Rosenow-Williams: Professur für Soziale Nachhaltigkeit

Montag, 27. September 2021
ID: 
102/06/09-2021
Zum 1. Oktober 2021 übernimmt Dr. Kerstin Rosenow-Williams die Professur „Soziale Nachhaltigkeit“ an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) am Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung. Als habilitierte Soziologin wird sie sowohl die Bachelor-Studierenden im Studiengang „Nachhaltige Sozialpolitik“ als auch die Master-Studierenden im Studiengang „Analysis and Design of Social Protection Systems“ in aktuellen sozialpolitisch relevanten Fragen unterrichten.
Hochschulpräsident Hartmut Ihne mit der neuberufenen Professorin Kerstin Rosenow-Williams. Foto: Eva Tritschler
Dr. Kerstin Rosenow-Williams: Gerade von Hochschulpräsident Hartmut Ihne als Professorin für Soziale Nachhaltigkeit berufen. Foto: Eva Tritschler

Dabei greift sie auf langjährige Forschungserfahrungen im internationalen Kontext in den Themenfeldern Migration, Klimawandelanpassung, und humanitäre Hilfe zurück. Sie ist Expertin für gesellschaftlichen Wandel und erforscht die Reaktionen kollektiver Akteure: von den Auswirkungen von „9/11“ auf islamische Dachverbände, über die Anpassung an den Klimawandel in internationalen Organisationen, der kommunalen Unterbringung geflüchteter Menschen in Deutschland bis hin zur Umsetzung der Rechte von Kindern weltweit.

Zuletzt war sie fünf Jahre bei UNICEF Deutschland beschäftigt und als Forschungsreferentin für die Erstellung von Studien zu kinderrechtlichen Themen verantwortlich. Ihre Erfahrungen aus der Praxis und der Wissenschaft wird sie in ihre Seminare und Vorlesungen einbringen. „Ich freue mich, in zwei hoch aktuellen Studiengängen lehren zu dürfen, in denen das Thema soziale Nachhaltigkeit mit den Themen Generationengerechtigkeit und Globalisierung verknüpft wird. Studierende zu ermutigen, als ‚change agents‘ in der Gesellschaft tätig zu werden, ist eine tolle Chance, und ich möchte ihnen dafür einen soziologischen Werkzeugkasten an die Hand geben“.

Die H-BRS ist zum Thema Nachhaltigkeit bereits sehr umfassend, interdisziplinär und fortschrittlich aufgestellt. Professorin Rosenow-Williams freut sich darauf, ihre soziologische Perspektive in diesen dynamischen Kontext einzubringen und drängende Fragen der Verbindung von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit zu adressieren.

Als erstes wird sie die Klimaverhandlungen in Glasgow mit ihren Studierenden verfolgen. Den Klimawandel hat sie für ihre erste Vorlesungsreihe im Schwerpunkt Gesellschaft gewählt, da laut aktuellem UNICEF-Report bereits heute fast jedes der über zwei Milliarden Kinder weltweit von mindestens einer klima- und umweltbedingten Gefahr bedroht ist. Etwa eine Milliarde Kinder leben in einem der 33 Länder, die aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels als „extrem stark gefährdet“ gelten. „Das Thema Klimawandelanpassung beschäftigt mich seit meiner Zeit als Postdoktorandin, als ich humanitäre Organisationen in ihrer Arbeit vor Ort wissenschaftlich begleiten durfte. Ich freue mich jetzt auf die Diskussion mit den Studierenden zu Problemen und Lösungsansätze aus ihrer Perspektive.“

Zur Person:

Prof. Dr. Kerstin Rosenow-Williams, Jahrgang 1982, studierte Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Universität Bielefeld und der Humboldt State University in Arcata, Kalifornien/USA. Sie wurde 2011 zum Thema Organizing Muslims and Integrating Islam. New Developments in the 21st Century an der Ruhr-Universität Bochum promoviert und gewann für ihre Dissertation den 2. Platz des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung.

Von 2011 bis 2016 war sie Postdoktorandin am Institut für Friedenssicherungsrecht und humanitäres Völkerrecht. Im Anschluss wechselte sie zu UNICEF Deutschland und war zuletzt als Kinderrechtespezialistin für Forschung und Monitoring in der Abteilung Advocacy und Politik tätig. Parallel leitete sie ein von der Gerda-Henkel-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt. Ihre Habilitation schloss sie im Januar 2017 an der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum ab zum Thema Migration and Climate Change as 21st Century Challenges. Social Science and Organizational Sociology Perspectives. Über 60 Fachpublikationen belegen ihre wissenschaftliche Expertise.