Fachbereich Informatik
Ho-Ho Hackathon an der H-BRS
IETF Hackathons sind kollaborative Entwicklungsformate im Umfeld der Internet Engineering Task Force (IETF), bei denen Teilnehmende Internetstandards praktisch implementieren, testen und weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen Zusammenarbeit, fachlicher Austausch und der Transfer von Standards in funktionierende Prototypen – nicht der Wettbewerb.
Die Projekte im Überblick
Projekt 1: Secure Paste Bin „PastaPaste“
Im ersten Projekt entstand ein sicheres, zugriffsbeschränktes Paste-Bin-System. Die Anwendung nutzte OAuth 2.0 zur Authentifizierung und ermöglichte Anmeldungen über externe Identity Provider wie GitHub, Google oder einen lokal betriebenen Keycloak-Server. Ein zentrales Designprinzip war die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Alle Inhalte wurden ausschließlich clientseitig ver- und entschlüsselt, sodass der Server keinen Zugriff auf Klartextdaten hatte. Die Backend-Komponente wurde als sogenannter Zero-Knowledge-Dienst mit Flask umgesetzt und während des Hackathons produktiv betrieben.
Projekt 2: Bluetooth-Low-Energy-Sniffer
Die zweite Projektgruppe implementierte einen Bluetooth-Low-Energy-Sniffer unter Nutzung von Scapy in Kombination mit der Ubertooth-Hardware. Zur Analyse der aufgezeichneten BLE-Frames wurde eine grafische Benutzeroberfläche entwickelt, die eine strukturierte Auswertung der Pakete ermöglichte. Bemerkenswert war die hohe Anzahl erfasster BLE-Frames: Trotz eines Wochenendes kurz vor den Weihnachtsferien zeigte sich auf dem Campus eine unerwartet hohe Funkaktivität.
Projekt 3: Post-Quantum-Schlüsselaustausch für ShockBurst
Die dritte Projektgruppe implementierte einen Post-Quantum-Schlüsselaustausch für die 2,4-GHz-ShockBurst-Funktechnologie. Als kryptographische Grundlage wurde ML-KEM eingesetzt. Die Demonstration erfolgte auf der Hardwareplattform nRF52832-DK. Trotz der begrenzten Ressourcen der Plattform konnten die PQC-Algorithmen erfolgreich ausgeführt werden. Das Projekt lieferte wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzbarkeit und die Leistungsgrenzen post-quantensicherer Kryptographie auf eingebetteten Systemen.
Austausch und Organisation
Neben der intensiven technischen Arbeit nutzten die Teilnehmenden den Hackathon auch für zahlreiche Diskussionen und den persönlichen Austausch. Gespräche über Studienerfahrungen, Forschungsinteressen und laufende Projekte erwiesen sich für viele als besonderer Mehrwert der Veranstaltung.
Der Fachbereich Informatik und die Fachschaft unterstützten die Organisation und stellten die Verpflegung bereit. Die entspannte Atmosphäre fernab der üblichen Lehrveranstaltungen förderte ein offenes, produktives Miteinander und trug maßgeblich zum Erfolg des Hackathons bei.
Fazit
Der Hackathon verband praxisnahe Implementierungen mit aktuellen Themen wie Zero-Knowledge-Systemen, Funkanalyse und Post-Quantum-Kryptographie und stärkte zugleich den fachlichen und persönlichen Austausch. Auch organisatorisch überzeugte das Format auf ganzer Linie.
Bereits im Juli dieses Jahres fand ein ähnliches Event im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Masterstudiengangs Cybersecurity & Privacy statt. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die diesen Hackathon ermöglicht und mitgestaltet haben.
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