Flüchtlingsinitiative an der H-BRS

Auch unsere Region ist neue Heimat für eine sehr große Zahl von Flüchtlingen geworden, von denen viele vermutlich auf lange Sicht bei uns bleiben werden. Auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich hieraus ergeben, hat die Hochschule die eigene, passende Antwort gefunden: Bildung anbieten!

So sind eine Reihe Projekte in der Vorbereitung bzw. schon angelaufen, bei denen die Kompetenzen und Netzwerke, die unter dem Dach der Hochschule ohnehin vorhanden sind, Flüchtlingen und Migranten zugutekommen.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Bewerberinnen und Bewerber für das Nachqualifizierungs-Angebot

Nachqualifizierung für ausländische Akademiker

Das BRS Institut für Internationale Studien, ein sog. An-Institut unserer Hochschule, hat am 1. Dezember einen BWL-Qualifizierungskurs mit 18 ausländischen Akademikern begonnen, die als Migranten oder Flüchtlinge in die Region gekommen sind.

Alle haben einen fachnahen Hochschulabschluss aus ihrem Herkunftsland in der Tasche – doch häufig fehlen ihnen  spezifisches Fachwissen und besondere Sprachkenntnisse für einen adäquaten Job in der deutschen Wirtschaft. In dem praxisnahen Fortbildungskurs „Betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Controlling“ können sie sich in den nächsten zehn Monaten an der Hochschule und in einem Praktikumsbetrieb fachlich und sprachlich fit machen für den deutschen Arbeitsmarkt. Der Kurs ist Teil des Projekts "Integration durch Qualifikation (IQ)", das von der Otto Beneke Stiftung, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Das Institut hatte Ende Oktober den Zuschlag für die Durchführung dieser Schulungs­maßnahme für zugewanderte arbeitslose Akademiker erhalten.

Aktuelle Projekte der Flüchtlings-Initiative H-BRS

Helfende Hände um Weltkarte
  • Deutschkenntnisse vermitteln: Das Sprachenzentrum wird sog. Sprachpaten weiterbilden. Sprachpaten sind Personen aus der Hochschule oder von extern, die Flüchtlingen ehrenamtlich Deutsch beibringen. Das Sprachenzentrum hilft ihnen mit didaktischen Tipps und Grundwissen für die Sprachvermittlung.
  • Fachveranstaltungen: In fast allen Fachbereichen wurden einzelne Veranstaltungen für fachlich vorgebildete Flüchtlinge geöffnet oder eingerichtet: z. B. Programmierkurse in der Informatik, ein ingenieurwissenschaftlicher Schnupperkurs, der naturwissenschaftliche Kurs „Developmental Biology“.
  • Wege ins Studium für Flüchtlinge: Das International Office koordiniert im Rahmen eines Programms, das der DAAD aus Mitteln der Landesregierung NRW (MIWF) finanziert, die sprachliche und und fachliche Integration von studierfähigen Flüchtlingen ins Studium. Dazu gehören vor allem Sprachkurse ab dem B2-Niveau und DSH-Vorbereitungskurse. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Erstberatung durch das International Office.

Die Angebote der Hochschule werden über die kommunalen Flüchtlingsinitiativen und -verantwortlichen bekanntgemacht. Für weitere Informationen zum Thema wenden Sie sich bitte an das International Office (Marina Kohl), das die Aktivitäten der Hochschule für studieninteressierte Flüchtlinge koordiniert. 

Ideen und Engagement an der Hochschule werden gebündelt in der "Flüchtlings-Initiative BRS" unter Leitung der beiden Vizepräsidenten Prof. Jürgen Bode und Prof. Iris Groß sowie der Diversity-Beauftragten Prof. Annette Menke.

(Bild: gemeinfrei von https://pixabay.com/de/gemeinschaft-freunde-globus-909149/)