"MetPVNet"-Konsortialtreffen in der H-BRS

Donnerstag, 20. Dezember 2018
Wie stark beeinflussen wetterbedingte Schwankungen die Stromerzeugung in Photovoltaikanlagen? Das Projekt "MetPVNet" soll Antworten auf diese Frage liefern. Am 6. und 7. Dezember fand das Konsortialtreffen des Projekts an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg statt. Ziel des Treffens war die Verwertung der Messkampagne, die im Herbst 2018 im Großraum Kempten durchgeführt wurde.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Das Projektkonsortium steht unter der Leitung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. (Foto: Eva Tritschler)

Disziplinübergreifendes Forschungsprojekt in sechs Arbeitspaketen

Bei der im September durchgeführten Messkampagne des Verbundprojekts "MetPVNet" untersuchten Wissenschaftler die Auswirkungen von Wolken auf die Sonneneinstrahlung und die Stromproduktion von Photovoltaikanlagen im Allgäu. Wie können die Messwerte bestmöglich genutzt werden? Am 6. und 7. Dezember trafen sich die Kooperationspartner in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, um die weitere Vorgehensweise und die Nutzung der erhobenen Daten zu besprechen.

Dabei stellte zunächst jedes der fünf Teams den aktuellen Stand seines individuellen Arbeitspakets vor. Anschließend klärten die Wissenschaftler, inwiefern Messdaten für einzelne Arbeitspakete relevant sind. Nach Prüfung von Verfügbarkeit sowie Datenqualität, wurden noch themenspezifische Schnittstellen zwischen den Arbeitspaketen ausfindig gemacht.

Stromproduktion und Verteilnetzbetrieb durch genauere Bewölkungsvorhersagen und Reanalysen optimieren

In dem Forschungsprojekt arbeiten Experten aus der Atmosphärenforschung und den Themenfeldern Erneuerbare Energien und Energiesystemtechnik zusammen. Mit der aktuellen Messkampagne im Allgäu wollen die Projektpartner die Basis schaffen, um zwei wichtige Prozesse besser zu modellieren: die natürliche Einstrahlung des Sonnenlichts in Abhängigkeit der Wettersituation, insbesondere der atmosphärischen Aerosolbelastung und der Bewölkung, sowie deren Auswirkung auf  die solare Stromerzeugung  und auf die Stromverteilnetze.

Ziel ist die Entwicklung von neuen, sehr präzisen energiemeteorologischen Methoden und Computermodellen, die einerseits eine bessere Vorhersage der Einspeisung aus Photovoltaikanlagen in die Stromverteilnetze erlauben, und andererseits aus der Einspeisung der Photovoltaikanlagen Rückschlüsse auf die atmosphärischen Aerosolbelastung und Bewölkung zulassen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das Projekt mit rund zwei Millionen Euro.

Die Kooperationspartner

  • Internationales Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Projektleitung)
  • Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung (HerZ)
  • und Meteorologisches Institut München (MIM) der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg
  • Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE
  • Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
  • Leibniz Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
  • Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR)
  • egrid applications & consulting GmbH (egrid) aus dem Unternehmensverbund Allgäuer Überlandwerk GmbH

Assoziierter Partner:

  • BonnNetz GmbH