Sichere 3D-Fingerabdruckerfassung mittels OCT-Scanner ("3D-Finger")

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Projektziele sind fälschungssichere und schnelle Fingerabdruckerfassung an Grenzkontrollstellen, bei Großveranstaltungen aber auch für die Registrierung bei Einwohnermeldeämtern.
Fachbereiche und Institute: 
Informatik, Institut für Sicherheitsforschung
Von: 
01.07.2017
to
30.06.2021
Förderungsart: 
Öffentliche Forschung

Projektbeschreibung

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Beispiel für 3D-Scan der Fingerkuppe (Quelle: BSI)

Der Fingerabdruck im Reisepass oder die Identifizierung beim Einlass etwa in Sicherheitszonen von Gebäuden sind längst zum Angriffsziel von Kriminellen geworden – Ziel ist die Vortäuschung einer falschen oder die Verschleierung der eigenen Identität: Belegt sind Hauttransplantationen, Aufkleber mit dem Abdruck anderer Personen oder die Beseitigung der sichtbaren Linien des Hautreliefs. Daher sind neue Verfahren nötig, um Personen schnell und zuverlässig identifizieren zu können.

Mehr Sicherheit verspricht das aus der Medizin kommende Verfahren der optischen Kohärenztomographie (OCT): Beim Vorhaben „3D-Finger“ soll es in einem neuartigen OCT-Fingerabdruck-Scanner eingesetzt werden. Dieses opto-elektronische Verfahren liefert zusätzliche biometrische Informationen zur sicheren Identifikation einer Person und verhindert zuverlässig Versuche, das System zu täuschen. Möglich wird dies, indem wesentlich feinere und tiefer in der Haut gelegene Strukturen abgebildet werden können. Bei geeigneter Auslegung des Systems werden z.B. Schweißdrüsen abgebildet, aber auch, ob die Struktur der übereinander liegenden Hautschichten – Epidermis, Dermis und Subcutis – übereinstimmt. Dies ist wie ein zweiter, „interner“ Fingerabdruck. Sogar der Blutfluss kann möglicherweise einbezogen werden, um Fälschungen mit fremden Fingerabdrücken auf totem Trägermaterial aufzudecken.

Mit dem BMBF-geförderten Projekt „3D-Finger“ will das Institut für Sicherheitsforschung (ISF) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg eine automatische Auswertung dieser biometrischen Merkmale bei der Registrierung und Authentifizierung von Personen erreichen. Ziel ist es, Zugangskontrollen für kritische Infrastruktur, Flughäfen, beim Grenzübertritt oder bei Großveranstaltungen durch automatische Zugangskontrollsysteme so zu verbessern, dass auch der Andrang großer Menschenmengen hinreichend schnell und gegen "Spoofing-Attacken" abgesichert bewältigt werden kann.

Projektleitung an der H-BRS

Norbert Jung

Professor für Angewandte Informatik, insbesondere Eingebettete Systeme
Direktor des Instituts für Sicherheitsforschung
Norbert Jung
E-Mail: 
norbert.jung [at] h-brs.de

Sankt Augustin

Prof. Dr.-Ing. Norbert Jung
Raum: 
C 279

Sankt Augustin

Institut für Sicherheitsforschung
Raum: 
F 414

Kooperierende Professorinnen und Professoren

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Geldgeber

Kooperationspartner