Ringvorlesung

"Zwischenrufe zur Sozialpolitik"
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Unter diesem Titel startete im Sommer 2018 eine neue semesterübergreifende Ringvorlesung am Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung, die Ideen und Impulse zur Sozialpolitik diskutiert.

Ob Bürgerversicherung, bedingungsloses Grundeinkommen oder digitale Innovationen – alle sozialpolitischen Ideen und Entwicklungen mit weitreichenden potenziellen Auswirkungen kommen auf den Prüfstand. Scharfsichtige Analysen, innovative Reformvorschläge und theoretische Reflexionen zur Sozialpolitik finden hier einen Raum und ergänzen das Curriculum des neuen Bachelorstudiengangs "Nachhaltige Sozialpolitik". Abseits gängiger institutioneller Pfadabhängigkeiten von Sozialpolitik und festgefahrener sozialpolitischer Kontroversen, werden neue und unkonventionelle gesellschaftspolitische Perspektiven eröffnet und diskutiert.

 

Kommende Gastvorträge:

Mittwoch, 20. Januar 2021, 17 Uhr

Die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Staaten untereinander im Kontext der klimabedingten Migration 

Eine der größten Herausforderungen des Klimawandels wird die Migration der Menschen sein, die wegen der Folgen der Klimaveränderung die Lebensgrundlagen in ihrer Heimat verlieren. Im Rahmen seines Gastvortrags wird Herr Ministerialdirigent a. D. Dr. Will Frank, Ministerialdirigent a. D., Klimarechts-Experte, Autor und Mitarbeiter einer Anwaltssozietät, auf folgende Frage eingehen: Gibt es eine Pflicht der Staaten, die für den Klimawandel verantwortlich sind, diesen Menschen zu helfen und sie ggf. bei sich aufzunehmen? Der Vortrag bejaht dies auf der Grundlage der nach Völkerumweltrecht geltenden "no harm rule". 

Veranstaltungsort: Kleine Aula in der Steyler Mission, Arnold-Janssen-Str. 32, 53757 Sankt Augustin 

 

Mittwoch, 21. April 2021, 16 Uhr

„Zukunft des Sozialstaates in der ökologischen Transformation. Defizite und Anforderungen“ 

Die entwickelten Gesellschaften des Gegenwartskapitalismus stehen vor der Aufgabe, Produktion, Konsum und Lebensweise auf eine naturverträgliche Grundlage zu stellen. Dies erfordert weitreichende Umbrüche in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Enorme wirtschaftliche und soziale Risiken sind unvermeidbar. Der Sozialstaat steht in dieser Konstellation vor der Aufgabe, auf alte und neue soziale Risiken zu reagieren und zugleich den sozialökologischen Transformationsprozess zu flankieren.

Der Vortrag von PD Dr. Hans-Jürgen Urban (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Privatdozent am Institut für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena) will diskutieren, was dies für Sozialstaat, Gewerkschaften und andere Akteure heißen könnte.

Veranstaltungsort: Kleine Aula in der Steyler Mission, Arnold-Janssen-Str. 32, 53757 Sankt Augustin 

Eine Wegbeschreibung zur Steyler Mission finden Sie hier

 

Falls Sie regelmäßig über unsere Veranstaltungen informiert werden möchten, senden Sie uns bitte eine kurze E-Mail an: carolina.tobo-tobo@h-brs.de

 

Vergangene Veranstaltungen:

 

Zeit für ein Ende der Freiwilligkeit? Die Diskussion um ein Lieferkettengesetz zur Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards

Eva-Maria Reinwald, Fachpromotorin für Globale Wirtschaft und Menschenrechte (SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene), wird in ihrem Vortrag auf globale Hintergründe und die aktuellen politischen Entwicklungen in der Debatte um ein Lieferkettengesetz in Deutschland eingehen. Zudem wird sie Ziele und Forderungen der zivilgesellschaftlichen Kampagne „Initiative Lieferkettengesetz“ vorstellen und Engagement-Möglichkeiten thematisieren.  

Termin: Montag, 13. Januar 2020, von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr in der kleinen Aula in der Steyler Mission, Arnold-Janssen-Str. 32, 53757 Sankt Augustin

 

Zeit für eine große SGB XI – Reform

Wann ist eine Reform eine Reform? Pflegepolitik ist Teil der Sozialpolitik und Sozialpolitik ist Teil der gestaltenden Gesellschaftspolitik. Der Vortrag von Prof. Dr. Schulz-Nieswandt, Professor für Sozialpolitik und Methoden der qualitativen Sozialforschung an der Universität zu Köln, skizzierte Eckpunkte und Konturen einer Werte-orientierten Kommunalisierung der Alter(n)spolitik.

Termin: Donnerstag, 9. Januar 2020, von 16:00 bis 17:30 Uhr im Hörsaal 8, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Grantham-Allee 20, Sankt Augustin

 

UNO-Flüchtlingshilfe. Die Marke und ihr Fundraising

Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, berichtete über die weltweite Situation von Flüchtlingen, insbesondere über die Arbeit des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Über 170.00 Menschen sind nach der aktuellen Eskalation in Nordsyrien auf der Flucht. Viele Tausend Menschen sind mittlerweile im Nordirak. Die UNO-Flüchtlingshilfe mobilisiert die Zivilgesellschaft, um die weltweiten, lebensrettenden Einsätze des UNHCR zu finanzieren.

In seinem Vortrag ging Ruhenstroth-Bauer auch darauf ein, warum es schwieriger wird, finanzielle Unterstützung zu mobilisieren – und aus welchem Grund auf Fake-News und eine immer weniger informationsbasierte öffentliche Diskussion die richtigen Antworten gefunden werden müssen.  

Termin: Mittwoch, 20.11.2019, von 18:00 bis 19:30 Uhr in der kleinen Aula in der Steyler Mission, Arnold-Janssen-Str. 32, 53757 Sankt Augustin

 

Should I stay, or should I go? Migration und Nachhaltige Sozialpolitik

Qualifizierte Zuwanderung und Integration gelten als vielversprechende Wege dem Fachkräftemangel der Bundesrepublik zu begegnen. Die sozialpolitischen Themen Arbeitsmigration, Integration bzw. Reintegration und berufliche Bildung rücken dabei zunehmend in den Fokus der Politik wie auch in den Fokus von Arbeitgeberverbänden und Kammern. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung muss das Ziel der Diskussion sein, den Blick auf die Effekte der Arbeitsmigration in den Herkunftsstaaten zu lenken und Maßnahmen zu ergreifen, über die positive Effekte generiert werden und diese sich zwischen den Herkunftsstaaten, den Zielstaaten und den betroffenen Individuen besser verteilen können.

Prof. Dr. Michael Sauer ist ab dem 1. Oktober 2018 als Professor für Nachhaltige Sozialpolitik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beschäftigt. Zuvor beriet er u.a. von 2015 bis 2018 das Ministerium für Arbeit und Soziales der Republik Kosovo bei der Entwicklung und Umsetzung einer nachhaltigen Arbeitsmigrationsstrategie.

Termin: Mittwoch, 25.09.2019 von 15.30 – 16.30 Uhr im Audimax

 

Dauerbaustelle Gesundheitsreform?

Warum sind die Reform und Steuerung des Gesundheitswesens eine politische Daueraufgabe? Mit welchen Herausforderungen und Fehlentwicklungen wird das deutsche Gesundheitssystem konfrontiert? Und welche zukünftigen Lösungsansätze und Perspektiven gibt es?

Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes e.V., ist als Jurist und Krankenversicherungsexperte im Rahmen seines Vortrags „Herausforderungen und Reformperspektiven der Gesundheitspolitik“ diesen Fragen näher auf den Grund gegangen und von seinen Erfahrungen aus seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter im Bundesministerium für Gesundheit unter Ministerin Ulla Schmidt berichtet.

Termin: Freitag, 07.06.2019, 11:00 – 12:30 Uhr, Hörsaal 3 Hauptgebäude Sankt Augustin

 

Gutes tun und Geld verdienen?

Einen anderen Trend, nämlich den, sozialen und finanziellen Return on Investment gleichzeitig zu denken und zu fordern, debattierte Dr. Philipp Degens von der Universität Hamburg in seinem Vortrag am 10.01.2019 zum Thema „Gutes tun und Geld verdienen? Philanthrokapitalismus und wohlfahrtsstaatlicher Wandel“.

 

Reizendes Anreizdenken in der Sozialpolitik

Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke von der Evangelischen Hochschule Darmstadt hinterfragte in ihrem Vortrag am 15.11.2018 über „Reizendes Anreizdenken in der Sozialpolitik. Anmerkungen zur nötigen sozialpsychologischen Basis sozialpolitischer Überlegungen“ die zuweilen dominante ökonomische Perspektive auf sozialpolitische Maßnahmen.

 

Die Rolle von Utopien für die Sozialpolitik

Den Auftakt machte Prof. Dr. Remi Maier-Rigaud am 10.07.2018 mit einem Vortrag zum Thema „Die Rolle von Utopien für die Sozialpolitik“. Er fragte dabei nach dem Orientierungswert von positiven Utopien, aber auch von Dystopien für die praktische Sozialpolitik. Die Kleinteiligkeit vieler sozialpolitischer Reformen erfordere positive utopische Orientierungspunkte, so seine These.

13.01.2020
Eva-Maria Reinwald, Fachpromotorin für Globale Wirtschaft und Menschenrechte (SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene)

09.01.2020
Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, Professur für Sozialpolitik und Methoden der qualitativen Sozialforschung an der Universität zu Köln

20.11.2019
Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe: „UNO-Flüchtlingshilfe. Die Marke und ihr Fundraising"

25.09.2019
Prof. Dr. Michael Sauer, Professur für Sozialpolitik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: "Should I stay, or should I go? Migration und Nachhaltige Sozialpolitik"

07.06.2019
Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes e.V.: "Dauerbaustelle Gesundheitsreform?"

10.01.2019
Dr. Philipp Degens, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg: „Gutes tun und Geld verdienen? Philanthrokapitalismus und wohlfahrtsstaatlicher Wandel“

15.11.2018
Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke, Professorin für Ökonomie und Sozialpolitik an der Evangelischen Hochschule Darmstadt: „Reizendes Anreizdenken in der Sozialpolitik. Anmerkungen zur nötigen sozialpsychologischen Basis sozialpolitischer Überlegungen“

10.07.2018
Prof. Dr. Maier-Rigaud, Professur für Sozialpolitik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: „Die Rolle von Utopien für die Sozialpolitik“