ForWArd

FHprofUnt 2014: Forensische Analyse singulärer Genome mittels WGA

Projektbeschreibung

Die DNA-Analytik ist ein wichtiges und erfolgreiches Instrument bei der Aufklärung von Straftaten. Die enorme Empfindlichkeit der Nachweisverfahren führt allerdings zunehmend zum Problem der Kontamination der Spuren durch DNA Unbeteiligter. Resultierende Mischspuren können häufig nicht eindeutig einem Täter zugeordnet werden. Dieses Problem tritt auch bei Vergewaltigungsfällen auf, wo Spermien mehrer Beteiligter oder der Überschuß an DNA des Opfers zu Mischspuren führen können.

Zur Lösung dieses Problems sollen im Projekt ForWArd Spuren analysiert werden, die eo ipso ein individuelles Genom repräsentieren. Solche Spuren sind einzelne Spermien, einzelne Hautschuppen sowie einzelne telogene Haare (Tier oder Mensch). Diese sollen durch geeignete Techniken isoliert werden. Da solche Spuren im Extremfall lediglich den halben Chromosomensatz einer Zelle beinhalten, soll die enthaltene DNA zunächst unspezifisch mittels Ganzgenomamplifikation (whole genome amplification, WGA) vorvervielfältigt werden, um sie hernach der konventionellen forensischen DNA-Analytik zuzuführen. Hierdurch wollen wir die Empfindlichkeit forensischer DNA-Analysen weiter steigern und die Untersuchung von Spuren ermöglichen, die bislang als kritisch angesehen werden.

Im Projekt werden hierfür

  1. Techniken zur Identifikation und Isolation der einzelnen Spuren entwickelt, insbesondere von Einzelspermien unter Zuhilfenahme eines Mikrodissektionsmikroskops,
  2. DNA-Isolationsverfahren für den jeweiligen Spurentyp optimiert,
  3. WGA-Verfahren erprobt und optimiert, so dass sie zur nachfolgenden STR-Analyse einzelner Genome der genannten Spurentypen tauglich sind. 

Projektleitung an der H-BRS

Prof. Dr. Richard Jäger

Professor für Biologie, insbesondere forensische Biologie
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
E-Mail: 
richard.jaeger [at] h-brs.de

Geldgeber