Fluch und Segen des Materialmix

Montag, 12. Oktober 2020
Zum 1. Oktober 2020 wurde Johannes Steinhaus auf die Professur für Materialwissenschaften, insbesondere hybride Werkstoffsysteme und Schadenanalyse am Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften berufen. Er wird dort in den Bachelorstudiengängen Chemie mit Materialwissenschaften und Naturwissenschaftliche Forensik sowie im Master Materials Science and Sustainability Methods unterrichten.
Johannes Steinhaus erhält von Präsident Ihne die Urkunde zur Professur
Präsident Hartmut Ihne (rechts) übergibt Johannes Steinhaus die Urkunde zur Professur. Foto: Dominik Pieper

Zu Steinhaus Fachgebieten zählen Schadenanalyse, Verbundwerkstoffe, Biomedizinische Materialien, Additive Fertigungstechnologien sowie Kunststoffrecycling. Er bleibt weiterhin Geschäftsführer des Instituts für Technik, Ressourcenschonung und Energieeffizienz (TREE).

Nach seinem Studium der Werkstofftechnik an der H-BRS arbeitete Steinhaus zunächst als Kunststoffingenieur in der Industrie. Zurück an der Hochschule baute er 2008 zusammen mit Kolleginnen und Kollegen die Kompetenzplattform „Polymere Materialien“ auf. Während dieser Zeit promovierte er in Kooperation mit der Tomas Bata University in Zlín (CZ) an lichthärtenden Dentalkompositmaterialien. Er war zudem an der Einführung und Weiterentwicklung des Masterstudiengangs „Materials Science and Sustainability Methods“ beteiligt.

Am Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften der Hochschule möchte Steinhaus die Fachrichtung hybride Werkstoffsysteme und Schadenanalyse einführen und am Campus Rheinbach etablieren. Den Materialmix der heutigen Produktentwicklung sieht Steinhaus zwiespältig: Durch die geschickte Kombination und Verarbeitung von Materialien seien einerseits beeindruckende Produkteigenschaften zu erzielen. Doch stelle andererseits die zunehmende Komplexität in Entwicklung und Anwendung hohe Anforderungen sowohl bei der Konstruktion als auch beim späteren Recycling. Aktuell arbeitet Steinhaus mit seiner Arbeitsgruppe an einer geschickten Kombination verschiedener Analysemethoden zur effizienten Bewertung von Schadensursachen. Die Ergebnisse schlagen sich auch in seiner Lehre nieder.

Dafür setzt Johannes Steinhaus unter anderem auf den Einsatz moderner, digitaler Lehrformate und auf eine enge Verknüpfung der Lehrinhalte mit Anwendungsbeispielen aus der Industrie. Von seinem nationalen und internationalen Netzwerk mit Industriekunden und Forschungspartnern an renommierten Universitäten können nun der Fachbereich sowie Studierenden und Doktoranden weiterhin profitieren.

Sein Berufsziel Professor konnte Steinhaus durch die Teilnahme am NRW-Qualifizierungsprogramm Karrierewege FH-Professur realisieren, das er von Oktober 2017 bis September 2020 absolvierte: je zur Hälfte als Materialspezialist in der Industrie und als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Hochschule.