Stabsstelle Kommunikation und Marketing
IZNE für Bildungsarbeit ausgezeichnet
Der Agrarsektor ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Subsahara-Afrika. Dort fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) vier regionale Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in ihrem Bestreben, den Wandel hin zu einem nachhaltigen Landmanagement voranzutreiben. Die gemeinsamen Projekte von europäischen und afrikanischen Partnerinnen und Partnern in Ghana, Togo, Namibia, Senegal, Burkina Faso und Benin beschäftigen sich zum Beispiel mit Innovationen für ein nachhaltiges Landmanagement in kleinbäuerlichen Betrieben oder mit digitaler Unterstützung in der Viehzucht.
Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis
Wie kann nun der Transfer der Forschungsergebnisse aus diesen Projekten in das Lehren und Lernen an afrikanischen Institutionen gelingen? Mit dieser Frage haben sich Forscherinnen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg im BMFTR-Begleitprojekt INTERFACES beschäftigt und das E-Learning-Zertifikat „Research and Innovation for Sustainable Land Management in Africa" entwickelt. „Innovative Forschungsergebnisse gelangen so schnell in die Praxis“, sagt die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Berenice Fischer. Für diesen innovativen Ansatz in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und für die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen haben BMBSFJ und die Deutsche UNESCO-Kommission das IZNE der H-BRS nun ausgezeichnet. Das IZNE-Projektteam besteht neben Berenice Fischer aus Dr. Eefje Aarnoudse, Monalisa Maremba und Professorin Wiltrud Terlau.
Ganzheitlicher Ansatz des E-Zertifikates
Das Zertifikat richtet sich an Studierende ebenso wie an Beschäftigte aus der landwirtschaftlichen Praxis oder Mitarbeitende von Ministerien und Nichtregierungsorganisationen. In sechs Modulen beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Themen wie der Entwicklung des Landmanagements in Afrika, den Besonderheiten des ländlichen Raumes und den Auswirkungen des Klimawandels bis hin zu digitalen Lösungen und neuen Forschungsergebnissen. Die curricularen Leitlinien der Afrikanischen Union für das Landmanagement wurden beachtet. Jedes Modul ist für eine Woche konzipiert und umfasst interaktive Lernmaterialien für das Selbststudium und lokale Fallstudien ebenso wie Live-Formate in der Gruppe. Das digitale Lernangebot verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der zur kritischen Reflektion und nachhaltigen Entscheidungen anregt, und bündelt das Fachwissen von mehr als 20 Forschenden. Es wurde vom IZNE der H-BRS inhaltlich in enger Zusammenarbeit mit der University of Environment and Sustainable Development (UESD) in Ghana und dem Forum for Agricultural Research in Africa (FARA) erarbeitet. Bei der digitalen Umsetzung unterstützte das E-Learning-Team der H-BRS.
Teilnehmende als Multiplikatoren
Mitte des vergangenen Jahres wurde die Lernplattform in Accra (Ghana) offiziell vorgestellt. Inzwischen haben neun Teilnehmende aus Ghana die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen. Derzeit absolvieren 38 Studierende aus Ghana, Tansania, Nigeria, Äthiopien und Togo den nach der Pilotphase noch einmal aktualisierten Kurs. „Die Teilnehmenden wirken gleichzeitig auch als Multiplikatoren für die Verbreitung des Wissens“, sagt Professorin Wiltrud Terlau, die Projektverantwortliche für INTERFACES an der H-BRS. Seitens der UESD hatte sich bei der Entwicklung des E-Zertifikats-Programms Vizepräsident Professor Edward Wiafe Debrah sehr eingebracht, der bei der Präsentation dessen Potenzial, Studierende auch in abgelegenen Gebieten zu erreichen, lobte.
E-Zertifikats-Programm soll nach Projektende fortgeführt werden
Das Projekt INTERFACES endet Ende September 2026. Doch das E-Zertifikats-Programm wird voraussichtlich auch darüber hinaus angeboten. Die afrikanischen Kooperationspartner sind überzeugt von dem praktischen Nutzen des Angebots und wollen es fortführen, so Terlau. Für die Forscherinnen ist das eine schöne Wertschätzung der gemeinsamen Arbeit – ebenso wie die Auszeichnung des BMBSFJ und der Deutschen UNESCO-Kommission.
Hintergrund:
Die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ würdigt laut der Deutschen UNESCO-Kommission Organisationen, Netzwerke und Kommunen, die sich im Rahmen des UNESCO-Programms BNE 2030 für eine lebenswerte, nachhaltige Gestaltung unserer Gesellschaft engagieren. Nachhaltige Entwicklung heiße, Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt sicherzustellen. Bildung spiele dabei eine Schlüsselrolle. Sie befähige Menschen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Auswirkungen ihres Handelns auf zukünftige Generationen und andere Weltregionen besser zu verstehen und einzuschätzen.
In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ist die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als globales Ziel verankert, so die UNESCO-Kommission. Das im Jahr 2020 gestartete UNESCO-Programm BNE 2030 ziele darauf ab, BNE strukturell im Bildungssystem zu verankern.
Pressefoto zum Download
Kontakt
Silvia Berenice Fischer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin 'Verantwortungsvolles Wirtschaften und Natürliche Ressourcen', Doktorandin
Standort
Sankt Augustin
Raum
F 308
Adresse
Grantham-Allee 20
53757, Sankt Augustin
Telefon
+49 2241 865 9813
Wiltrud Terlau
Professorin für Volkswirtschaftslehre, Resiliente und Nachhaltige Entwicklung, Direktorin des Internationalen Zentrums für Nachhaltige Entwicklung (IZNE), Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Forschungsfelder
Standort
Rheinbach
Raum
B 111
Adresse
von-Liebig-Straße 20
53359, Rheinbach
Telefon
+49 2241 865 410Standort
Sankt Augustin
Raum
Raum F 305
Adresse
Grantham-Allee 20,
53757, Sankt Augustin
Daniela Greulich
Stellvertretende Leitung der Stabsstelle, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin
Standort
Sankt Augustin
Raum
E 237
Adresse
Grantham-Allee 20
53757, Sankt Augustin
Telefon
+49 2241 865 641