H-BRS ermittelt ihr CO2-Einsparpotenzial

Mittwoch, 3. November 2021
ID: 
010/03/11-2021
Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) ist auf dem Weg zur CO2-neutralen Energieversorgung schon weit gekommen: Ihren Strombedarf deckt sie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, eigene Photovoltaikanlagen entlasten die CO2-Bilanz zusätzlich. Studierende haben in einem Projekt untersucht, wie groß das Potenzial für weitere Einsparungen ist – und damit eine Grundlage geliefert für weitere Planungen.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Die H-BRS bezieht ihren gesamten Strom aus erneuerbaren Energien. Foto: H-BRS

Im Sommersemester 2020 startete das Projekt „Klimaneutrale Energieversorgung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg“, in dem Studierende des Studiengangs Nachhaltige Ingenieurwissenschaft den Energieverbrauch der Hochschule am Standort Sankt Augustin ausgewertet und Wege zur CO2-Neutralität aufgezeigt haben. Jetzt prüft die Hochschule, mit welchen Maßnahmen sie diesem Ziel näherkommt.

Die H-BRS bezieht ihren gesamten Strom aus erneuerbaren Energien und somit zu 100 Prozent CO2-neutral. Hierdurch werden jährlich etwa 1.150 Tonnen CO2 eingespart, im Vergleich zum Bezug von konventionellem Strom aus dem deutschen Stromnetz.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Studierende haben in einem Projekt untersucht, wie groß das Potenzial für weitere CO2-Einsparungen ist. Foto: H-BRS

Verbesserungspotenzial gibt es dagegen bei der Wärmeversorgung. Die Hochschule wird zu einem kleinen Teil mit Nahwärme aus einem umweltfreundlichen Blockheizkraftwerk versorgt. Hierdurch entstehen CO2-Emissionen von etwa 75 Tonnen jährlich. Den weitaus größeren Anteil macht aber die Wärmeversorgung über die Gaszentralheizung der Hochschule aus. Durch den Gasverbrauch werden jährlich etwa 550 Tonnen CO2 freigesetzt.

„Aktuell liegen die Lieferverträge für die Gasversorgung fest“, erläutert Projektleiter Professor Dieter Franke. „Es ist aber im Gespräch, auf CO2-freies, zertifiziertes Gas umzusteigen und hierdurch auch bei der Wärmeversorgung CO2-neutral zu werden. Die Angebotssituation bei CO2-neutralem Gas ist aber deutlich schwieriger als bei CO2-neutralem Strom, und auch die Kosten können deutlich steigen. Auch der Umstieg von einer Gasheizung auf umweltfreundlichere Technologien wird für die Zukunft diskutiert.“

Das Bild zeigt die H-BRS Sankt Augustin aus der Luft mit eingezeichneten Flächen für die mögliche Installation von Photovoltaikanlagen
Mögliche Flächen für Photovoltaikanlagen. Foto: Eva Tritschler/Schraffuren: Dieter Franke

Im Projekt wurde auch das Potenzial der Hochschule untersucht, einen eigenen, aktiven Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen durch den Einsatz von erneuerbaren Energien vor Ort zu leisten. Die Hochschule besitzt schon eine kleine solarthermische Anlage für die Mensa. Ebenso gibt es zwei kleine Photovoltaikanlagen, die zusammen eine jährliche Strommenge von etwa 40.000 Kilowattstunden liefern. Dies entspricht in etwa dem Stromverbrauch von zehn Vierpersonenhaushalten und spart 16 Tonnen CO2 im Vergleich zum Bezug von Strom aus dem Strommix. Das Potenzial der Hochschule ist aber hiermit bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Die Studierenden haben im Projekt für alle Dächer der Hochschule und auch für die Parkplätze Photovoltaikanlagen im Detail geplant. Würde dieses Potenzial ausgeschöpft, könnten am Standort der Hochschule in Sankt Augustin Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.476 Kilowatt aufgebaut werden, die einen Jahresertrag von 1.275.000 Kilowattstunden elektrischer Energie CO2-neutral liefern könnten. Würde diese Strommenge ins öffentliche Netz eingespeist, könnten 320 Vierpersonenhaushalte mit Strom versorgt werden und 520 Tonnen CO2 gegenüber dem aktuellen Strommix eingespart werden. Natürlich könnte die Hochschule den selbst produzierten Strom auch selbst verbrauchen und hiermit in der Jahresbilanz etwa 45 Prozent des eigenen Stromverbrauches decken.

„Die konkrete Umsetzung dieser Planungen ist nun der nächste Arbeitsschritt im Projekt“, so Franke. „Aktuell sollen die Dächer der Gebäude B und C zur Installation von Photovoltaikanlagen geprüft werden. Allein hier könnten Photovoltaikanlagen jährlich 540.000 Kilowattstunden CO2-neutralen Strom produzieren und 220 Tonnen CO2 gegenüber dem Strommix einsparen.“