Gleichstellung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Gender Consulting
Was ist Gender Consulting?
Die Gender Consultancy der H-BRS unterstützt Forschende dabei, Genderaspekte in Projektanträgen und Lehrveranstaltungen gezielt zu berücksichtigen. Alle Hochschulangehörigen können sich zum Thema Geschlechtergleichstellung jederzeit an die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Barbara Hillen-Haas oder die Gender Consultant Josephine Kullat wenden.
Gender- und Diversitätsaspekte in der Forschung
In den vergangenen Jahren ist das Verständnis in Forschungsinstituten gewachsen, dass für qualitativ hochwertige Forschung Gender- und Diversity-Aspekte beachtet werden müssen. Viele große Forschungsförderprogramme (wie z. B. EU Horizon & DFG) verlangen, dass Gender und Diversity beim Antragstellen und Evaluieren beachtet werden, und nennen es als hartes Förderkriterium.
Ist das nicht umständlich und teuer?
Es wäre tatsächlich einfacher und schneller, Gender und Diversity nicht zu beachten. Doch bedenken Sie, dass wissenschaftliche Studien bis in die 1940er Jahre keine randomisierten Kontrollgruppen hatten, keine Placebostudien. Heute wissen wir um die Kosten, die entstehen, wenn wir keine Kontrollgruppen nutzen oder Medikamente nur an Männern testen. Es kann lebensgefährliche Konsequenzen haben oder Produkte völlig unbrauchbar machen, wenn man Gender und Diversity nicht von Anfang an mitbedenkt. Hier ein paar Beispiele:
- Crashtest-Dummies sind bis heute nicht auf den weiblichen Körper ausgerichtet, und bei Autounfällen erleiden Frauen deutlich mehr schwere Verletzungen als Männer.
- Millionenschwere Versuche, umweltfreundliche Kochherde in Indien zu etablieren, scheiterten daran, dass niemand die indischen Frauen (die Kernzielgruppe) zu ihren Lebensrealitäten und Nutzungsbedingungen zurate zog.
- Intelligente Gesichtserkennungssoftware, die nur an weißen Menschen entwickelt wurde, hatte Probleme, Schwarze Menschen zu erkennen, und automatisiert dadurch die Reproduktion von Ungleichheit.
Die Brücke zwischen Ethik und Empirie
Sich mit Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion zu befassen, heißt, seine eigenen unbewussten Biases (systematische Denkfehler) bewusst zu reflektieren. Übertragen auf die Forschung bedeutet dies, mit methodischer Rigorosität Verzerrungen aufzudecken, verborgene Annahmen im eigenen Design sichtbar zu machen und so die Qualität und Aussagekraft der Forschungsergebnisse zu erhöhen. Es ist eine Grundvoraussetzung für wissenschaftliche Exzellenz. Wer ist in unserer Studie berücksichtigt, und wer fehlt aus welchem Grund? Die Berücksichtigung von Gender und Diversität birgt viel kreatives Innovationspotenzial, und auch die Gender Data Gap lässt sich als vielversprechende Forschungslücke begreifen. Ziel ist nicht Konformität, sondern kritische Inklusivität und der Versuch, der Komplexität der Welt näher zu kommen. Wenn Sie Gender und Diversität in Ihrem Forschungsprojekt berücksichtigen, sind Sie dadurch nicht nur förderfähiger, sondern erhöhen die gesellschaftliche Relevanz und soziale Nachhaltigkeit Ihrer Forschung.
Gender & Diversity in Forschungsprojekten
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Kontakt
Barbara Hillen-Haas
Zentrale Gleichstellungsbeauftragte, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Standort
Sankt Augustin
Raum
E025
Adresse
Grantham-Allee 20
53757, Sankt Augustin
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