Food Pro.tec.ts Biomasse

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Food production technologies for trans-boundary systems
Von: 
01.07.2016
to
30.06.2020
Projekt-Webseite: 
Food Pro.tec.ts
Förderungsart: 
Öffentliche Forschung

Projektbeschreibung

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Unterstützt durch das INTERREG-Programm Deutschland-Nederland

Food Pro.tec.ts wurde entwickelt, um hochklassige, technologische Innovationen in den Deutsch-Niederländischen Wirtschaftsraum bringen zu können. Im Projekt kooperieren Unternehmen beider Länder mit Innovationsexperten innerhalb verschiedener Technologiecluster unter der Zielvorgabe, neue und neuartige Technologien gemeinsam zu entwickeln und ihre Handhabung zu erlernen. Alle technologischen Produkte, die aus diesem Projekt resultieren, sind einerseits auf die Anforderungen der regionalen KMU´s ausgerichtet. Andererseits sollen sie helfen, bestehende Wettbewerbsvorteile der gesamten Region im Vergleich zu anderen Standorten weltweit zu sichern und nach Möglichkeit weiter auszubauen. Die Projektpartner wollen zudem ihren persönlichen Beitrag zum Fortschritt der so genannten Agrarwende leisten. Die moderne Gesellschaft erwartet, dass Nahrungsmittel nachhaltig, regional und in hoher Qualität produziert und angeboten werden.

 

Teilprojekt: Materielle und energetische Nutzung von Biomasse

Die nachfolgenden Konzepte und Technologien liefern einen Beitrag, wie bisher schlecht genutzte bzw. ungenutzte Biomasse-Stoffströme in hochwertige Produkte umgewandelt werden können. Die Abbildung verdeutlicht die Strategie der EU (Waste Hierachy) sowie die im Projektkonsortium angestrebten Möglichkeiten einer effektiveren Ausnutzung der anfallenden Biomasse (Wertschöpfungspyramide). Eine Stoffstromanalyse der Biomasse im Programmgebiet wird, in einem ersten Schritt, die Potentiale noch verfügbarer Verwertungsmöglichkeiten unterschiedlicher „Sekundär-Rohstoffe“ aufzeigen.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Die “Waste Hierarchy” der Europäischen Union (links) sowie die Wertschöpfungspyramide im Projekt (rechts)

Die nachfolgenden technologischen Entwicklungen erschließen neue Märkte in der Förderregion und darüber hinaus.

  • HTC: Effizienzsteigerung bei der Herstellung lagerfähigen Energieträger aus Biomasse und Entwicklung marktfähiger Dünger und Bodenverbesserer für die Landwirtschaft aus den Reststoffen.
  • MAP (Struvit): Gülle- und Abwasserströme (Klärschlamm) können gezielt mittels einer Phosphor-Fällung behandelt werden, so dass das Magnesium-Aluminium-Phosphat (MAP) „Struvit“ als Pulver gewonnen werden kann. Dieses P-haltige Mineral soll technisch so aufbereitet werden, dass ein marktfähiger Mineraldünger angeboten werden kann.
  • H2SO4-Logistik: Reduktion von N-Immission durch Abluftbehandlungstechniken an Tierhaltungsanlagen durch sog. Chemowäscher. Entwicklung eines Logistikkonzept für H2SO4-Nutzung in Chemowäschern in der Landwirtschaft und Nutzung der (NH4)2SO4-Lösung als Düngemittel.
  • NaWaRo: Integration von NaWaRo in konventionelle Fruchtfolgen als Senke für Produkte aus neuen Technologien (s.o.) und als neue Quelle für Produkte aus NaWaRo (Nahrungsgrundlage für Insekten, Bindemittel für Düngerpellets, Verpackungen, Dämmstoffe, …)
  • Proteinquellen: Nutzung von Biomasse(abfällen) als Grundlage zur Insektenvermehrung (Anlalyse der Nutzbarkeit von Reststoffen & Mechanisierungsmöglichkeiten - Einsatz von Ölpflanzen (z.B. Raps) in Kombination mit Insekten als Grundlage für Tierfutter.

 

Eine Sozio-ökonomische Bewertung sowie der Technologietransfer wird begleitend zu den o.g. Technologieentwicklungen durchgeführt. Pilotanwendungen auf den Ebenen Technologieanwender, Landwirtschaft sowie Städte und Kommunen statt.

Der Fokus der o.g. technologischen Entwicklungsarbeit liegt in einer effektiveren Nutzung von Biomassestoffströmen. Nachfolgende sechs Produkte stehen dabei im Mittelpunkt:

  • Verfahren zur Düngermittelherstellung (Pelletieren von P-Dünger, N-Dünger) -> Kunden: Chemische Industrie, Düngemittelhersteller
  • Energie (Bio-Kohle, …) -> Kunden: Energieversorger der Städte und Kommunen, KMU, Landwirt-schaft, Endverbraucher
  • Organische Kohlenstoffverbindungen (Bodenverbesserer, Humus, …) -> Kunden: Landwirte, Gartenbauer, Baumärkte, Gartencenter, Endverbraucher
  • Mineralische Dünger (Stickstoff, Phosphor, Kalium, …) -> Kunden: Landwirtschaft, Gartenbau, Baumärkte, Gartencenter, Endverbraucher
  • Integration von NaWaRo als „Greening“-Bestandteil der Fruchtfolge; Verpackungen sowie Dämm- und Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen (z. B. Miscanthus) -> Kunden: Anbaumethoden für Landwirtschaft und Verpackungen z.B. für Lebensmittelindustrie sowie Bauindustrie
  • Insekten als Proteinlieferant im Tierfutter -> Futtermittelindustrie

 

Die beschriebenen Aktivitäten setzt an der Bioökonomiestrategie an, die sich an natürlichen Stoffkreisläufen orientiert und zu einem Strukturwandel von einer auf endlichen fossilen Quellen basierenden Wirtschaft zu einer stärker auf nachwachsenden Ressourcen basierenden Wirtschaft beitragen will.

Projektleitung an der H-BRS

Prof. Dr. Martin Hamer

Geschäftsführer
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
E-Mail: 
martin.hamer [at] h-brs.de

Sankt Augustin

Raum: 
G 043

Michael Stotter

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Doktorand
Michael Stotter
E-Mail: 
michael.stotter [at] h-brs.de
E-Mail: 
michael.stotter [at] uni-bonn.de

Sankt Augustin

Raum: 
G 033
Campus Klein-Altendorf
Raum: 
1.004
Telefon: 
02225/9996336

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Kooperationspartner