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Verantwortung unternehmen.

Teaser Carina Brenner - Verantwortung unternehmen. - people empowered by Start-up-Manufaktur

Carina Brenner, Gründerin von Erfolgsfabrik Consulting, unterstützt Unternehmen dabei, ihr ungenutztes Potenzial auf die Straße zu bringen.

Unter dem Motto „People empowered by Start-up-Manufaktur“ zeigen wir die Köpfe hinter den Start-ups und Gründungsideen der H-BRS: Was motiviert sie? Wo stoßen sie an ihre Grenzen? Und wie wachsen sie über sich hinaus?
Teaser Carina Brenner - Verantwortung unternehmen. - people empowered by Start-up-Manufaktur

Wer bist du und woran arbeitest du aktuell? 

Mein Name ist Carina Brenner. Ich habe die „Erfolgsfabrik Consulting“ gegründet, eine Unternehmensberatung für Strategie, Organisation, Führung und Transformation mit dem Fokus auf der tatsächlichen Umsetzung. 

Was war der Auslöser für dich, dich selbstständig zu machen? 

Zum einen der Wunsch, selber etwas bewegen zu können, und zum anderen wollte ich mehr Verantwortung übernehmen, statt nur „mitzuarbeiten“. Ich habe ganz viel Potenzial in Unternehmen gesehen, das auf der Strecke geblieben ist – das wollte ich ändern.

Welchen Impact möchtest du mit deiner Arbeit erzielen? 

Zum einen ist Beratung für mich mehr als nur PowerPoint, auch wenn das oft das gängige Klischee ist. Gleichzeitig möchte ich ein Vorbild für junge, angehende Gründerinnen sein, die in der Start-up-Welt leider noch unterrepräsentiert sind. 

Du hast bereits während deines Studiums gegründet. Was hat dir dabei geholfen, beides unter einen Hut zu bekommen? 

Zuerst einmal ein verdammt gut geplanter Kalender! Und zum anderen die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen. Das Studium ist quasi die Pflicht und die langfristige Basis, und die Gründung die Kür, für die ich jedes flexible Zeitfenster genutzt habe. Man muss immer wieder neu priorisieren: In der Klausurenphase hat die Uni Vorrang, in der vorlesungsfreien Zeit die Gründung. Man braucht verdammt viel Disziplin, sich auch nach einem langen Unitag noch an den Schreibtisch zu setzen. Was da auf jeden Fall am meisten hilft, ist, sich klare Ziele zu setzen.

Du hast BWL studiert. Gab es fachliche Inhalte, die dir in der Anfangsphase besonders geholfen haben? Und was musstest du dir selber beibringen, was du eigentlich schon gerne im Studium gelernt hättest? 

Fachlich habe ich vom BWL-Studium an sich natürlich super viel mitnehmen können, vor allem durch den Schwerpunkt „Unternehmensberatung“. Was man im Studium allerdings nicht lernt, ist Risiko auszuhalten und schnelle Entscheidungen zu treffen. Und auch das Maß an Verantwortung, das man als Unternehmerin hat, ist ein ganz anderes als in der Uni, wo man oft nur die Verantwortung dafür trägt, pünktlich zur Vorlesung zu erscheinen oder Klausurtermine wahrzunehmen.

Wenn du das Risiko ansprichst: Hast du einen konkreten Moment im Kopf, in dem dir das Risiko besonders bewusst war?

Das Thema Geld spielt natürlich eine zentrale Rolle. Gerade in der Aufbauphase überlegt man sich dreimal: Gebe ich dafür jetzt Geld aus oder nicht? Und was passiert, wenn es nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe? Dann ist das Kapital weg. Aber Fehler machen gehört auch einfach dazu. Man muss einfach lernen, Risiko auszuhalten und in Kauf zu nehmen.

Du gehst den Weg der Selbständigkeit gerade allein. Was war für dich der ausschlaggebende Punkt für diese Entscheidung und fehlt dir vielleicht auch manchmal ein Sparringspartner? 

Das was mich am meisten dazu bewegt hat, alleine zu gründen, war die maximale Entscheidungsfreiheit. Niemand redet dir rein, wie du dich positionierst, wie die Preise aussehen oder in welchem Tempo du gründest. Außerdem hat man 100% Ownership - ich muss mit niemandem teilen und alles gehört mir ganz alleine. Das hat für die persönliche Entwicklung einen enormen Vorteil, es gibt nur „Hopp oder Top“. Natürlich gibt es immer wieder Momente, in denen ich mir jemanden an der Seite wünschen würde, der eine zweite Meinung einbringt oder Dinge mit vorantreibt, aber der Lerneffekt allein ist unbezahlbar.

Gab es in deiner bisherigen Gründungszeit ein Gespräch, das dir eine völlig neue Tür geöffnet hat oder eine Person, ohne die du heute nicht da ständest, wo du jetzt bist? 

Ja, das war Dr. Markus Knappitsch, Executive Manager bei der Comma Soft. Ich habe ihm bei einem Abendessen erzählt, dass ich überlege, mich für das AWAKE-Gründerinnenprogramm der Start-up-Manufaktur zu bewerben, aber unsicher bin, ob ich schon so weit bin. Und er hat mich total supported und gesagt „Mach das, trau dich, du schaffst das.“ Auch wenn kritischere Stimmen aus dem engeren Umfeld gekommen sind, hat er mich weiter bestärkt und mir ein Bild mitgegeben, das mir total im Kopf geblieben ist: Stell dir eine Schafherde auf einer Weide vor. Irgendwann geht das Gatter auf und du hast die Wahl: Läufst du als Einzige raus oder bleibst du drin? Er hat gesagt, ich soll es einfach versuchen, was kann schon passieren? Ich glaube, das macht am Ende den entscheidenden Unterschied: dass du jemanden hast, der an dich glaubt, wenn du es selbst gerade nicht tust. 

„Ich glaube, das macht am Ende den entscheidenden Unterschied: dass du jemanden hast, der an dich glaubt, wenn du es selbst gerade nicht tust.”

Carina Brenner - Gründerin von Erfolgsfabrik Consulting

Carina Brenner

Gerade als junge Gründerin begegnest du sicherlich oft Vorurteilen. Wirst du öfter mal unterschätzt? Wie gehst du damit um? 

Ich glaube schon, dass Alter und Geschlecht immer noch eine Rolle spielen.Manchmal kann man machen, was man will, man wird unterschätzt. Aber ich sehe das mittlerweile positiv:Wer unterschätzt wird, hat den Überraschungseffekt auf seiner Seite. Kompetenz hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit Haltung und der Art der Umsetzung. In Studijobs wird man oft „nur“ als Studierende:r gesehen, dem man bestimmte Aufgaben nicht zutraut. In der Selbstständigkeit beweise ich das Gegenteil.

Das klingt sehr selbstbewusst. Das ist bestimmt etwas, was du dir mit der Zeit erarbeitet hast. Gab es auch mal Momente, an denen du alles hinschmeißen wolltest? 

Natürlich, die gibt es immer wieder. Was einem am Anfang nicht ganz so bewusst ist, wenn man es noch nicht selber erlebt hat, ist, dass Gründung nie linear verläuft. Es ist eine Achterbahnfahrt und es geht immer mal rauf und es geht immer mal runter. Ich führe quasi ein kleines „Problem-Konto“ – wenn ein Problem gelöst ist, kommen zwei neue obendrauf. Das gehört dazu, das muss man lernen auszuhalten.

Was bringt dich dann wieder zurück an den Schreibtisch? Warum machst du trotzdem weiter, obwohl wieder zwei neue Probleme aufgetreten sind?

Man muss sich immer wieder bewusst machen, warum man es tut. Sich immer das „Warum“ bewusst zu machen und die kleinen Erfolge zu feiern hilft enorm.

Du warst Teil unseres Gründerinnenprogramms AWAKE, welches über das Projekt EXIST Women läuft. Wie hat der Austausch mit anderen Frauen dein Bild vom Unternehmertum verändert?

Von außen wird Selbstständigkeit oft glorifiziert und vor allem an Umsätzen oder Kundenzahlen gemessen. Die meisten sehen nicht, wie viel man erstmal tun muss, um überhaupt als Unternehmerin existent zu sein. Gerade im Austausch mit den anderen Gründerinnen bei AWAKE habe ich gemerkt, dass alle Ängste, Zweifel und Sorgen haben und meistens auch über ähnliche Fragen stolpern. Wir konnten uns also sehr gut austauschen und haben uns ohne Konkurrenzdenken gegenseitig supported. Das Programm hat auch meinen Blick auf das Netzwerken verändert: Ich habe immer gedacht, dass Menschen, die schon viel weiter sind, nicht gerne Wissen oder Erfahrungen teilen möchten, aber es ist genau das Gegenteil. Diejenigen, die schon da sind, wo man selbst hinmöchte, sind gerade die, die helfen wollen. Das war für mich fast wie eine Erleuchtung. 

AWAKE war nur ein Teil deiner Reise. Welche Rolle hat die Start-up-Manufaktur insgesamt auf deinem Weg gespielt? 

Für mich war die Start-up-Manufaktur Chancengeber. Ohne euch hätte ich niemals die EXIST Women Förderung bekommen. Ihr seid Unterstützer und Macher zugleich. In der Gründungsberatung habt ihr einen ganz anderen Blick auf unsere Stärken und Schwächen, wo man selbst oft blinde Flecken hat. Deswegen kann ich jedem, der auch nur mit dem Gedanken spielt zu gründen, empfehlen, Kontakt zu euch aufzunehmen. 

Was ist der nächste große Meilenstein für Erfolgsfabrik Consulting? 

Es stehen dieses Jahr noch einige coole Projekte an und wir arbeiten im Moment ganz viel im Hintergrund „am“ Unternehmen, statt nur „im“ Unternehmen. Ein großes Ziel ist es, unsere Bekanntheit hier in der Region weiter zu steigern und bei den lokalen Unternehmen noch präsenter zu werden.

 

Erläuterung AWAKE/EXIST Women: 

Carina war 2025 Teil des zweiten Jahrgangs des Gründerinnenprogramms AWAKE, welches die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg im Rahmen des Programms EXIST-Women anbietet. Die AWAKE-Teilnehmerinnen durchlaufen ein sechsmonatiges Inkubatorprogramm mit aufeinander aufbauenden Workshops, finanzieller Förderung sowie Zugang zu einem Netzwerk aus Expert:innen, Mentor:innen und Gründerinnen. EXIST Women wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

Über Erfolgsfabrik Consulting

Erfolgsfabrik Consulting ist eine Unternehmensberatung, die sich auf ganzheitliche Beratung in den Bereichen Strategie, Organisation, Führung und Transformation für kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert hat. Der Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung. Dabei begleitet das Unternehmen seine Klient:innen partnerschaftlich, praxisnah und mit einem klaren Blick auf den langfristigen Erfolg. Das Ziel besteht darin, Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Dein Weg zur Gründung

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Karoline Noth

Projektleiterin SoNaR, @ Start-up-Manufaktur - das Gründungszentrum der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

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