Fachbereich Informatik

Ho-Ho Hackathon an der H-BRS

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Montag, 22. Dezember 2025

Am 19. und 20. Dezember 2025 fand an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Hackathon statt, der im Stil der IETF Hackathons durchgeführt wurde. In drei Projektgruppen arbeiteten die Teilnehmenden an sicherheits- und netzwerknahen Fragestellungen mit starkem Praxisbezug. Neben der technischen Umsetzung stand insbesondere der fachliche Austausch im Mittelpunkt.

IETF Hackathons sind kollaborative Entwicklungsformate im Umfeld der Internet Engineering Task Force (IETF), bei denen Teilnehmende Internetstandards praktisch implementieren, testen und weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen Zusammenarbeit, fachlicher Austausch und der Transfer von Standards in funktionierende Prototypen – nicht der Wettbewerb.

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Hackathon 2025: Teilnehmende Hannes Tschofenig (rechts), Pause bei Pizza und Kaltgetränken. Foto: H-BRS

Die Projekte im Überblick

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Hackathon Projekt 1. Foto: Hannes Tschofenig/H-BRS

Projekt 1: Secure Paste Bin „PastaPaste“

Im ersten Projekt entstand ein sicheres, zugriffsbeschränktes Paste-Bin-System. Die Anwendung nutzte OAuth 2.0 zur Authentifizierung und ermöglichte Anmeldungen über externe Identity Provider wie GitHub, Google oder einen lokal betriebenen Keycloak-Server. Ein zentrales Designprinzip war die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Alle Inhalte wurden ausschließlich clientseitig ver- und entschlüsselt, sodass der Server keinen Zugriff auf Klartextdaten hatte. Die Backend-Komponente wurde als sogenannter Zero-Knowledge-Dienst mit Flask umgesetzt und während des Hackathons produktiv betrieben.

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Hackathon Projekt 2. Foto: H-BRS

Projekt 2: Bluetooth-Low-Energy-Sniffer

Die zweite Projektgruppe implementierte einen Bluetooth-Low-Energy-Sniffer unter Nutzung von Scapy in Kombination mit der Ubertooth-Hardware. Zur Analyse der aufgezeichneten BLE-Frames wurde eine grafische Benutzeroberfläche entwickelt, die eine strukturierte Auswertung der Pakete ermöglichte. Bemerkenswert war die hohe Anzahl erfasster BLE-Frames: Trotz eines Wochenendes kurz vor den Weihnachtsferien zeigte sich auf dem Campus eine unerwartet hohe Funkaktivität.

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Hackathon Projekt 3. Foto: H-BRS

Projekt 3: Post-Quantum-Schlüsselaustausch für ShockBurst

Die dritte Projektgruppe implementierte einen Post-Quantum-Schlüsselaustausch für die 2,4-GHz-ShockBurst-Funktechnologie. Als kryptographische Grundlage wurde ML-KEM eingesetzt. Die Demonstration erfolgte auf der Hardwareplattform nRF52832-DK. Trotz der begrenzten Ressourcen der Plattform konnten die PQC-Algorithmen erfolgreich ausgeführt werden. Das Projekt lieferte wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzbarkeit und die Leistungsgrenzen post-quanten­sicherer Kryptographie auf eingebetteten Systemen.

Austausch und Organisation

Neben der intensiven technischen Arbeit nutzten die Teilnehmenden den Hackathon auch für zahlreiche Diskussionen und den persönlichen Austausch. Gespräche über Studienerfahrungen, Forschungsinteressen und laufende Projekte erwiesen sich für viele als besonderer Mehrwert der Veranstaltung.
Der Fachbereich Informatik und die Fachschaft unterstützten die Organisation und stellten die Verpflegung bereit. Die entspannte Atmosphäre fernab der üblichen Lehrveranstaltungen förderte ein offenes, produktives Miteinander und trug maßgeblich zum Erfolg des Hackathons bei.

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Fazit

Der Hackathon verband praxisnahe Implementierungen mit aktuellen Themen wie Zero-Knowledge-Systemen, Funkanalyse und Post-Quantum-Kryptographie und stärkte zugleich den fachlichen und persönlichen Austausch. Auch organisatorisch überzeugte das Format auf ganzer Linie.


Bereits im Juli dieses Jahres fand ein ähnliches Event im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Masterstudiengangs Cybersecurity & Privacy statt. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die diesen Hackathon ermöglicht und mitgestaltet haben.

Kontakt

Prof. Dr. Hannes Tschofenig

Hannes Tschofenig

Informatik, insbesondere Netzwerksicherheit

Standort

Sankt Augustin

Raum

C263

Adresse

Grantham-Allee 20

53757 Sankt Augustin