Fachbereich Informatik
30 Jahre Fachbereich Informatik - Jubiläumsfeier im Zeichen der Künstlichen Intelligenz
Am 12. Juni 2026 feierte der Fachbereich Informatik der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) sein 30-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „KI – quo vadis?“ kamen Alumni, Studierende, Mitarbeitende sowie zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um auf drei Jahrzehnte Informatik an der H-BRS zurückzublicken und gleichzeitig den Blick in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz zu richten.
Den Auftakt bildete ein Alumni-Frühstück in der Studierendenwerkstatt. Rund 40 ehemalige Studierende nutzten die Gelegenheit zum Wiedersehen und zum Austausch untereinander sowie mit ihren früheren Professorinnen und Professoren. Begrüßt wurden die Alumni von Dekan Prof. Dr. Sascha Alda, Barbara Wieners-Horst, Alumni-Beauftragte der Hochschule, sowie Prof. Dr. Alexandra Kees, Alumni-Beauftragte des Fachbereichs.
Im Anschluss eröffneten Prof. Dr. Alexandra Kees und Dekan Prof. Dr. Sascha Alda die Vortragsreihe im Hörsaal 7. Kees führte dabei in das Thema des Tages ein und erläuterte den Gartner Hype Cycle, der 1995 von der Gartner-Analystin Jackie Fenn entwickelt wurde. Das Modell beschreibt die typischen Phasen, die neue Technologien von der ersten Aufmerksamkeit über überzogene Erwartungen bis hin zur produktiven Anwendung durchlaufen. Vor diesem Hintergrund wurde in 3 Vorträgen die Frage beleuchtet, wo die Künstliche Intelligenz heute steht und wie sich ihr Einsatz künftig entwickeln wird.
Den ersten Vortrag hielt Susanne Arnoldy von PwC unter dem Titel „Beyond the Hype: Agentische Systeme als nächste Stufe im Hype Cycle neuer Technologien“. Sie erläuterte den Übergang von reaktiver KI hin zu sogenannten Agentic Systems, die zunehmend autonom und ergebnisorientiert Geschäftsprozesse koordinieren und steuern können. Arnoldy betonte, dass es für deutsche Unternehmen längst nicht mehr darum gehe, die Entwicklung der KI aufzuhalten. Die entscheidende Frage sei vielmehr, ob Unternehmen bei der Umsetzung und dem sinnvollen Einsatz der Technologie bereits weit genug fortgeschritten sind, um ihre Potenziale erfolgreich zu nutzen.
Anschließend sprach Prof. Dr. Jörn Hees über „Informatik im KI-Hype: Was war, ist, wird und bleibt?“. Hees, selbst Alumnus des Fachbereichs Informatik, beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit Künstlicher Intelligenz und Machine Learning. Schon in seiner Promotion setzte er sich mit Assoziationsverfahren und maschinellem Lernen auseinander. In seinem Vortrag ordnete er aktuelle Entwicklungen historisch ein und zeigte auf, welche grundlegenden Konzepte der Informatik trotz aller technologischen Veränderungen weiterhin Bestand haben werden.
Den Abschluss der Vortragsreihe gestaltete Patrick Schidler, ebfalls Alumnus des Fachbereichs und heute bei Microsoft Barcelona tätig, mit seinem Beitrag „Der beschleunigte Hype Cycle: Dual-Constraint-Modell und Messgrößen für die GenAI-Adoption in Softwareunternehmen“. Schidler betonte, wie relevant die im Studium erworbenen Grundlagen bis heute für seine berufliche Laufbahn sind. Mit Blick auf die Einführung generativer KI in Unternehmen hob er hervor, dass neben technologischen Fragestellungen insbesondere der Aufbau von Vertrauen in KI-Systeme entscheidend sei. Unternehmen müssten den Wandel aktiv begleiten und gezieltes Change Management betreiben, um Mitarbeitende für die neuen Technologien zu gewinnen und deren Potenziale erfolgreich auszuschöpfen.
Parallel zum Jubiläumsprogramm lud der Fachbereich Oberstufenschülerinnen und -schüler zur Schüler-Uni ein. In drei Vorträgen erhielten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Themen der Informatik. Prof. Dr. Marie Bergmann zeigte, wie Digitalisierung zur Nachhaltigkeit beitragen kann. Prof. Dr. Michael Rademacher erklärte anhand eines SMS-Blasters, wie kleine Sicherheitslücken in digitalen Systemen große Auswirkungen haben können. Um Künstliche Intelligenz und Datenschutz ging es im Vortrag von Prof. Dr. Stefan Schiffner. Unter dem Titel „ELIZA und ich – Privatsphäre in KI“ spannte er den Bogen von ELIZA, einem der ersten Chatbots aus den 1960er-Jahren, bis zu heutigen KI-Systemen und verdeutlichte, warum der Schutz persönlicher Daten dabei eine immer wichtigere Rolle spielt.
Durch den Festakt am Nachmittag im Audimax. mit 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschule, Wirtschaft und Alumni-Netzwerk führte Thorsten Bonne mit einer ebenso souveränen wie humorvollen Moderation. Zu Beginn berichtete er augenzwinkernd, eine KI nach der korrekten Reihenfolge der Begrüßungen gefragt zu haben. Deren Antwort: Nicht die Hierarchie, sondern die Bedeutung für die Hochschule zähle – weshalb Bonne die Studierenden bewusst in den Mittelpunkt seiner Begrüßung stellte. Dekan Prof. Dr. Sascha Alda nahm die Gäste anschließend mit auf eine unterhaltsame Zeitreise durch 30 Jahre Fachbereichsgeschichte. Seit der ersten Vorlesung am 30. September 1996 mit gerade einmal 13 Studierenden und drei Professoren habe sich der Fachbereich kontinuierlich weiterentwickelt und zähle heute mit einem dichten Netzwerk von Partnern und seiner ausgewiesenen Forschungsstärke zu den prägenden Bereichen der Hochschule.
Hochschulpräsidentin Marion Halfmann begrüßte neben den zahlreichen Gästen aus Hochschule, Wirtschaft und Alumni-Netzwerk auch die internationalen Partnerinnen und Partner des Fachbereichs, darunter Delegationen der Partnerhochschulen aus Fredericton in Kanada sowie der German Jordanian University (GJU) in Jordanien. In den Redebeiträgen wurde deutlich, dass der Fachbereich Informatik die Ziele einer transformativen Hochschule in besonderer Weise lebt: innovativ, international vernetzt und offen für neue Wege. Dass der Fachbereich mit seiner eigenen Kultur und seinen manchmal ungewöhnlichen Lösungsansätzen gelegentlich Vergleiche mit einem „kleinen gallischen Dorf“ oder sogar mit „Windows Vista“ provoziere, wurde dabei mit einem Augenzwinkern aufgenommen.
Bürgermeister und H-BRS-Professor Dr. Max Leittersdorf sprach in doppelter Funktion. Er betonte die große Bedeutung der Hochschule für die regionale Entwicklung und die Fachkräftesicherung. Gleichzeitig berichtete er, dass er die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg einst bewusst aus mehreren Angeboten als seinen Wunsch-Arbeitgeber ausgewählt habe. Den Abschluss der Redebeiträge bildete die studentische Perspektive: Sabine Scheurer, Vorsitzende der Fachschaft Informatik, brachte die Sicht der Studierenden ein und unterstrich die besondere Gemeinschaft und Identität des Fachbereichs.
Es folgten die Antrittsvorlesungen der beiden neu berufenen Professoren Andreas Hackelöer und Javad Ghofrani, die die Auswirkungen von KI in ihren Fachgebieten Software Engineering und Robotik betrachteten. Im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten die beiden Professoren gemeinsam mit Susanne Arnoldy (PwC) und Hochschulpräsidentin Marion Halfmann über die Zukunft von Künstlicher Intelligenz, die Anforderungen an die Hochschullehre sowie die Kompetenzen, die Absolventinnen und Absolventen künftig benötigen werden. Mit der Leitfrage KI-Utopie oder Dystopie fand die Gruppe trotz der Unsicherheit, die eine derart rasante Technologie mit sich bringt, eine überwiegend positive Sicht in die Zukunft, in der KI in vielen Prozessen Einzug hält, das kritische Verstehen und Einordnen durch den Menschen aber nicht ersetzen wird.
Beim anschließenden Come Together hatten die Gäste Gelegenheit, Gespräche zu vertiefen und die Informatiklabore bei geführten Rundgängen kennenzulernen. Den festlichen Ausklang bildete das Sommerfest in der Mensa, das bis in die Abendstunden Raum für Begegnungen, Erinnerungen und neue Kontakte bot. Den gelungenen Abschluss des Abends bildete die Band Night Angel, die mit ihrer Musik für ausgelassene Stimmung sorgte.
Der Fachbereich dankt ganz besonders der Firma Cronn, die durch ihr Sponsoring diese Veranstaltung unterstützt hat.
Festakt
Come Together, Alumni, Labore
Sommerfest
Contact
Sascha Alda
Dekan des Fachbereichs , Professor für Software-Architektur, Direktor b-it
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Sankt Augustin
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