Projekt OIHplus: eine Revolution der Datenintegration

Mittwoch, 17. Juni 2020
ID: 
079/01/06-2020
Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist mit dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Konsortialpartner im Projekt Open Integration Hub Plus (OIHplus). Die Projektpartner um den Branchenverband Cloud Ecosystem – der Cloudanbieter Basaas GmbH sowie das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) – streben an, kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) eine offene Plattform zur Verfügung zu stellen, die ihnen eine einfache Synchronisierung ihrer Daten zwischen beliebigen Softwareanwendungen sowie eine intelligente Analyse zentral verfügbarer Daten ermöglicht. Projektstart war im Mai 2020. Der Drittmittelanteil für die H-BRS beträgt knapp 320.000 Euro.

Der Open Integration Hub ist ein herstellerneutrales sogenanntes Open-Source-Framework, also ein Programmiergerüst oder Ordnungsrahmen. Er umfasst die Technologie für eine zentrale und anwendungsübergreifende Datenintegration, Standard-Datenmodelle und Regelwerke. Zur Anbindung von Geschäftsanwendungen wurden Konnektoren zu „Software as a Service“ (SaaS)-Lösungen verschiedener Anwendungsbereiche bereitgestellt. Der Ansatz für ein intelligentes und systemübergreifendes Prozessmanagement stammt aus dem Umfeld des Vereins Cloud Ecosystem. Er gilt als der führende Branchenverband für kleine und mittelständische Cloudanbieter.

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beschäftigt sich in dem Projekt mit Anforderungsanalysen der Nutzer an Services, die Daten innerhalb des OIH-Frameworks für Data-Analytics- sowie Machine-Learning-Anwendungen verfügbar machen können. Sie können diese Daten auch einem digitalen Assistenten geben, der automatisierte und intelligente Empfehlungen zur Workflowoptimierung und -automatisierung gibt. In diesem Zusammenhang unterstützt die H-BRS die Entwicklung intelligenter Analysemethoden und des intelligenten Assistenten.

Die Projektleitung an der H-BRS liegt bei Prof. Dr. Andreas Gadatsch und bei Thomas Neifer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Data Innovation Lab der Hochschule. Gadatsch beschreibt das OIH-Framework als eine „offene und anbieterunabhängige Lösung für KMUs, die eine intelligente Datenintegration, -analyse und Prozessoptimierung ermöglicht. Dadurch werden KMUs beim Umgang mit den Herausforderungen der Digitalisierung unterstützt, und es erfolgt eine Demokratisierung von Kompetenzen, die zumeist lediglich den großen Unternehmen vorbehalten sind.“ Neifer ergänzt: „Der im Projekt zu entwickelnde digitale Assistent stellt ein absolutes Novum dar. Systeme zur Unterstützung von Entscheidungen durchdringen heutzutage bereits viele unserer Lebensbereiche. Aus Forschungssicht ist dies somit ein drängendes Thema und die Betrachtung von Anforderungen an Empfehlungssysteme ist daher nicht nur im Unternehmenskontext, sondern auch auf Verbraucherebene von zentraler Bedeutung.“

Strategisches Projekt

OIHplus unterstützt die im Förderrahmen „Entwicklung digitaler Technologien 2019 bis 2022“ vom 2. Januar 2020 formulierten Ziele des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die die Entwicklung und Erprobung innovativer digitaler Anwendungen zur Optimierung, Effizienzsteigerung und Neugestaltung relevanter Wertschöpfungsprozesse und damit verbundene Vorteile für die Wirtschaft, insbesondere für KMU, vorsehen. Aus diesem Grund finanziert das BMWi den Open Integration Hub Plus als „Strategisches Einzelprojekt“.