🎓Städtische Gesundheitsökologie und Biodiversität an der Schnittstelle zwischen Tier und menschlicher Gesundheit: Dynamik von Zoonosen in städtischen und stadtnahen Gebieten

Promotionsprojekt im Überblick

MARIA LUISA ESPINEL RAMOS beschäftigt sich in ihrer Promotion mit der Übertragung von Infektionskrankheiten von Tieren auf den Menschen. Diese wird durch natürliche Evolutionsprozesse von Erregern begünstigt, die sich an vom Menschen veränderte Umweltbedingungen wie Landnutzung, intensive Tierhaltung, Klimawandel und Biodiversitätsverlust anpassen. Besonders in städtischen Räumen treffen hohe Dichten von Menschen und Tieren mit häufigen Interaktionen aufeinander, wodurch das Risiko von Spillover-Ereignissen steigt. Art und Häufigkeit dieser Kontakte sowie menschliches Verhalten, geprägt durch soziale und ökonomische Faktoren, bestimmen maßgeblich die Exposition. Da diese komplexen Zusammenhänge noch nicht vollständig verstanden sind, erfordert die Vorhersage und Prävention neu auftretender Zoonosen einen integrativen „One-Health“-Ansatz, der Umwelt-, Tier- und Gesundheitsaspekte gemeinsam betrachtet.

Betreuende Professorin oder Professor

Projektbeschreibung

Die Übertragung von Infektionskrankheiten von Tieren auf den Menschen ist das Ergebnis natürlicher Evolutionsprozesse und Anpassungsmechanismen von Krankheitserregern, Vektoren und Wirten an neue, durch menschliche Aktivitäten geschaffene Lebensraumbedingungen, wie zum Beispiel veränderte Flächennutzung, Viehzucht, missbräuchliche Verwendung von antimikrobiellen Medikamenten und Einführung exotischer Arten. In städtischen Lebensräumen stören Faktoren wie der Verlust der biologischen Vielfalt und der Klimawandel die Ökologie von Krankheitserregern und lösen Mechanismen für die Anpassung von Krankheitserregern und ihre potenzielle Übertragung auf den Menschen aus.

Städtische Gebiete umfassen viele ökologische und soziale Elemente, in denen dichte Tier- und Menschenpopulationen mit engen und häufigen Interaktionen zusammentreffen. Folglich hängt die Exposition gegenüber Spillover-Erregern vom Ort und der Häufigkeit dieser Interaktionen sowie vom menschlichen Verhalten ab, das durch sozioökonomische Faktoren, soziale Normen und die Dynamik der Gemeinschaft bestimmt wird. Diese komplexe Dynamik an der Schnittstelle Umwelt-Tier-Mensch und die Prozesse der Infektionskrankheiten sind noch nicht vollständig verstanden. Daher muss die Vorhersage und Prävention neu auftretender Zoonosen in der Forschung durch die Analyse sozio-ökologischer Systeme in Kombination mit Gesundheits- und Umweltaspekten im Rahmen von "One Health" angegangen werden.