Sprachtandem - Eine Erfolgsgeschichte

Lioba Visser aus den Niederlanden, die bilingual mit Niederländisch und Deutsch aufgewachsen ist, und Clara Lucía Urbina Parada, eine Austauschstudentin aus Kolumbien. Zwei Menschen, die beispielhaft für eine erfolgreiche Tandempartnerschaft stehen.

Ein Sprachtandem zu organisieren und zu führen, das ist nicht immer sehr einfach. Zwei Menschen sprechen auf unterschiedlich hohem Niveau eine dem anderen vertraute Sprache. Trotzdem kann es noch zu Missverständnissen kommen. Auch die unterschiedlichen Zeitpläne der beiden Partner rufen häufig Verzögerungen bei Treffen hervor oder sorgen gar für einen kompletten Ausfall.

Was ist nun allerdings für den Erfolg von einem Sprachtandem wichtig? Von Clara und Lioba lernen wir, wie ein solches Projekt trotz zahlreicher Hürden gemeistert werden kann:

Bevor sich Lioba für den Wirtschaftsspanischkurs angemeldet hatte, bekam sie bereits die E-Mail-Adresse von Clara über die im Rahmen des Tandemprojekts eingeplante "Speed-Dating-Aktion" (siehe Tandempartner gesucht? Speed-Dating vermittelt Kontakte). Dadurch konnten sie und Clara Kontaktinformationen austauschen und beginnen, sich miteinander zu treffen. So geschah alles zunächst aus eigener Motivation und gegenseitigem Interesse heraus. Beide verstanden sich gut, nicht nur auf sprachlicher, sondern auch auf menschlicher Ebene. Dann, im Zuge der Kursteilnahme, entschloss sich Lioba, ihre Partnerin auch für das dort angebotene Partnerprojekt zu wählen.

Was anfangs ein reines Interesse am Austausch der Sprachkenntnisse war, begann schnell, sich auf einer tieferen, zwischenmenschlichen Basis zu entwickeln. So bestand die Motivation der Verabredungen nun längst nicht mehr darin, Wissen auszutauschen und ein Tagebuch mit Aufgaben auszufüllen, sondern den Menschen und die Kultur hinter dem Tandempartner Stück für Stück näher kennenzulernen.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Clara Lucía und Lioba bei einer ihrer vielen privaten Unternehmungen!

Hinzu kam, dass die beiden sich in regelmäßigen Abständen getroffen haben. "Wir haben uns mindestens alle zwei, drei Wochen mal getroffen. Es gab aber auch Zeiten, da haben wir uns jede Woche verabredet", erzählt Clara. Sie meint im Nachhinein: "Das Ganze funktioniert aber nicht immer so einfach, da man auch verschiedene (Stunden-)Pläne hat." Zu den Treffen selbst teilte sie uns mit: "Wir haben uns oft zum Mittagessen oder einfach so in Bonn getroffen, wie man es eben unter Freunden macht."

Denn Freunde, das sind Clara und Lioba ganz sicher geworden. Das Tandemprojekt hat die beiden so sehr zusammengeschweißt, dass sie sich heute noch gegenseitig alles fragen können. "Lioba half mir sogar bei der Formulierung meines Bewerbungsschreibens", erzählt Clara stolz. "Clara und ich haben uns von Anfang an gut verstanden", erinnert sich Lioba. Diese Tatsache ermöglichte den beiden eine erfolgreiche und langanhaltende Tandem-Partnerschaft, die letzten Endes weit über die Vorgaben des Kurses hinausging.