Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Ausstellung „ZOOM! Mikroskopische Aufnahmen zwischen Naturwissenschaft und Kunst“
Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bietet rund 40 Studiengänge an. Künstlerische Fächer sind nicht darunter. Und doch fördern Studium und Forschung manchmal Ergebnisse zutage, die sich durch eine besondere Ästhetik auszeichnen. In der Ausstellung am Campus Rheinbach ermöglichen 23 Exponate faszinierende Einblicke in die mikroskopische Welt der Natur und der Werkstoffe. Mal erinnert ein Bild an ein sonnendurchflutetes Kirchenfenster, mal scheinen sich endlose Räume aufzutun. Wer sich auf die Werke einlässt, findet zahlreiche Assoziationen. Tatsächlich verbergen sich hinter den Aufnahmen konkrete Motive aus der Umwelt. Was man hier sieht, sind ein Fliegenauge, die Kristallstruktur des Kabelaufrollers eines Staubsaugers oder die Struktur von Seide – jeweils in extremer Vergrößerung, eingefangen von Forschenden und Studierenden aus den Materialwissenschaften, der Biologie und der Forensik.
Die Idee zu der Ausstellung hatten der Vizepräsident Forschung und Transfer, Professor Johannes Steinhaus, und der emeritierte Chemie-Professor Gerd Knupp. „Die Wissenschaft kann den Blick auf die uns umgebenden Dinge verändern und spannende neue Einblicke in mikro- und nanoskopische Welten geben“, erläuterte Steinhaus bei der Eröffnung der Ausstellung. Mit der Ausstellung ließen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sozusagen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen, und die Bilder hätten dabei noch künstlerische Qualität. „Es ist faszinierend, auf einmal Dinge in der Natur und bei Materialien zu erkennen, die einem ohne Mikroskop völlig verborgen bleiben“, sagte er. Wissenschaft schafft Transparenz und macht komplexe Zusammenhänge sichtbar.
Teil von "Kunst findet Stadt!" in Rheinbach
Die Ausstellung ist Teil des Projektes „Kunst findet Stadt!“ in der Stadt Rheinbach, das unter dem Leitgedanken Demokratie steht. „Demokratie lebt von Offenheit und Austausch“, sagte Hochschulpräsidentin Marion Halfmann. Diese Veranstaltung passe sowohl hervorragend in die Bibliothek, die ein Ort des Entdeckens und Staunens sei, als auch zum Thema Gesellschaft und Demokratie, sagte sie.
Denn wissenschaftliche Erkenntnis spielt eine wichtige Rolle für die Gesellschaft, wie der Dekan des Fachbereiches Angewandte Naturwissenschaften, Professor Richard Jäger, in einem Impulsvortrag zeigte. Dafür wählte er ein lokales Beispiel: den Rheinbacher Hexenturm, der für Irrationalität und den Glauben an übernatürliche Ursachen wie Magie oder Hexerei stehe und ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte darstelle. „Heute befindet sich daneben eine Grundschule – was eine gewisse Ironie birgt“, sagte Jäger. Zur Zeit der Hexenprozesse am Übergang zur Neuzeit seien die meisten Naturgesetze noch gar nicht entdeckt und das Wissen im Gegensatz zu heute sehr unvollständig gewesen. Doch etwas anderes sei genauso entscheidet gewesen: „Bildung war zu jener Zeit keineswegs Allgemeingut“, so der Dekan. Die Vermittlung der Naturwissenschaften sei nicht minder wichtig als die naturwissenschaftliche Forschung selbst. Beide seien eng mit dem technologischen Fortschritt und der Rationalität verknüpft, die heutzutage unseren Wohlstand und unsere Gesellschaft tragen.
Auch heute irrationalen Tendenzen entgegenwirken
Auch heute gelte es noch, irrationalen Tendenzen entgegenzuwirken. „Die Vermittlung naturwissenschaftlicher Grundlagen und Methoden ist eine Daueraufgabe und stellt eine überaus wichtige gesellschaftliche Leistung der Schulen und auch der Hochschulen dar, durch die aufgeklärte Rationalität in unserem Miteinander verankert wird“, sagte Jäger. Dazu leiste die Ausstellung „ZOOM! Mikroskopische Aufnahmen zwischen Naturwissenschaft und Kunst“ einen Beitrag. „Die Mikroskopie ist eine Technik, mit der auch Ungeübte leicht in den Bereich des Verborgenen vordringen und so ersten Zugang zu den Grundlagen unserer Wirklichkeit gewinnen können“, betonte er auch mit Blick auf einfache Geräte, die auch für Kinder und Jugendliche geeignet sind.
Die Aufnahmen der Ausstellung stammen aus Hochleistungsmikroskopen und bieten nicht nur einen Einblick in die Naturwissenschaften, sondern sind auch ästhetisch. Was es mit den Motiven auf sich hat, wird im Einzelnen erklärt. So können im Rasterelektronenmikroskop beispielsweise die Hamuli, sichelförmige Häkchen an der Flügelkante einer Hummel, sichtbar gemacht werden. Sie dienen der Koppelung der vorderen und hinteren Flügelpaare und sind essenziell für die Flugfähigkeit der Hummel. Neben den sehr plastischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus Rasterelektronenmikroskopen werden farbige Aufnahmen aus Lichtmikroskopen präsentiert.
Die Ausstellung "Zoom"
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Vizepräsident Forschung und Transfer, Professor für Materialwissenschaften
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