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Als Gründer selbstbestimmt? Stimmt.

Teaser Felix Bröhl - Als Gründer selbstbestimmt? Stimmt. - people empowered by Start-up-Manufaktur

Felix Bröhl, Gründer von 360degrees Software, baut eine App, die das Zusammenleben in WGs fairer macht

Unter dem Motto „People empowered by Start-up-Manufaktur“ zeigen wir die Köpfe hinter den Start-ups und Gründungsideen der H-BRS: Was motiviert sie? Wo stoßen sie an ihre Grenzen? Und wie wachsen sie über sich hinaus?
Teaser Felix Bröhl - Als Gründer selbstbestimmt? Stimmt. - people empowered by Start-up-Manufaktur

Wer bist du und woran arbeitest du aktuell? 

Ich bin Felix Bröhl und baue mit circles eine App, die das Zusammenleben in WGs fairer macht. Gleichzeitig entwickle ich mit meiner Firma 360degrees Software individuelle Lösungen für Start-ups und Unternehmen.

Was war der Auslöser für dich, dich selbstständig zu machen? 

Ich hatte schon immer den Wunsch, selbstbestimmt arbeiten und meine eigenen Ideen verwirklichen zu können. Das war der Hauptantrieb. 

Welchen Impact möchtest du mit deiner Arbeit erzielen? 

Ich finde es cool, wenn man Software entwickeln kann, die tatsächliche Alltagsprobleme löst. Bei Kundenprojekten hat man das mal mehr und mal weniger, aber bei circles ist das auf jeden Fall so.

Du hast direkt nach dem Studium gegründet. Was war der Punkt, wo du wusstest „Das funktioniert, ich kann mein eigener Chef sein und ich ziehe das jetzt durch mit der Selbstständigkeit“?

Ich habe letztes Jahr einen Deal für eine Softwareentwicklung angenommen und ab dem Punkt hatte ich eine gewisse finanzielle Sicherheit. Das war ein sehr cooles Gefühl. Davor war es tatsächlich noch ein Auf und Ab. 

Wie bist du an diesen ersten großen Auftrag gekommen? 

Durchs Netzwerken und dadurch, auf Veranstaltungen zu gehen. Anfangs habe ich vor allem versucht, meine App in den Vordergrund zu stellen. Dabei habe ich Leute kennengelernt, die das Produkt interessant fanden und mich dann gefragt haben, ob ich auch andere Software-Herausforderungen für sie lösen kann. So kam die Dienstleistung als zweites Standbein zur App dazu. 

Du bist jetzt seit gut 1,5 Jahren wirklich dabei. Wenn du auf die Anfangsphase zurückschaust, wo man alles zum 1. Mal macht - was lief, aus der heutigen Perspektive, nicht so gut und was hast du daraus gelernt?

Gerade bei circles habe ich mich am Anfang sehr stark auf die technische Umsetzung konzentriert und wollte das möglichst perfekt machen. Dabei habe ich aber das Geschäftsmodell und die Vermarktung vernachlässigt. Heute würde ich mich viel früher und intensiver mit den echten Nutzer:innen auseinandersetzen.

Du hast auf der einen Seite deine eigene App, die du auf den Markt gebracht hast, und auf der anderen Seite die Kundenprojekte, bei denen du Software für andere programmierst. Was davon ist schwieriger?

Mir fällt definitiv die Positionierung am Markt für circles schwerer. Da ist die Konkurrenz groß und man muss sich abheben. Bei Kundenaufträgen gibt es klare Wünsche, die ich „einfach“ umsetze. Aber: Die Arbeit an der eigenen App macht mir mehr Spaß und ist einfach erfüllender. 

Gibt es irgendwas, das dich bisher gebremst hat? Und was tust du dagegen? 

Früher war ich oft recht zurückhaltend, was Netzwerken, Pitchen oder das Thema Stundensätze angeht. Ich bin dann aktiv auf mehr Veranstaltungen gegangen, habe mehr Kund:innen angesprochen und kann mittlerweile deutlich selbstbewusster auftreten und verlangen, was meine Arbeit wert ist.

Hast du dich da selber mehr zu getrieben oder gab es einen Schubs von außen?

Ehrlich gesagt kam das hauptsächlich durch Lea von der Start-up-Manufaktur. Sie hat mich ein bisschen dazu gezwungen, rauszugehen und das war genau richtig. 

„Ich finde die Selbstständigkeit zu interessant, um mich voll anstellen zu lassen.”

Felix Bröhl - Gründer von 360degrees Software

Felix Bröhl

Das Thema Stundensätze ist für viele Gründer:innen schwierig. Weißt du heute, was deine Arbeit wert ist und kannst standhaft bleiben, auch wenn jemand sagt: „Du hast doch noch gar nicht so viel Erfahrung“?

Ich habe mittlerweile auch schon Angebote geschrieben, die abgelehnt wurden, dann kommt es eben nicht zu einer Zusammenarbeit. Im Vergleich zur Anfangszeit habe ich meine Stundensätze inzwischen erhöht. Bei den ersten Kund:innen ist man vielleicht noch etwa zu günstig, hat aber auch noch nicht so viele Referenzen vorzuweisen und geht dann einen gewissen Trade-off mit den Pilotkund:innen ein. Aber mit der steigenden Erfahrung muss man auch preislich mitgehen, um sich nicht unter Wert zu verkaufen.

Mittlerweile bist du sehr gut hier im Ökosystem vernetzt. Auch wenn das am Anfang nicht das Einfachste für dich war, wann hat es bei dir „klick“ gemacht, was Netzwerken eigentlich bringt?

Es stresst mich manchmal immer noch ein bisschen, aber mittlerweile macht es auch Spaß. Wenn man einfach ins kalte Wasser springt und zu einer Veranstaltung hingeht, ist es im Nachhinein eigentlich immer cool. Als ich angefangen habe, im DIGITALHUB im Coworking zu arbeiten, habe ich nach und nach ganz viele Leute kennengelernt und aus diesen Kontakten haben sich plötzlich tolle Möglichkeiten ergeben.

Gibt es eine bestimmte Situation oder eine Person, die ganz viel verändert hat? 

Ja, sogar ein paar. Im Hub habe ich meinen jetzigen Kollegen Oli von Clockin an der Kaffeemaschine kennengelernt. Wir sind ins Gespräch gekommen und ich habe erzählt, mit welchen Technologien ich entwickle, da meinte er direkt: „Da müssen wir uns mal unterhalten.“ Das war keine leere Phrase. Erst habe ich einen Auftrag von Clockin bekommen und mittlerweile bin ich dort zusätzlich in Teilzeit angestellt. Und das zweite wichtige Gespräch war mit Lea, die mir klipp und klar gesagt hat, dass ich meine Stundensätze erhöhen muss.

Du bist also gerade selbstständig und bist gleichzeitig in Teilzeit in einem anderen Start-up angestellt. Kannst du dir vorstellen, irgendwann wieder voll in ein Angestelltenverhältnis zu gehen?

Aktuell finde ich die Selbstständigkeit zu interessant, um mich voll anstellen zu lassen. Vielleicht ist das ein Schritt, den ich in zehn Jahren gehe, aber jetzt gerade sehe ich das nicht. 

Was gefällt dir am meisten an der Selbstständigkeit? 

Ich finde es toll, selbstbestimmt in Verhandlungen reingehen zu können und Kunden zu beraten. Zuletzt habe ich einen Kunden dazu gebracht, seine komplett veraltete Software zu modernisieren – das war ein ziemlich cooler Moment.

Du hast schon einige Beratungsgespräche bei uns gehabt und hast auch beim Start-up-Cup teilgenommen.  Welches unserer Angeboten hat den größten Unterschied gemacht und wem würdest du die Zusammenarbeit mit uns empfehlen?

Die Start-up-Manufaktur war für mich ein extrem wichtiger Austauschpartner, gerade um das Geschäftsmodell klar zu bekommen. Da habt ihr mir sehr geholfen. Ich habe anfangs sehr viel alleine auf meiner Idee herumiteriert und da war es sehr hilfreich, Feedback von außen zu bekommen. Und was ihr geschafft habt, ist, mich aus der Komfortzone zu bekommen. Ich würde sagen, jeder der gründen will, sollte sich bei euch melden, egal ob aus der technischen oder aus der betriebswirtschaftlichen Ecke. Für Studis ist das Angebot echt sehr wertvoll.

Was ist der nächste große Meilenstein für 360degrees Software und circles? 

Bei 360degrees Software möchte ich langfristig Leute mit ins Boot holen und nicht mehr alles alleine machen. Und bei circles würde ich gerne das Interesse der mittlerweile über 500 Nutzer:innen in echte Zahlungsbereitschaft verwandeln.

Über 360degrees Software

Felix ist seit 2024 mit seiner Softwareentwicklungs-Agentur 360degrees Software selbständig und entwickelt für seine Kund:innen digitale Produkte von der Idee bis zur Umsetzung. Mit seiner App circles bietet er eine Lösung für Wohngemeinschaften, Familien und Paare, um Ausgaben, Aufgaben und Einkaufslisten gemeinsam zu organisieren.

Dein Weg zur Gründung

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Karoline Noth

Projektleiterin SoNaR, @ Start-up-Manufaktur - das Gründungszentrum der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

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