Annick Vins, Informatik (Diplom)

Mit dem Schwerpunkt Medieninformatik hatte Annick Vins 2004 ihr Informatik-Diplom an der H-BRS abgeschlossen. Seit 2007 arbeitet sie im Marketing des französischen Spiele-Entwicklers Ubisoft - und fühlt sich dort als Spiele-Freak unter ihresgleichen pudelwohl. Wenn sie als Frau in dieser Branche nicht immer noch eine Exotin wäre...
Foto Annick Vins, Alumna und Informatik-Absolventin 2004

Annick Vins hat auf die Fragen in unserem Alumni-Fragebogen geantwortet. Herzlichen Dank!

Was steht auf Ihrer Visitenkarte?

Senior Audience Marketing Managerin GSA. Ich arbeite seit 2007 im Marketing beim französischen Spiele-Publisher und -Entwickler Ubisoft Entertainment. Mein Büro ist in der deutschen Niederlassung, mit Sitz in Düsseldorf.

Was sind Ihre Aufgaben; wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Einen „typischen Arbeitstag“, den gibt’s nicht! Und das ist eines der tollen Sachen an meinem Job. Natürlich gibt es, wie überall, Routineaufgaben, die gemacht werden müssen. Aber das meiste ist täglich immer neu und spannend. Aktuell betreue ich den Aufbau eines neuen YouTube-Kanals und der dazugehörigen Social-Media-Präsenzen. Dafür muss zum einen eine Strategie entwickelt werden, welcher Content auf den Kanälen überhaupt zu sehen sein soll. Zum anderen gilt es, Content Creator, sog. Influencer, zu finden, die den gewünschten Content erstellen können. Und wenn der Inhalt steht, geht es darum, rund um die Marke eine Community aufzubauen. Dafür braucht es wieder eine Strategie. Hinzu kommen dann noch eine Media-Strategie und wöchentliche Reportings zur Erfolgskontrolle.  Das hat natürlich alles nichts mehr so wirklich mit den technischen Inhalten meines Medieninformatik-Studiums zu tun. Aber vieles, was ich im Studium gelernt habe, hilft eben doch mittel- und unmittelbar weiter (siehe Frage unten).

Foto Annick Vins, Alumna und Informatik-Absolventin 2004, auf der GamesCon
Annick auf der GamesCon, der maßgeblichen Messe für Computer- und Videospiele. Foto: privat

Was ist das Coolste an Ihrem Job? Was gefällt Ihnen nicht so gut?

Die Games-Branche ist eine der schönsten Branchen, in der man landen kann. In meinem Fall habe ich ein Hobby zum Beruf gemacht und verbringe im Arbeitsalltag Zeit mit Menschen, die dieses Hobby teilen. Außerdem ist die Branche sehr dynamisch und nah am Puls der Zeit, technologisch und auch inhaltlich. Das macht den Job immer wieder ultra spannend. Alle paar Jahre kann man sein Arbeitsgebiet erweitern oder verändern. In meinen vielen Jahren bei Ubisoft habe ich Projekte in jedem Feld des digitalen Marketing betreut: Website-Entwicklung, Social Media, Content Creator, eCommerce, Mediaplanung, etc. Das ist der Vorteil einer innovativen Branche und der Arbeit bei einem Marktführer. Dazu kommt das internationale Umfeld. Ubisoft agiert weltweit und mit den Kollegen aus der Zentrale in Frankreich tauscht man sich täglich aus.

Jedoch bin ich als Frau, wie schon im Informatik-Studium, noch immer eine Exotin in der Games-Branche, auch wenn es in den letzten Jahren besser wurde. Ich würde mich freuen mehr Kolleginnen zu haben und kann allen Absolventinnen nur Mut machen, in diese Branche zu kommen. Wir brauchen euch!

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie heute im Job brauchen, haben Sie im Studium an der H-BRS erworben oder kennengelernt?

Mein aktueller Beruf im Online-Marketing hat nicht mehr viel mit dem technischen Teil des Studiums zu tun, zumindest auf den ersten Blick. Beim Start ins Berufsleben hat mir das Studium durch die Breite der Ausbildung sehr geholfe. Ich bin nach der Hochschule in eine Werbeagentur gegangen und war dort als Kundenberaterin fürs Online-Marketing tätig. Ich war die Schnittstelle zwischen den Kunden und den Web-Programming-Teams. Zu wissen, was technisch möglich ist, was nicht funktioniert oder was (zu) lange dauert und damit zu teuer für den Kunden ist, das war für diesen Job einfach unerlässlich. In meiner Position bei Ubisoft geht es mehr ums Projektmanagement und das Digitale Marketing. Aber auch im (Online) Marketing hilft das Wissen um Videoformate, Bildkompressionen etc. sehr. Fürs Verständnis: Als ich bei Ubisoft angefangen habe, gab es Facebook in Deutschland noch nicht …  Da ist es unschätzbar wertvoll, dass man im Studium lernt, sich selbstständig neue Dinge anzueignen.

Kurioses, Lustiges, Trauriges während des Studiums - was würden Sie Ihren Kindern erzählen?

Im Studium habe ich natürlich viel gelernt. Siehe oben! Aber vor allen Dingen habe ich ein paar meiner besten Freunde dort kennengelernt!

Was würden Sie unseren Studierenden raten, die den Einstieg in den Beruf noch vor sich haben?

Neugierig bleiben und auch mal über den Tellerrand schauen. Als ich zu studieren anfing, dachte ich noch, ich würde Web-Entwicklerin werden. Das Schöne ist, dass man im Studium auch andere Themenfelder kennenlernt. So kann man erkennen, was man kann und mag und was eben nicht. Ich bin jedenfalls keine Web-Entwicklerin geworden...

„Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist für mich…“ - mögen Sie für uns diesen Satz vervollständigen?

... der Ort, an dem alles begann!

Wir bedanken uns herzlich bei unserer Alumna Annick Vins für diese Einblicke!

Sie interessieren sich ebenfalls für die Games-Branche? An der H-BRS gibt es seit einigen Jahren den Masterstudiengang "Visual Computing und Games Technology". Hier gibt's weitere Informationen: