SKILLS - Steigerung der Kompetenzorientierung im digitalen Lehren und Lernen

Key Visual des Projektes SKILLS
SKILLS unterstützt Studierende und Lehrende in der Nutzung digitaler Möglichkeiten mit dem Ziel, die Studienmotivation und den Lernerfolg durch Kompetenzentwicklung zu fördern.

Projektbeschreibung

Gruppe Studierender sitzt am Tisch und diskutiert
Foto: Colourbox.de / Fotograf: Aleksandr

Projektidee und Projektziele

Das Projekt SKILLS unterstützt Studierende und Lehrende in der Nutzung digitaler Möglichkeiten.

Ziel des Projekts SKILLS ist die Förderung des Lernerfolgs und der Studienmotivation durch die Entwicklung von Kompetenzen und den Einsatz digitaler Prüfungen. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Hochschullehre in zwei Bereichen:

  1. SKILLS fördert den Erwerb von Future Skills für Studium und Beruf. Als Future Skills werden Digitale Kompetenz, Selbstmanagementkompetenz und Erholungskompetenz fokussiert. Dabei setzt SKILLS auf Peer-Trainings als Lehr- und Lernform: Studienanfänger:innen aller Fachbereiche können an Trainings zu Future Skills teilnehmen. Gerade für sie sind Future Skills von Anfang an wichtig, um Studium und berufliche Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Die Peer-Trainings werden von Masterstudierenden durchgeführt. Diese werden zu Peer-Trainer:innen ausgebildet und lernen, Kommiliton:innen jüngerer Semester in Future Skills zu trainieren. Durch das Trainingskonzept „Von Studierenden für Studierende“ profitieren somit Bachelor- wie Masterstudierende. (Teilprojekt 1 „Peer-Training")
  2. SKILLS unterstützt den Ausbau digitaler Prüfungsmöglichkeiten. Diese sollen zukünftig verstärkt für ein effektives Feedback zum Lernstand genutzt werden. Gleichzeitig sollen die Potentiale und Chancen, die in digitalen Prüfungen liegen, ausgelotet und die Umgestaltung von Formaten eng begleitet werden, nicht zuletzt um so zu einer Qualitätssteigerung von Prüfungen allgemein beizutragen. (Teilprojekt 2 „E-Assessment")

Struktur und Prozess des Projektes

Die Entwicklung und Implementierung der Peer-Trainings sind bei den Leiterinnen des Teilprojektes Prof.in Dr. Christine Syrek und Prof.in Dr. Patrizia Ianiro-Dahm angesiedelt. Die Stellen im Bereich Prüfungsdidaktik sind im E-Learning-Team unter Leitung von Susanne Kundmüller-Bianchini verortet. Die Vernetzung mit den Fachbereichen und ihren Lehrenden erfolgt über die Beratungs-, Schulungs- und Förderangebote des ZIELs, des E-Learning-Teams sowie über den Vizepräsidenten für Studium, Lehre und Weiterbildung, Prof. Dr. Marco Winzker. Dadurch können Expert:innen und Multiplikator:innen in den verschiedenen Gliederungen identifiziert werden.

Empirische Studien im Teilprojekt 1 „Peer-Training

Das Teilprojekt 1 „Peer-Training“ integriert bewusst auch eine wissenschaftlich fundierte Evaluation sowie empirische Studien. Es trägt damit zur Erweiterung des Forschungsstands im Bereich der kompetenzbasieren Peer-Trainings bei. Gegenstand des Forschungsvorhabens ist die Veränderung handlungsbezogener Kompetenzen im Zuge der Teilnahme an Peer-Trainings zu zukunftsrelevanten Schlüsselkompetenzen (Studie 1). Zusätzlich werden Aussagen hinsichtlich der Bedeutung nonverbalen Verhaltens von Peer-Trainer:innen in Bezug auf den Trainingserfolg getroffen (Studie 2).

Peer-Training-Ansätze zeichnen sich durch das Konzept „von Studierenden für Studierende“ aus: So schaffen diese Ansätze eine sichere Lernumgebung, etwa aufgrund des stetigen Austauschs und der gemeinsamen Sprache der Studierenden (vgl. Stigmar, 2016). Aufgrund dieser Charakteristika fördern Peer-Training-Ansätze den Lernerfolg, schaffen ein tieferes Verständnis für die vermittelten Inhalte und steigern die Problemlösefähigkeit der Studierenden (Rees, Quinn, Davies & Fotheringham, 2016; Secomb, 2008; Stigmar, 2016). Darüber hinaus erzielen Peer-Training-Ansätze positive Effekte hinsichtlich der Studierendenzufriedenheit, Motivation und Verringerung von Abbruchtendenzen (vgl. Stigmar, 2016). Ein bislang offenes Forschungsfeld ist die Frage, inwiefern Peer-Training-Ansätze eine nachhaltige Kompetenzsteigerung erzielen (Roberts et al., 2019; Stigmar, 2016). Diese Fragestellung greift der SKILLS Peer-Training-Ansatz auf und untersucht die Vermittlung außercurricularer Kompetenzen durch Peer-Trainings. Dabei werden auch Vergleiche verschiedener Fakultäten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg möglich.

Dafür findet in dem ersten Forschungsvorhaben eine stetige, empirisch fundierte und strukturierte Evaluation im Prä- und Post-Befragungs-Design statt. Kern dieser Befragung ist, Veränderungen in Folge der Teilnahme an den Peer-Trainings darzustellen. Des Weiteren sollen Auswirkungen der Peer-Trainings auf studienbezogene Variablen wie Identifikation mit dem Studium, Abbruchtendenzen und Studienzufriedenheit erhoben werden. Durch die Erfassung dieser Variablen soll die Effektivität der durchgeführten Peer-Trainings evaluiert werden. Ziel ist, Aussagen über den Einfluss der Trainingsteilnahme auf studien- und gesundheitsbezogene Variablen zu treffen. Es handelt sich um eine freiwillige und anonyme Befragung einer Experimental- als auch einer Kontrollgruppe. Die Studierenden der Experimental- als auch der Kontrollgruppe erhalten eine individualisierte Rückmeldung in Unipark nach Abschluss der Befragung. Durch diese Rückmeldung erfahren die Studierenden etwas über sich selbst und die Veränderung Ihrer Kompetenzen.

F1: Bewirken Peer-Trainings zu (a) Digitaler Kompetenz, (b) Selbstmanagementkompetenz und (c) Erholungskompetenz eine Steigerung dieser?

F2: Wie entwickeln sich die Kompetenzen (a) Digitale Kompetenz, (b) Selbstmanagementkompetenz und (c) Erholungskompetenz im Verlauf?

F3a: Wirkt sich die Teilnahme an Peer-Trainings auf studien- und gesundheitsbezogene Variablen aus?

F3b: Inwiefern wird diese Beziehung durch a) Digitale Kompetenz, (b) Selbstmanagementkompetenz und (c) Erholungskompetenz mediiert?

Die zweite Studie dieses Teilprojektes zielt auf die Analyse nonverbalen Verhaltens der Trainer:innen im Online- und Präsenz-Setting ab. Die Verhaltensweisen und Eigenschaften der Trainer:innen stellen relevante Einflussfaktoren für die Trainingsergebnisse und die Lernergebnisse der Teilnehmenden dar (Glerum, Joseph, McKenny & Fritzsche, 2021; Sitzmann, Brown, Casper, Ely & Zimmerman, 2008). So stellten Glerum et al. (2021) mit Blick auf Online- sowie Präsenz-Trainings heraus, dass den Eigenschaften und den Verhaltensweisen des Trainers eine essenzielle Bedeutung für den Trainingserfolg zukommt. Auch Rangel et al. (2015) stellten ebenfalls heraus, dass das nonverbale Verhalten des Trainers einen Einflussfaktor für den Transfererfolg darstellte.

Das zweite Forschungsvorhaben dieses Teilprojektes zielt auf die Analyse nonverbalen Verhaltens der Trainer:innen im Online- und Präsenz-Setting ab. Kern dieser Analyse ist die Fragestellung, ob freundlicher Affekt der Peer-Trainer:innen einen höheren Trainingserfolg sowie einen verbesserten Beziehungsaufbau zu den Teilnehmenden bedingt. So erwies sich freundlicher Affekt bereits in der Coachingforschung als relevanter Einflussfaktor (Ianiro, Schermuly & Kauffeld, 2013; Ianiro, Lehmann-Willenbrock & Kauffeld, 2015). Ianiro-Dahm, de Haan und Duda (in prep) zeigten zudem auf, dass sich neutraler Affekt negativ auf die Qualität von Online-Coachings auswirkte. Bislang bestehen keine Befunde, welche den Einfluss freundlichen Affektes auf den Trainingskontext übertragen (vgl. Glerum et al., 2021). Ansetzend an diese Forschungslücke werden die durchgeführten Peer-Trainings auf Video aufgezeichnet. Es erfolgt eine Betrachtung der Freundlichkeit der Trainer:innen und ihrer Bedeutung für die Effektivität und Beziehungsgestaltung von Trainings im Präsenz- und Online-Setting.

F1: Bewirkt freundlicher Affekt der Peer-Trainer:innen einen höheren Trainingserfolg der Teilnehmenden?
Wie unterscheiden sich die Auswirkungen freundlichen Affektes im Online- und Präsenzsetting auf den Trainingserfolg der Teilnehmenden?

F2: Bewirkt freundlicher Affekt der Peer-Trainer:innen einen besseren Beziehungsaufbau zu den Teilnehmenden?
Wie unterscheiden sich Auswirkungen freundlichen Affektes auf den Beziehungsaufbau zu den Teilnehmenden im Online- und Präsenzsetting?

Diese Studie ist geknüpft an das Promotionsvorhaben von Katrin Duda.

Die empirischen Studien im Rahmen des Teilprojektes Peer-Training werden durch einen Ethikantrag bei der Ethikkommission (EK) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) abgesichert. Die Vorgaben des Datenschutzbeauftragten der H-BRS werden eingehalten. Bei Rückfragen zu den empirischen Studien im Teilprojekt Peer-Training wenden Sie sich gerne an das Teilprojekt-Team.

Literatur

Glerum, D. R., Joseph, D. L., McKenny, A. F. & Fritzsche, B. A. (2021). The trainer matters: Cross-classified models of trainee reactions. Journal of Applied Psychology, 106(2), 281–299. https://doi.org/10.1037/apl0000503

Ianiro, P. M., Lehmann-Willenbrock, N. & Kauffeld, S. (2015). Coaches and Clients in Action: A Sequential Analysis of Interpersonal Coach and Client Behavior. Journal of Business and Psychology, 30(3), 435–456. https://doi.org/10.1007/s10869-014-9374-5

Ianiro, P. M., Schermuly, C. C. & Kauffeld, S. (2013). Why interpersonal dominance and affiliation matter: An interaction analysis of the coach-client relationship. Coaching: An International Journal of Theory, Research and Practice, 6(1), 25–46. https://doi.org/10.1080/17521882.2012.740489

Ianiro-Dahm, P. M., de Haan, E. & Duda, K. N. (in prep). What makes for a realistic high-quality coaching conversation?

Rangel, B., Chung, W., Harris, T. B., Carpenter, N. C., Chiaburu, D. S. & Moore, J. L. (2015). Rules of engagement: The joint influence of trainer expressiveness and trainee experiential learning style on engagement and training transfer. International Journal of Training and Development, 19(1), 18–31. https://doi.org/10.1111/ijtd.12045

Rees, E. L., Quinn, P. J., Davies, B. & Fotheringham, V. (2016). How does peer teaching compare to faculty teaching? A systematic review and meta-analysis. Medical Teacher, 38(8), 829–837. https://doi.org/10.3109/0142159X.2015.1112888

Roberts, G. J., Mize, M., Reutebuch, C. K., Falcomata, T., Capin, P. & Steelman, B. L. (2019). Effects of a Self-Management with Peer Training Intervention on Academic Engagement for High School Students with Autism Spectrum Disorder. Journal of Behavioral Education, 28(4), 456–478. https://doi.org/10.1007/s10864-018-09317-2

Secomb, J. (2008). A systematic review of peer teaching and learning in clinical education. Journal of Clinical Nursing, 17(6), 703–716. https://doi.org/10.1111/j.1365-2702.2007.01954.x

Sitzmann, T., Brown, K. G., Casper, W. J., Ely, K. & Zimmerman, R. D. (2008). A review and meta-analysis of the nomological network of trainee reactions. Journal of Applied Psychology, 93(2), 280–295. https://doi.org/10.1037/0021-9010.93.2.280

Stigmar, M. (2016). Peer-to-peer teaching in higher education: A critical literature review. Mentoring & Tutoring: Partnership in Learning, 24(2), 124–136. https://doi.org/10.1080/13611267.2016.1178963

Projektleitung an der H-BRS

Prof. Dr. Iris Groß

Professorin für Technische Mechanik, Konstruktionselemente, CAD
Alumnibeauftragte des Präsidiums
Direktorin des Zentrums für Innovation und Entwicklung in der Lehre
Prodekanin des Fachbereichs
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
E-Mail: 
iris.gross [at] h-brs.de

Kooperierende Professorinnen und Professoren

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Geldgeber