Forschung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Forschungsdatenbank: Projekte
Forschungsprojekte (372)
Das Promotionsprojekt von MARCO ETTELT untersucht, warum insbesondere junge Menschen in digitalen Öffentlichkeiten unterschiedlich anfällig für Desinformation sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gesellschaftliche Voraussetzungen wie Bildung, kulturelle Ressourcen und Vertrauen in Institutionen mit den Sichtbarkeits- und Bewertungslogiken digitaler Plattformen zusammenwirken. Untersucht wird, wie algorithmische Empfehlungssysteme beeinflussen, welche Informationen sichtbar werden, wem Glaubwürdigkeit zugeschrieben wird und wie sich epistemische Autorität – also die gesellschaftlich anerkannte Fähigkeit, Wissen und dessen Gültigkeit mitzubestimmen – verändert. Statt Desinformationsanfälligkeit ausschließlich als individuelles kognitives Defizit zu betrachten, versteht die Arbeit sie als Ergebnis sozialer Ungleichheiten und technologisch strukturierter Informationsumgebungen. Methodisch verbindet die Dissertation quantitative und experimentelle Ansätze mit qualitativen Verfahren. Ziel ist ein integriertes Modell, das erklärt, wie soziale Position, Plattformstrukturen und Informationsbewertung zusammenwirken.
Im Forschungsprojekt DINGOL wird ein generisches Framework für Digitale Supply-Chain-Zwillinge entwickelt. Diese bilden reale Lieferketten dynamisch ab, verarbeiten aktuelle Daten und ermöglichen die Simulation sowie Optimierung von Produktions-, Lager-, Transport- und Distributionsprozessen. Ziel ist es, Unternehmen bei der nachhaltigen und resilienten Gestaltung ihrer Lieferketten zu unterstützen. Das Framework umfasst unter anderem Schnittstellen zu ERP-Systemen, eine Modellbibliothek, Simulations- und Optimierungsmodule, Machine-Learning-Verfahren sowie ein webbasiertes Cockpit zur Visualisierung und Entscheidungsunterstützung.
Das Projekt „BNE – mach ich schon!?“ untersucht, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen verstanden und in der Lehre umgesetzt wird. Ziel ist es, erstmals die Perspektive der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften systematisch zu erfassen und die bestehende Datengrundlage aus den Universitäten zu erweitern. Das Projekt unterstützt die Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Studium und Lehre und fördert den hochschulübergreifenden Austausch.
Projektleitung an der H-BRS
Prof. Dr. Wiltrud TerlauIm Projekt EMV-Wind wird eine Open-Source-Software entwickelt, welche die Hochfrequenzeffekte infolge schnellschaltender moderner Umrichter und die damit einhergehenden EMV-Effekte im Antriebsstrang von Windenergieanlagen analysiert und prognostiziert. Dafür werden Umrichter, Zuleitungskabel und Generator umfassend untersucht, Berechnungs- und Simulationsmodelle entwickelt und an Prüfständen getestet. Die Software soll dazu beitragen, EMV-relevante Fragestellungen bereits in der frühen Entwicklungsphase zu adressieren, um die Betriebssicherheit sowie die Lebensdauer der Anlagen zu verbessern.
Projektleitung an der H-BRS
Prof. Dr. Marco JungIm DFG-geförderten Forschungsverbund "CytoTransport" werden Expertisen in Biomedizin, computergestützter Modellierung, Strukturbiologie, Chemie und Materialwissenschaften vereint, um zelluläre Transportmechanismen in Gesundheit und Krankheit zu erforschen. Hierzu arbeiten 9 Arbeitsgruppen aus zwei Hochschulforschungsschwerpunkten zusammen, vertreten durch die beiden Forschungsinstitute IFGA und TREE. Ein übergeordnetes Ziel ist dabei, überlappende Interessen und Expertisen der Institute langfristig zu bündeln.
Projektleitung an der H-BRS
Prof. Dr. Mike Althaus Dr. Karl Kirschner Prof. Dr. Matthias Preller Prof. Dr. Dirk Reith Prof. Dr. Jörn Oliver Sass Prof. Dr. Margit Schulze Prof. Dr. Christopher Volk Prof. Dr. Steffen Witzleben Dr. Katrin RichterMit dem Start des Forschungsprojekts DECURA im Februar 2026 beginnt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie dezentrale Datenverarbeitung zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen sowie ihrer An- und Zugehörigen in der häuslichen Pflege eingesetzt werden kann. Ziel des Projekts ist es, durch dezentrale Datenverarbeitung die Selbstbestimmung der Betroffenen zu stärken und die Qualität der häuslichen Pflege nachhaltig zu verbessern.
Projektleitung an der H-BRS
Prof. Dr. Wolfgang HeidenDas Projekt „Co-produktive Lehrforschung Arbeit und Flucht“ (CoLAF) wird von April 2025 bis März 2027 im Programm Freiraum der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert. Im BA Nachhaltige Sozialpolitik forschen Studierende gemeinsam mit geflüchteten Frauen und kommunalen Partner:innen zum Thema Arbeitsmarktintegration. Im Fokus stehen Good-Practice Beispiele, Empowerment und Abbau intersektionaler Diskriminierung. Der Service-Learning-Ansatz schließt Transferlücken, vermittelt partizipative, ethisch sensible Methoden und mündet in praxisnahen Empfehlungen seitens der Studierenden.
Projektleitung an der H-BRS
Prof. Dr. Kerstin Rosenow-Williams Dr. Alina Lisa BergedieckDas Potenzial von tragbaren, zerstörungsfreien Geräten zum Nachweis von Elfenbein von Proboscidea entwickelt sich rasant, doch es bestehen nach wie vor zahlreiche Forschungslücken. Die elementare und strukturelle Zusammensetzung von Elfenbein liefert Einblicke in die Lebensräume und Lebensbedingungen der Tiere sowie in deren Herkunft – allesamt Aspekte, die für die Forensik, den Naturschutz und die Provenienzuforschung von großer Bedeutung sind. Ziel des Forschungsprojekts ist es, mithilfe von tragbaren Röntgenfluoreszenzspektrometern (XRF), Raman-Spektroskopie und LIBS neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen der Herkunft der Proben und der materiellen Zusammensetzung des Elfenbeins zu gewinnen und damit die Möglichkeit eines breiten Einsatzes der Methode durch zuständige Behörden oder Museen zu validieren. Zu diesem Zweck wurde die Literatur der letzten zehn Jahre ausgewertet, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Röntgenfluoreszenzspektroskopie (XRF) und der Raman-Spektroskopie lag. Untersuchungen mit handgeführten Raman-Spektrometern stützen sich auf spektrale Bindungen und konzentrieren sich auf die Identifizierung von Spezies und die Altersbestimmung, während Studien mit handgeführten RFA-Geräten die Elementzusammensetzung analysieren und ein breiteres Spektrum an Themen abdecken, darunter die Unterscheidung von echtem und gefälschtem Elfenbein, die Identifizierung von geschnitztem Elfenbein, den Nachweis elementarer Unterschiede in der Länge und im Querschnitt sowie die Beurteilung des Geschlechtsdimorphismus. Trotz des Einsatzes von RFA und Raman-Spektroskopie wird zunehmend eine ergänzende Methode, LIBS, genutzt, um Informationen zu verknüpfen, die Gültigkeit zu überprüfen und eindeutige Aussagen über die Echtheit einer Probe zu treffen. Zu diesem Thema Forscht NINA SCHEFFEL.
Die Promotion von JULIANE KARNEBOGE betrachtet, wie sich Verpackungskunststoffe aus Polyolefinen im Laufe der Lebensdauer verändern. Abgesehen von klassischen Alterungsparametern wie chemischen Einflüssen durch UV-Strahlung, Wärmeeinbringung und Medienkontakt, soll auch der Alterungsprozess von Rezyklaten verstanden werden. Alterung führt bei Kunststoffen zu einer Verschlechterung der Materialeigenschaften, welche insbesondere im Verpackungssektor essentiell für Sicherheit und Funktion sind. Bei virgin Kunststoffen und Rezyklaten werden in natürlicher und zeitraffender Alterung entstehende Effekte verglichen und die Langlebigkeit der recycelten Werkstoffe untersucht. Durch die Analyse und Korrelation der Materialeigenschaften in dieser Arbeit soll zukünftiger Versuchsaufwand minimiert werden, um so perspektivisch den Verbrauch an neuem Kunststoff zu reduzieren und die Nutzung von Rezyklaten zu erhöhen.
Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Mitarbeit beim Rhine Ruhr Center for Science Communication Research (RRC) beschäftigt sich ALEKSANDRA VUJADINOVIC mit dem, was die Geistes- und Sozialwissenschaften unter ‚Theorie‘ verstehen. Dazu untersucht sie Begriffe, Ideen und Materialitäten, die sich um diesen Diskurs gruppieren und die die entsprechende Forschungs- bzw. Veröffentlichungskultur bis heute prägen. Dabei stellt sie sich anhand ausgewählter Beispiele und Diskurse der Gegenwart die Frage, wie Theorie in Form gebracht wird und Gestalt annimmt: als Taschenbuch in den Publikationsreihen von Wissenschafts- und Publikumsverlagen? Als Theorie-Podcast? Als Theorie-Blog? Als Theorie-Meme? Ziel der Arbeit ist die Darstellung der Rolle der Ästhetik im Prozess der Kommunikation von Theorie.
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