Forschung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Forschungsdatenbank: Projekte
Forschungsprojekte (364)
Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Mitarbeit beim Rhine Ruhr Center for Science Communication Research (RRC) beschäftigt sich Aleksandra Vujadinovic mit dem, was die Geistes- und Sozialwissenschaften unter ‚Theorie‘ verstehen. Dazu untersucht sie Begriffe, Ideen und Materialitäten, die sich um diesen Diskurs gruppieren und die die entsprechende Forschungs- bzw. Veröffentlichungskultur bis heute prägen. Dabei stellt sie sich anhand ausgewählter Beispiele und Diskurse der Gegenwart die Frage, wie Theorie in Form gebracht wird und Gestalt annimmt: als Taschenbuch in den Publikationsreihen von Wissenschafts- und Publikumsverlagen? Als Theorie-Podcast? Als Theorie-Blog? Als Theorie-Meme? Ziel der Arbeit ist die Darstellung der Rolle der Ästhetik im Prozess der Kommunikation von Theorie.
Das vorliegende Promotionsvorhaben untersucht das aus Diplomatie und staatlichem Kontext abgeleitete Protokoll als besondere Form symbolischer Kommunikation (Zeremoniell). Es analysiert, wie Protokoll als Ordnungsrahmen offizielle Anlässe und hochrangige Ereignisse strukturiert und regelt – Abläufe, Rangordnungen, Sitzordnungen, Begrüßungen, Anreden oder Beflaggung – und dabei institutionelle Identität sowie Interessen sichtbar macht. Protokollarische Kommunikation fungiert als übergeordneter Rahmen für die Interaktion von Schlüsselakteur:innen in öffentlichen Kontexten. Sie dient der Repräsentation und strategischen Außendarstellung von Organisationen und trägt zugleich zum Aufbau und zur Pflege von Beziehungen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bei. Obwohl Protokoll eine zentrale Rolle in der Organisationskommunikation spielt, wurde es bislang überwiegend historisch oder rechtlich betrachtet. Die Arbeit schließt diese Forschungslücke, indem sie Protokoll aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive untersucht und seine symbolische Dimension analysiert, die sich in nonverbalen Kommunikationsformen – insbesondere durch Raum und Zeit – manifestiert und dadurch menschliche Interaktionen strukturiert und kontextualisiert.
Die Energiewende verfolgt in Deutschland und Europa das übergeordnete Ziel, eine klimaneutrale, sichere und wirtschaftlich tragfähige Energieversorgung zu schaffen. Deutschland hat ihr Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 gesetzlich manifestiert. Alle Ebenen des Staates stehen vor erheblichen Herausforderungen: steigende Investitionsbedarfe, volatile regulatorische Rahmenbedingungen sowie komplexe Abstimmungsprozesse zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auch die Kommunen im Kreis Kleve stehen im obigen Kontext vor erheblichen finanziellen, politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Während ambitionierte Klimaziele den Ausbau erneuerbarer Energien und die Dekarbonisierung lokaler Infrastrukturen erfordern, fehlen häufig tragfähige Finanzierungsmodelle und klare rechtliche Rahmenbedingungen; insbesondere vor dem Hintergrund einer in den letzten Jahren sehr starken Volatilität in der Regulierung des Bundes und der Länder. Diese Dissertation untersucht, wie im Kreis Kleve, der mit seinen 16 Kommunen eine überwiegend ländliche Struktur aufweist, die Energiewende trotz begrenzter Haushaltsmittel der einzelnen Kommunen und des Kreises, effizient gestaltet werden kann und entwickelt praxisnahe Lösungsansätze, die ökonomische Tragfähigkeit mit rechtlicher Umsetzbarkeit verbinden. Der innovative Beitrag liegt in der Kombination einer empirischen Kostenanalyse mit einer interdisziplinären Bewertung kommunaler Handlungsoptionen.
Ziel des Promotionsprojekts von Luise Friedemann ist die Entwicklung eines neuartigen Biosensors zur schnellen und zuverlässigen Erkennung krankheitserregender Mikroorganismen im Wasser. Bisherige Nachweismethoden benötigen oft mehrere Tage und aufwendige Laborausstattung, was besonders in ressourcenarmen Regionen eine zeitnahe Gefahreneinschätzung erschwert. Der geplante Sensor basiert auf sogenannten „Clickmeren“ – speziell chemisch modifizierten Aptameren. Diese künstlich hergestellten Moleküle wirken ähnlich wie Antikörper, lassen sich jedoch gezielt, kostengünstig und tierversuchsfrei herstellen. Sie erkennen und binden gezielt an typische Oberflächenmerkmale von Bakterien. Diese spezifische Bindung kann beispielsweise mithilfe von Fluoreszenzfarbstoffen und magnetischen Nanopartikeln in ein messbares, sichtbares Signal übersetzt werden, was eine schnelle und einfache Auswertung ermöglicht. So soll eine schnelle Point-of-Care Analyse ermöglicht werden. Langfristig könnte die Technologie nicht nur die Trinkwassersicherheit verbessern, sondern auch für medizinische Diagnostik oder den Nachweis gefährlicher Erreger in anderen Proben eingesetzt werden. Das Gesamtprojekt läuft mit verschiedenen Kooperationspartnern über das EFRE-Projekt "AQUASENSE" (EFRE-20800817).
Doktorandin Cassandra Moers erforscht Aluminium-Dickdrähte, die in einer Vielzahl von elektronischen Komponenten verarbeitet sind, beispielsweise in Sensoren und Steuergeräten von Transportmitteln. Solche elektronischen Komponenten gewinnen im Rahmen der E-Mobilität und des "unterstützenden und autonomen Fahrens" zunehmend an Bedeutung. Im täglichen Einsatz werden die Aluminium-Dickdrähte mechanischen, thermischen und elektrischen Belastungen ausgesetzt und können mit der Zeit versagen, was zu einem Komplettausfall des Bauteils führen kann. Deshalb untersucht und bewertet Doktorandin Cassandra Moers die Zuverlässigkeit der Drahtmaterialien und simuliert deren Einsatzverhalten. Die Aluminium-Dickdrähte, die sie untersucht, haben Durchmesser von unter einem halben Millimeter, was etwa zehnmal so dick wie ein menschliches Haar ist.
Gegenstand des Promotionsvorhabens sind Haltungen ehrenamtlicher Sterbebegleiter und Sterbebegleiterinnen gegenüber Informationstechnik. ‚Haltung‘ wird dabei als verkörpertes, wertebasiertes und relationales ‚Sich-Verhalten‘ verstanden. Die Analyse dieser Art von ‚Haltung‘ erfolgt im Vorhaben aus medienästhetischer Perspektive. Dazu wird (Medien-)Ästhetik insbesondere als sinnlich-affektive Qualität von Situationen, Materialien und Interaktionen aufgefasst, die solche Haltungen (mit-)prägt. Die für das Projekt erhobenen empirischen Daten basieren auf 17 Interviews mit Sterbebegleitenden aus drei verschiedenen Hospizvereinen. Die Datenaufbereitung erfolgt auch für ein partizipatives Format, dessen konkrete Ausgestaltung sich derzeit noch in der Planungsphase befindet. Das übergreifende Ziel des Vorhabens betrifft die Erarbeitung eines medienästhetischen Beitrags zum Design- und Technikdiskurs, in dem zentrale Themen der Sterbebegleitung (etwa Sterben, Tod und Trauer sowie Care) als Schlüsselbegriffe diskursiv behandelt werden.
In meiner Promotion untersuche ich, wie Cybersicherheitskommunikation an Hochschulen gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Faktoren die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit Cybersicherheit beeinflussen und wie geeignete kommunikative Gestaltungsprinzipien im Hochschulkontext entwickelt und verankert werden können. Die Arbeit verbindet kommunikationswissenschaftliche Perspektiven mit organisationalen Fragestellungen und leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Sicherheitskommunikation im akademischen Umfeld.
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Anwendung einer multivariaten Auswertemethode zur Analyse von flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) mittels Thermodesorption-Gaschromatographie-Massenspektrometrie (TD-GC-MS). Die Methode soll eine schnelle und reproduzierbare Identifikation charakteristischer Muster und Marker in komplexen VOC-Profilen ermöglichen. Im Fokus steht die Untersuchung der VOCs gesunder Kartoffeln und solcher, die von verschiedenen Schaderregern befallen sind. Ziel der Analyse ist es, sowohl eine Differenzierung zwischen den einzelnen Schaderregern als auch eine klare Abgrenzung gegenüber gesunden Kartoffeln zu ermöglichen. Durch die Identifikation solcher krankheitsspezifischen VOC-Marker soll das Potenzial von VOC-Profilen als diagnostisches Werkzeug in der Pflanzenpathologie untersucht werden. Die Arbeit verbindet chemisch-analytische Methoden, multivariate Datenanalyse und pflanzenpathologische Fragestellungen mit dem Ziel, neue Ansätze zur nicht-invasiven Erkennung von Pflanzenkrankheiten zu etablieren.
MoPilot ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das Menschen und Kommunen in ländlichen Regionen bei nachhaltiger Mobilität unterstützt. Im Mittelpunkt steht ein digitaler, KI-basierter Assistent. Er hilft dabei, Carsharing-Angebote einfacher zu betreiben und leichter zu nutzen. Ziel ist es, Mobilität auf dem Land verlässlicher, verständlicher und alltagstauglicher zu machen. Für dieses Projekt haben sich neben der H-BRS die Partner Vianova eG, die Reboot Mobility GmbH und die Wirtschaftsförderung Bruchsal zusammengefunden, ein komplementäres Team für nachhaltige Mobilität auf dem Land.
Projektleitung an der H-BRS
Prof. Dr. Alexander Boden Lena ReckiZiel des Projekts ist es, den Showroom als Forschungs- und Innovationszentrum zu etablieren, das Forschung, Lehre und Zusammenarbeit mit externen Partnern fördert. Durch die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft soll der Showroom den regionalen Technologietransfer stärken. Gleichzeitig werden nachhaltige Konzepte zur langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung des Betriebs entwickelt, um die Einrichtung über die Förderperiode hinaus fortzuführen.
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Vizepräsident Forschung und Transfer
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Zentrum für Wissenschafts- und Technologietransfer (ZWT)
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