Nicolas Echarti erfolgreich promoviert

Freitag, 10. Januar 2020
Dr. Nicolas Echarti schloss im November 2019 erfolgreich seine Promotion im Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung ab. Er ist der erste Doktorand im Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung, dessen Betreuerin auch in sein Prüfungsverfahren eingebunden war. Die Betreuung übernahmen Prof. Dr. Esther Schüring (H-BRS und Maastricht University) und Prof. Dr. Cathal O'Donoghue (National University of Ireland)​.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Betreuerin Prof. Dr. Esther Schüring, Dr. Nicolas Echarti, Prof. Dr. Cathal O'Donoghue

Echarti hat die Herausforderung gemeistert, als Wissenschaftler an der H-BRS zu arbeiten und gleichzeitig am Dual Career Programme der Maastricht University teilzunehmen. Mit ihm sprach das Graduierteninstitut (GI).

GI: Herr Echarti, Ihr Thema war die Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt, speziell die Wirkung beruflicher Bildungsmaßnahmen auf den Erwerbsstatus. Warum haben Sie sich damit beschäftigt?
Echarti: Bisher wurden die Effekte der beruflichen Rehabilitation nur in Ansätzen gemessen. Meine Studie schafft hier neue Evidenzen. Das Thema ist vor allem hinsichtlich des demographischen Wandels und der damit einhergehenden Anpassung der Gesellschaft an eine längere Lebensarbeitszeit aktuell. Darüber hinaus geht die Studie auch auf den gesellschaftlichen Nutzen der erfolgreichen Wiedereingliederung für die Sozialversicherungssysteme ein.

 

GI: Was ist Ihr wichtigstes (Teil-) Ergebnis bzw. Ihre wichtigste Erkenntnis?
Echarti: Berufliche Umschulung kann erheblich dazu beitragen, die Beschäftigungssituation von Personen zu verbessern, die aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit ihre vorige Beschäftigung nicht mehr ausüben können. 

 

GI: Sie sind ja der erste, der im Fachbereich Sozialpolitik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg abgeschlossen hat, d.h. wie wichtig war für Sie der Austausch innerhalb der Peergroup und des Fachbereichs? Wie intensiv war auch der Kontakt zur Sie promovierenden Universität Maastricht?
Echarti: Der Austausch innerhalb des FB war stets interessant, nicht zuletzt durch die Betreuung durch Prof. Schüring an der Hochschule. Letztendlich ist eine Promotion jedoch eine Einzelleistung, sodass sich mein Alltag vor allem durch eigene Recherchen und Selbststudium auszeichneten. Halbjährlich nahm ich an wissenschaftlichen Kolloquien an der promovierenden Universität Maastricht teil, um mit meinen dortigen Mitstudenten über den eigenen Fortschritt in der Forschung sowie über den der Kommilitonen zu diskutieren. Diese Wochen am Ende jedes Semesters waren äußerst wichtig für mich, weil die Peergroup an ähnlichen Themen forscht und teilnehmende Professoren und andere wissenschaftliche Mitarbeiter fachliches Know-how einbrachten.

 

GI: Sie sprachen das Einzelkämpferdasein während der Promotion an, durch das jede(r) trotz Austausch in der Peergroup muss. Wie sind Sie mit schwierigen Phasen während der Promotion umgegangen? Wie haben Sie sich selbst immer wieder motiviert bzw. was raten Sie anderen zu tun, die sich in einer ähnlichen Situation befinden?
Echarti: Die schwierigsten Momente der Promotion waren stets die Momente, in denen ich nicht wusste wie es weitergeht; da hilft nur nicht aufgeben und daran denken, dass man die Promotion letztendlich für sich selbst macht. Mein Ziel war es immer selbstbestimmt ein Thema bearbeiten zu können und auf fachlicher Ebene einen Beitrag zu leisten. Durch die Promotion erhielt ich diese besondere Gelegenheit, und das war mir persönlich eine gute Motivation.

 

GI: Was kommt nach der Promotion? Welche beruflichen Ziele haben Sie nun?
Echarti: Hoffentlich das erste unbefristete Anstellungsverhältnis; wobei, so ganz glaub ich noch nicht daran, zumindest wenn ich weiter in Deutschland und in der Forschung bleiben möchte...


GI: Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall beruflich und persönlich alles Gute, viel Erfolg und dass Sie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg verbunden bleiben mögen.