Untersuchung zu einem nachhaltigen und resilienten urbanen Ernährungssystem in der Stadt Köln

Bestandsaufnahme, Problemanalyse, Weiterentwicklung für die Verbraucherzentrale NRW, Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW
Von: 
01.06.2017
to
31.12.2017

Projektbeschreibung

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Mit der Unterzeichnung des Milan Urban Food Policy Pact (MUFPP) erkennt die Kommunalverwaltung der Stadt Köln, dass eine stärker aktiv ausgerichtete Ernährungspolitik notwendig ist. Ein solches Umdenken in Bezug auf das aktuelle globale Ernährungssystem scheint zeitgemäß und innovativ. Auf globaler Ebene zeigen sich ähnliche Beispiele, die schon erste Fortschritte erkennen lassen. Weltweit haben 133 Städte den Milan Urban Food Policy Pact unterzeichnet; nach der Unterzeichnung  sind in einigen diesen Städte Ernährungsräte oder ähnliche Multi-Stakeholder-Plattformen gegründet worden. Auch in Köln wurde im März 2016 ein Ernährungsrat gegründet. Der Ernährungsrat agiert sowohl als Forum für Ernährungsfragen als auch als Plattform für koordinierte Aktivitäten/Maßnahmen, auf der sich Konsumierende, Produzierende, lokale Wirtschaft und kommunale Verwaltung austauschen können. Der Ernährungsrat erarbeitet auf dieser Grundlage ein ernährungspolitisches Konzept für die Stadt Köln.

Die beteiligte Akteure, und hier insbesondere die Entscheidungsträger, wie z.B. Bürgermeister, benötigen anwendbares Wissen, um die aufkeimenden städtischen Initiativen gezielt zu fördern und zu konsolidieren. Dafür ist eine umfassende Analyse aller Beteiligten in Hinblick auf ihre Position und ihre Aufgaben zum Thema städtische Ernährung  notwendig, um die Relevanz dieser sozialen Innovationen in NRW und perspektivisch in ganz Deutschland abschätzen zu können.

Akteure städtischer Ernährungssysteme

Bislang ist vor allem im Bereich der kommunalen Verwaltung sowohl für die Kommune als auch für den Ernährungsrat nur wenig bekannt über die Akteure städtischer Ernährungssysteme und wie sie das Thema "Ernährung" in ihre Arbeitsagenda mit einfließen lassen. Ihr institutionelles Mandat und individuelle Prioritäten(-setzung) können den Erfolg oder Misserfolg entscheidend mitbestimmen. Es existiert nur eine recht rudimentäre Bestandsaufnahme interner Zuständigkeiten und Verknüpfungen. Insbesondere sind die Integration unterschiedlicher Akteure und Stakeholder in die urbane Ernährungsversorgung nur unzureichend untersucht. Das geplante Vorhaben wird hier eine Lücke schließen. Die Darstellung (Mapping) der Akteure, ihrer Rollen, ihrer Relevanz im städtischen Ernährungssystem der Stadt Köln - eine sogenannte Food Geography – und die Quantifizierung der Vorteile dieses Systems   liefert wissenschafts- und praxisrelevante Ergebnisse, die für die Verbraucherforschung, den Verbraucherschutz und verbraucherpolitisches Handeln gleichermaßen von Bedeutung sind. Es werden die Tätigkeiten/Aktivitäten aller identifizierten Stakeholder in Hinblick auf Übereinstimmungen und/oder Divergenzen mit den MUFPP-Zielen analysiert, um  Erkenntnisse zum Bekanntheitsgrad und zu möglichen Implementierungsansätzen/-maßnahmen des MUFPPs zu gewinnen. Außerdem werden die existierende Evidenzen (Fakten und Zahlen) analysiert und den Akteuren für eine verbesserte Justierung politischer Entscheidungen in Bezug auf städtische Ernährungssysteme zur Verfügung gestellt.

Projektleitung an der H-BRS

Dr. Darya Hirsch

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
E-Mail: 
darya.hirsch [at] h-brs.de

Sankt Augustin

Raum: 
F 436

Prof. Dr. Wiltrud Terlau

Gründungsdirektorin, Internationales Zentrum für Nachhaltige Entwicklung - IZNE
Professur für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
E-Mail: 
wiltrud.terlau [at] h-brs.de

Rheinbach

Raum: 
B 111

Sankt Augustin

Raum: 
Raum F 438

Kooperationspartner