"Summa cum laude" für Daryoush Vaziri

Montag, 5. März 2018
Interview mit Daryoush Daniel Vaziri, promovierter Wirtschaftswissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter der H-BRS. 2014 begann er seine Promotion "Design von Technologien zur Unterstützung eines aktiven und gesunden Alterns im Alltag älterer Menschen" und schloss die Prüfung an der Universität Siegen am 15. Februar 2018 mit Auszeichnung (summa cum laude) ab.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Der Doktorhut passt perfekt: Prof. Schreiber, Daryoush Vaziri, Prof. Morgenthaler (3. Gutachter, Uni Siegen) und Doktorvater Prof. Wulf (Uni Siegen) gratulieren. Foto: Konstantin Aal

H-BRS: Herr Vaziri, was bedeutet für Sie Unabhängigkeit?
Daryoush Vaziri: Unabhängigkeit ist für mich ein multidimensionales Geflecht: Gesundheit, Lebensqualität, finanzielle Sicherheit und vor allem ein soziales Umfeld für dem nötigen Rückhalt. Mit direktem Bezug auf meine berufliche Tätigkeit verstehe ich Unabhängigkeit als die Möglichkeit, frei forschen zu können; auch wenn dieses Ideal im heutigen Forschungsbetrieb nur noch in den seltensten Fällen erreicht wird.

H-BRS: Fühlen Sie sich jetzt nach Abschluss Ihres Promotionsverfahrens unabhängiger?
Ich fühle mich gerade einfach nur sehr erleichtert - es ist eine große Last von meinen Schultern gefallen. Ich kann nun viel gelassener und befreiter an meine Forschungsarbeit herangehen, wohlwissend, dass externe Gutachten nicht mehr den Erfolg meiner Promotion gefährden können.

H-BRS: Wer hat an den Erfolg Ihrer Arbeit geglaubt?
Ich war glücklicherweise oft von Menschen umgeben, die immer an mich und den Erfolg meiner Arbeit geglaubt haben. Zeitweise sogar mehr als ich selbst… Es begann hier an der H-BRS mit Prof. Dr. Reiner Clement. Er gab mir den ersten Anstoß zur wissenschaftlichen Karriere und sah schon damals etwas in mir, was für mich zu diesem Zeitpunkt unerreichbar schien. Professor Dirk Schreiber begleitete mich dann weiter und schuf eine Infrastruktur, in der es mir möglich war, den wissenschaftlichen und forscherischen Betrieb näher kennenzulernen. Mit tatkräftiger Unterstützung von Professor Andreas Gadatsch war ich dann in der Lage, erste Publikationserfolge zu verzeichnen und Erfahrungen in der Scientific Community zu sammeln. Betrachtet man also meinen Werdegang hier am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, so ist es vor allem den Bemühungen und Anstrengungen dieser Drei, sowie ihrem Vertrauen in mich zu verdanken, dass ich das Promotionsverfahren antreten und erfolgreich beenden konnte. An dieser Stelle möchte ich mich aber auch beim Graduierteninstitut der H-BRS bedanken, dessen Begleitung im Stipendienverfahren eine große Unterstützung für mich gewesen ist.

H-BRS: Und wie kamen Sie zur Universität Siegen?
Durch die Verbindungen von Professor Schreiber zur Universität Siegen und ein Kooperationsabkommen mit der H-BRS gelang das relativ einfach. Mir war aber auch immer bewusst, dass ein solches Kooperationsprogramm zur Promotion von Hochschulabsolventen verhältnismäßig neuartig war bzw. ist und daher auch mit einem gewissen Risiko für alle Beteiligten einhergeht. Ich kann mich daher glücklich schätzen und bin dankbar, dass Professor Volker Wulf von der Uni Siegen dieses Risiko eingegangen ist und sein Vertrauen in mich gesetzt hat. Durch die Einbindung in den laufenden Forschungsbetrieb seines Lehrstuhls konnte ich schnell Anschluss finden und meinen Forschungshorizont stark erweitern.

H-BRS: Was werden Sie nun beruflich machen?
Ich möchte im Lehr- und Forschungsbetrieb bleiben, weil ich hier mit meiner Forschungsarbeit einen positiven bleibenden Eindruck hinterlassen und weiter daran mitwirken kann, Lösungen für Probleme und Herausforderungen unserer Zeit zu gestalten. Mein Ziel ist es, Wissenschaft so zu vermitteln, dass jeder Studierende mit der Fähigkeit die Hochschule verlässt, theoretische Modelle zu erkennen und zu selber entwickeln und diese schließlich zur Generierung eines praktischen, gesellschaftlichen und sozialen Mehrwertes zu nutzen.

H-BRS: Bleiben Sie inhaltlich bei der Forschung mit Senioren?
Ich möchte meinen Fokus erweitern und nun auch verstärkt die Jugend sowie berufstätige Menschen miteinbeziehen. Mein Thema war ja Gesundheit, und die ist schließlich eine lebenslange Aufgabe. Darauf freue ich mich schon sehr.

(Das Interview führte B. Hillen/Graduierteninstitut)