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Forschung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Forschungsdatenbank: Projekte

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Forschungsprojekte (375)

Beyond Words: Vocal Affect Dynamics in the Coaching Process

Mit mir bekommen Affekte im Coaching eine Stimme. Coaching soll Menschen dabei unterstützen, ihre persönlichen und beruflichen Ziele zu erreichen. Lange stand dabei vor allem die kognitive Ebene im Vordergrund. Welche Rolle affektive Zustände spielen, ist bislang wenig erforscht. Mein Promotionsvorhaben setzt daher direkt am Coachinggespräch an: Anhand realer Coachingsitzungen untersuche ich mit computergestützter Stimmanalyse, wie sich der affektive Ausdruck von Coachees innerhalb einer Sitzung und über mehrere Sitzungen hinweg verändert. In drei Studien geht es darum, wie sich Wechsel im affektiven Zustand auf den Coachee auswirken, wodurch solche Wechsel angestoßen werden und wie sich der Affekt über den gesamten Coachingprozess entwickelt. Das Projekt von LEONIE SEYNSCHE verbindet Psychologie, Linguistik und Informatik. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, affektive Prozesse im Coaching besser zu verstehen und gezielter zu begleiten.

🎓Leaky Pipeline at German Universities: The Potential of (Fe)Male Allies and Vulnerability

Je höher die akademische Karrierestufe, desto geringer der Frauenanteil. Können Verbündete für Geschlechtergerechtigkeit, sogenannte Equality Allies, dabei helfen, Frauen im Wissenschaftssystem zu halten? Das Promotionsprojekt untersucht, wie wirksam (Fe)male Allies an deutschen Hochschulen sind und was ihren Einfluss bedingt. Ihre Wirksamkeit wird zum einen an ihrer Fähigkeit festgemacht, Frauen Identitätssicherheit zu vermitteln und so ihre Karriereabsicht positiv zu beeinflussen. Zum anderen wird erhoben, wie Allies ihre eigene Wirksamkeit beschreiben und ob sie andere Hochschulmitglieder von Gleichstellungsanliegen überzeugen können. Dabei wird auch betrachtet, welche Rolle Geschlecht und sexuelle Orientierung der Allies spielen und mit welcher Kommunikationsstrategie sie Gleichstellungsbotschaften am überzeugendsten vermitteln, etwa durch einen persönlichen Betroffenheitsbericht oder ein selbstreflexives Fehlereingeständnis. Untersucht wird dies mithilfe von drei experimentellen Online-Studien und einer qualitativen Interviewstudie. Ziel ist es, Allyship von einem individuellen Engagement hin zu einer strategischen Ressource der Hochschulentwicklung zu transformieren. Dies wird von Josephine Kullat erforscht.

🎓Entwicklung eines vereinfachten Charakterisierungs- und Modellierungsworkflows zur robusten Gestaltung blasgeformter Kunststoffverpackungen unter Rezyklateinsatz

Die Verarbeitung von recycelten Kunststoffen stellt Hersteller von blasgeformten Verpackungen, wie Flaschen oder Kanistern, vor große Herausforderungen. Dies liegt an den chargenabhängig stark schwankenden Qualitäten und Materialeigenschaften der Rezyklate, welche die Stabilität der Endprodukte beeinträchtigen können. Die geplante Promotion soll experimentelle sowie simulative Ansätze verbinden, um eine Nutzung dieser Materialien für blasgeformte Produkte zu vereinfachen. Zum einen sollen hierzu die Schwankungen der mechanischen Materialeigenschaften experimentell untersucht werden. Hierbei soll durch eine potenzielle Korrelation von Eigenschaften eine vereinfachte Bewertungsstrategie für Rezyklate erarbeitet werden. Zum anderen sollen effiziente Workflows zur Materialmodellierung und Simulation von Rezyklatprodukten entwickelt werden, um hierauf aufbauend Strategien für ein robustes Produktdesign zu schaffen. So sollen zukünftig Produkte aus Rezyklatmaterial trotz schwankender Materialeigenschaften stabil und damit einhergehend sicher ausgelegt werden. Gesamtheitlich soll durch die Promotion von TIZIAN VONESTER die Nutzung von recycelten Kunststoffen vereinfacht und die Verpackungsindustrie in ihrer Entwicklung hin zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft unterstützt werden.

🎓Epistemic Authority as Social Reproduction in Algorithmically Influenced Public Spheres: A Structural Model of Susceptibility to Disinformation

Das Promotionsprojekt von MARCO ETTELT untersucht, warum insbesondere junge Menschen in digitalen Öffentlichkeiten unterschiedlich anfällig für Desinformation sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gesellschaftliche Voraussetzungen wie Bildung, kulturelle Ressourcen und Vertrauen in Institutionen mit den Sichtbarkeits- und Bewertungslogiken digitaler Plattformen zusammenwirken. Untersucht wird, wie algorithmische Empfehlungssysteme beeinflussen, welche Informationen sichtbar werden, wem Glaubwürdigkeit zugeschrieben wird und wie sich epistemische Autorität – also die gesellschaftlich anerkannte Fähigkeit, Wissen und dessen Gültigkeit mitzubestimmen – verändert. Statt Desinformationsanfälligkeit ausschließlich als individuelles kognitives Defizit zu betrachten, versteht die Arbeit sie als Ergebnis sozialer Ungleichheiten und technologisch strukturierter Informationsumgebungen. Methodisch verbindet die Dissertation quantitative und experimentelle Ansätze mit qualitativen Verfahren. Ziel ist ein integriertes Modell, das erklärt, wie soziale Position, Plattformstrukturen und Informationsbewertung zusammenwirken.

DINGOL - Digitaler und Intelligenter Zwilling zur Nachhaltigen Gestaltung und Optimierung von Lieferketten

Im Forschungsprojekt DINGOL wird ein generisches Framework für Digitale Supply-Chain-Zwillinge entwickelt. Diese bilden reale Lieferketten dynamisch ab, verarbeiten aktuelle Daten und ermöglichen die Simulation sowie Optimierung von Produktions-, Lager-, Transport- und Distributionsprozessen. Ziel ist es, Unternehmen bei der nachhaltigen und resilienten Gestaltung ihrer Lieferketten zu unterstützen. Das Framework umfasst unter anderem Schnittstellen zu ERP-Systemen, eine Modellbibliothek, Simulations- und Optimierungsmodule, Machine-Learning-Verfahren sowie ein webbasiertes Cockpit zur Visualisierung und Entscheidungsunterstützung.

BNE – mach ich schon!?

Das Projekt „BNE – mach ich schon!?“ untersucht, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen verstanden und in der Lehre umgesetzt wird. Ziel ist es, erstmals die Perspektive der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften systematisch zu erfassen und die bestehende Datengrundlage aus den Universitäten zu erweitern. Das Projekt unterstützt die Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Studium und Lehre und fördert den hochschulübergreifenden Austausch.

Projektleitung an der H-BRS

Prof. Dr. Wiltrud Terlau
EMV-Wind - Entwicklung von EMV-Prognosesystemen und Bereitstellung einer Open Source Plattform zur Beschleunigung von Entwicklungsphasen von Windenergieanlagen

Im Projekt EMV-Wind wird eine Open-Source-Software entwickelt, welche die Hochfrequenzeffekte infolge schnellschaltender moderner Umrichter und die damit einhergehenden EMV-Effekte im Antriebsstrang von Windenergieanlagen analysiert und prognostiziert. Dafür werden Umrichter, Zuleitungskabel und Generator umfassend untersucht, Berechnungs- und Simulationsmodelle entwickelt und an Prüfständen getestet. Die Software soll dazu beitragen, EMV-relevante Fragestellungen bereits in der frühen Entwicklungsphase zu adressieren, um die Betriebssicherheit sowie die Lebensdauer der Anlagen zu verbessern.

Projektleitung an der H-BRS

Prof. Dr. Marco Jung
CytoTransport - Mechanismen und Modulation zellulärer Transportprozesse

Im DFG-geförderten Forschungsverbund "CytoTransport" werden Expertisen in Biomedizin, computergestützter Modellierung, Strukturbiologie, Chemie und Materialwissenschaften vereint, um zelluläre Transportmechanismen in Gesundheit und Krankheit zu erforschen. Hierzu arbeiten 9 Arbeitsgruppen aus zwei Hochschulforschungsschwerpunkten zusammen, vertreten durch die beiden Forschungsinstitute IFGA und TREE. Ein übergeordnetes Ziel ist dabei, überlappende Interessen und Expertisen der Institute langfristig zu bündeln.

Projektleitung an der H-BRS

Prof. Dr. Mike Althaus Dr. Karl Kirschner Prof. Dr. Matthias Preller Prof. Dr. Dirk Reith Prof. Dr. Jörn Oliver Sass Prof. Dr. Margit Schulze Prof. Dr. Christopher Volk Prof. Dr. Steffen Witzleben Dr. Katrin Richter
DECURA Dezentrale digitale Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre An- und Zugehörigen

Mit dem Start des Forschungsprojekts DECURA im Februar 2026 beginnt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie dezentrale Datenverarbeitung zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen sowie ihrer An- und Zugehörigen in der häuslichen Pflege eingesetzt werden kann. Ziel des Projekts ist es, durch dezentrale Datenverarbeitung die Selbstbestimmung der Betroffenen zu stärken und die Qualität der häuslichen Pflege nachhaltig zu verbessern.

Projektleitung an der H-BRS

Prof. Dr. Wolfgang Heiden
Co-produktive Lehrforschung Arbeit und Flucht (CoLAF)

Das Projekt „Co-produktive Lehrforschung Arbeit und Flucht“ (CoLAF) wird von April 2025 bis März 2027 im Programm Freiraum der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert. Im BA Nachhaltige Sozialpolitik forschen Studierende gemeinsam mit geflüchteten Frauen und kommunalen Partner:innen zum Thema Arbeitsmarktintegration. Im Fokus stehen Good-Practice Beispiele, Empowerment und Abbau intersektionaler Diskriminierung. Der Service-Learning-Ansatz schließt Transferlücken, vermittelt partizipative, ethisch sensible Methoden und mündet in praxisnahen Empfehlungen seitens der Studierenden.

Projektleitung an der H-BRS

Prof. Dr. Kerstin Rosenow-Williams Dr. Alina Lisa Bergedieck

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