Magna cum laude für Michael Rademacher

Montag, 20. Januar 2020
Kurz vor Weihnachten verteidigte Michael Rademacher, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Informatik erfolgreich seine Doktorarbeit zum Thema schnelles Internet in ländlichen Gebieten. Mit der Note 1,0 überzeugte er seine Doktorväter aus Kaiserslautern und Sankt Augustin und darf sich nun in Kürze Dr.-Ing. nennen.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
v.l.: Prof. Karl Jonas (H-BRS), Michael Rademacher, Prof. Hans Schotten, Prof. Ralph Urbansky (beide Uni Kaiserslautern)

"Evaluation and Optimization of IEEE802.11 multi-hop Backhaul Networks with Directional Antennas" oder in der deutschen Übersetzung "Bewertung und Optimierung von WLAN basierten Punkt-zu-Punkt-Backhaulnetzen mit Richtantennen" - so lautet der Titel von Michael Rademachers Doktorarbeit. 

Worum es geht

Nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in ländlichen Gebieten Deutschlands ist der Zugang zu schnellem Internet oft nicht gewährleistet. Dies führt zu einer wirtschaftlichen und soziologischen Spaltung der Gesellschaft. Ein relativ neuer Ansatz basiert darauf, handelsübliche WLAN-Funkmodule zu nutzen, um kostengünstige Richtfunkstrecken über mehrere Kilometer aufzubauen. Das hohe Potenzial dieser Lösung besteht im Vergleich zu konventionellen Techniken in den geringen Kosten für den Aufbau und den Betrieb des Netzes. WLAN-Module sind günstig in der Anschaffung und die Nutzung von freien Frequenzen führt zu einer massiven Einsparung im Vergleich zur Nutzung von lizenzierten Mobilfunkdiensten.

In seiner Promotion arbeitete Rademacher daran, die Qualität von WLAN-basierten Richtfunk-Lösungen signifikant zu verbessern, etwa durch die Vorhersage von Signalstärken, Optimierung des Protokolls auf lange Distanzen sowie einer intelligenten Verteilung von Frequenzen im gesamten Netzwerk.

Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut FIT errichtete er während der Promotion ein großes Forschungsnetz rund um die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg  mit insgesamt 20 verschiedenen Knotenpunkten. So konnten die in der Arbeit entwickelten Modelle und Simulationen in einem realen Netz zu verifiziert werden.

Zur Person

Michael Rademacher absolvierte bereits seinen Master an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg,  und er war 2015 der erste offiziell eingeschriebene Promotionsstudent an der H-BRS. Zum Ende seiner Promotionszeit freut sich die Hochschule kürzlich über einen weiteren Meilenstein, das bedingte Promotionsrecht an Fachhochschulen. Rademacher hatte bereits auf der Gründungsveranstaltung des Graduierteninstituts NRW einen Vortrag über die Herausforderungen bei kooperativen Promotionen gehalten. Auch am hauseigenen Graduierteninstitut der H-BRS war er aktiv und berichtete, dass er die Weiterbildungsseminare und auch die Beihilfe zu Konferenzen sehr zu schätzen gewusst habe. So habe er während seiner Promotionszeit zahlreiche Konferenzen besucht unter anderem in Marrakesch, Porto und Barcelona. 

Während seiner Zeit als Promotionsstipendiat des Fachbereichs Informatik arbeitete Rademacher auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Informatik. Hier konnte er die Ergebnisse seiner Forschung bereits an die Studierenden weitergeben; zum Beispiel in der Veranstaltung Kommunikation in verteilten Systemen, in Masterprojekten, Masterseminaren und Abschlussarbeiten.