Völlig losgelöst - Prof Herpers in der Schwerelosigkeit

Freitag, 16. März 2018
Auf einem Parabelflug im kanadischen Ottawa testete Professor Dr. Rainer Herpers mit dem Team der York University die Ausrüstung für ein geplantes Experiment auf der ISS-Raumstation.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Professor Michael Jenkin, Professor Laurence Harris und Dr. Nils Bury von der kanadischen York University arbeitet Professor Rainer Herpers an einer Testserie zur Wahrnehmung der eigenen Bewegung und der Lage im Raum bei Schwerelosigkeit.

Die Versuchsanordnung unter Verwendung von HMDs (VR-Brillen) wurde im November während Herpers' Gastsemester in Kanada bei einem Parabelflug getestet. Eine weitere Generalprobe findet Mitte März wieder in Ottawa statt. Durch die parabelförmige Flugkurve des Flugzeugs werden die Insassen für einen kurzen Zeitraum (etwa 22 Sekunden) in einen Zustand der Schwerelosigkeit versetzt.

Ein weiterer Test unter anderen Gegebenheiten wird im Frühjahr an der Sporthochschule Köln durchgeführt: Hierbei werden sich die Testperson unter Wasser aufhalten, wo ebenfalls veränderte Bedingungen für die Wahrnehmung des eigenen Körpers herrschen.

 

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Besuch aus Kanada: v.l.n.r. Michael Jenkin, Laurence Harris, Rainer Herpers und Nils Bury.

Das Forscherteam (siehe Foto) traf sich in der vergangenen Woche an der H-BRS, um das weitere Vorgehen zu planen. Noch in diesem Jahr soll die Versuchsanordnung auf die Reise ins Weltall gehen. Die Astronauten der ISS-Raumstation werden insgesamt drei Szenarien auf einer Virtual Reality-Brille sehen. Dabei sollen sie

  • die Größe eines Objekts abschätzen,
  • eine Zielposition innerhalb der simulierten Umgebung angeben
  • zwischen Neigungswinkel und visueller Beschleunigung unterscheiden.

Die sieben Versuchsteilnehmer absolvieren die Tests vor, während und nach ihrer Mission, so dass die Forscher anschließend die Effekte der Schwerelosigkeit isoliert betrachten können.

Die Versuchsergebnisse des Projekts "Vection" sollen dabei helfen, sichere Methoden der Fortbewegung für die Astronauten selbst innerhalb der Raumstation zu entwickeln. Darüber hinaus können die Erkenntnisse bei Landungen kleinerer Raumschiffe im All Anwendung finden.