Zentrum für Ethik und Verantwortung (ZEV)
"Wer Wir Waren" - Filmvorführung und Podiumsgespräch an der Hochschule
Wer Wir Waren - Filmvorführung und Podiumsdiskussion
„Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.”
Roger Willemsen
In eindrucksvollen Bildern und Gesprächen mit Wissenschaftler:innen, Philosoph:innen und Aktivist:innen beleuchtet der Film die großen Herausforderungen unserer Zeit: Klimawandel, soziale Ungleichheit, technologische Entwicklungen und die Verantwortung des Menschen gegenüber der Erde. Dabei geht es nicht nur um Probleme, sondern auch um Perspektiven und die Hoffnung, dass wir gemeinsam handeln können.
Im Anschluss an die Vorführung fand ein Podiumsgespräch statt, moderiert von Gert Scobel. Auf dem Podium diskutierten Marc Bauder, Prof. Dr. Toni Loh, Prof. Dr. Britta Krahn und live zugeschaltet Prof. Dr. Dennis Snower über die drängenden Fragen unserer Zukunft. Veranstaltet wurde das Event vom Zentrum für Ethik und Verantwortung (ZEV) der Hochschule.
Zentrale Gedanken aus der Diskussion
- Dennis Snower betonte, dass der Film heute wichtiger denn je sei. Große Probleme können nur gemeinsam gelöst werden – über nationale Grenzen hinaus. Wir müssen uns fragen: Welcher Mensch möchte ich in 5–10 Jahren sein? Kooperation und neue Institutionen, die über Staaten hinausdenken, sind entscheidend.
- Marc Bauder zeigte sich optimistisch: Die Grundhaltung der Protagonist:innen im Film inspiriere ihn, auch wenn wir gesellschaftlich noch weit entfernt sind vom notwendigen Handeln.
- Britta Krahn stellte die Frage, warum wir trotz Bewusstsein nicht ins Handeln kommen. Globale Probleme sind komplex und entwickeln sich schneller, als wir reagieren können. Es braucht Leitplanken, Handlungsanweisungen und „nudges“, um Menschen in die richtige Richtung zu bewegen.
- Toni Loh lenkte den Blick auf die moralische Dimension: Der Mensch ist nicht mehr die einzig moralisch handelnde Instanz. Wir müssen Beziehungen und Speziesgrenzen neu denken.
Das Gespräch machte deutlich: Wir stehen vor kollektiven Herausforderungen, die wir nur in Zusammenarbeit bewältigen können. Nationale Lösungen reichen nicht mehr aus – wir brauchen globale Perspektiven, gemeinsame Werte und Institutionen, die mit Leben gefüllt werden. Filme wie „Wer wir waren“ sind Impulse, die uns zum Nachdenken und Handeln bringen. Die Frage bleibt: Wer wollen wir in Zukunft sein – und wie kommen wir ins Tun?