Praxiselemente werden Lehrinhalte und der Kompetenzzuwachs der Studierenden schon während des Studiums für die berufliche Praxis und die Lösung gesellschaftlicher Probleme nutzbar gemacht. So werden in den Praxisprojekten und Abschlussarbeiten Themenstellungen der Unternehmenspraxis mit wissenschaftlichen Methoden bearbeitet. Die Ergebnisse können die Unternehmen bei der Weiterentwicklung ihrer Methoden, Prozesse und Produkte nutzen. Nicht selten ergeben sich daraus weiterführende Forschungsprojekte, die ihrerseits wichtige Ergebnisse für die Weiterentwicklung in den Unternehmen liefern.

  • Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung fördern

Ein weiterer Ansatzpunkt sind Lehrformate, die das fachliche Lernen mit der Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft kombinieren, z.B. im Rahmen von ehrenamtlichem Engagement in einem Verein oder in gemeinnützigen Projekten. Hierbei werden theoretische Inhalte zur Lösung konkreter Probleme genutzt. Fachliche und überfachliche Kompetenzen können so gleichermaßen gefördert werden. Die Studierenden werden darin bestärkt, Verantwortung zu übernehmen und bringen sich aktiv in die Gesellschaft ein.

Andere Ansätze bieten den Studierenden die Möglichkeit, die Fachinhalte gezielt in Bezug zu gesellschaftlichen Herausforderungen zu reflektieren. Mit Bezug zu den Fachinhalten werden Zivilcourage, Employability, Verantwortungsbefähigung und Demokratiefähigkeiten gefördert. Beispiel sind die Blauen Schiene bzw. die Nachhaltigkeitszertifikate in den Studiengängen der Hochschule. Solche Formate befähigen die Studierenden, gesellschaftliche Veränderungsprozesse sachgerecht, verantwortungsvoll und konstruktiv mitzugestalten und sind daher ein überfachlicher Transferbeitrag von Lehre in die Gesellschaft.

  • Durch Bildungskooperationen den Transfer anstoßen

Lehrtransfer aus der Hochschule heraus kann zudem in Form von Bildungskooperationen stattfinden (z.B. Weiterbildungsmodule, Studienprogramme). Die Lehrangebote können entweder speziell für ausgewählte externe Partner- sofern diese die Finanzierung übernehmen - angeboten werden, oder aber auch prinzipiell für externe Teilnehmer geöffnet werden.

Durch auch an externe Teilnehmer gerichtete Bildungsveranstaltungen können Netzwerke entstehen, die darüber hinaus im Hinblick auf eine weiterführende Forschungszusammenarbeit relevant sind.

  • Alumni-Netzwerke pflegen und nutzen

Von besonderer Bedeutung für den Transfer in der Lehre sind die Alumni der Hochschule, welche als vormalige Interne die Hochschule sehr gut kennen und persönliche Kontakte mitbringen und gleichzeitig als Externe der Hochschule verbunden sind. Diese Bindung möchten wir durch geeignete Maßnahmen erhalten und stärken.

Es entstehen Netzwerke, die wir langfristig zum Nutzen für Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen fördern und etablieren wollen.

Status:

Beschluss der Lehrkommission vom 17.10.2019, Beschluss des Präsidiums vom 21.01.2020.