Unsere Promovierenden

"Ich forsche an Wasser - damit das klar ist!" (Roman Grimmig, Doktorand im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften)

Wir haben viele talentierte Köpfe. Derzeit promovieren an der H-BRS, aus allen Fachbereichen kommend, 84 NachwuchswissenschaftlerInnen. Nachfolgend geben wir einen kleinen Einblick in die Themenvielfalt ihrer Forschungsarbeiten (Auswahl, Stand Februar 2020). 

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Strömungen und Turbulenzen umgeben uns jeden Tag: Wir sehen sie beim Eingießen von Milch in Kaffee, in den Rauchschwaden eines Räucherstäbchens oder spüren sie während eines turbulenten Fluges. Diese Strömungen vorherzusagen erfordert sowohl mathematische Beschreibungen als auch Methoden zum Lösen dieser Gleichungen. Mario Bedrunka forscht an Lattice-Boltzmann-Methoden zum Berechnen dieser Strömungen. Diese Methoden haben sich in den letzten Jahren als ausgereiftes Werkzeug für Strömungssimulationen bewährt und ermöglichen eine effiziente Berechnung von Turbulenzen, die in der Luft- und Raumfahrt oder Elektromobilität immer gegenwärtig sind.​ Mit dem Fokus auf Turbulenz in porösen Medien sollen sich aktuelle Fragestellungen, wie der Wasserstoffspeicherung in chemischer Form, analysieren lassen. Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Dynamische Preismodelle sind in einigen Branchen insbesondere bei Reise- und Flugbuchungen längst keine Seltenheit mehr. Dabei werden Preise für identische Produkte aufgrund von veränderten Marktbedingungen im Zeitablauf dynamisch und mittlerweile in Echtzeit angepasst. Lena Cassens beschäftigt sich in ihrer Forschungsarbeit mit den Auswirkungen dieser Preispolitik auf das Verbraucherverhalten. Mit Ihren Erkenntnissen möchte sie zeigen, inwiefern Kunden dynamische Preise wahrnehmen und akzeptieren und weiterhin welches Potenzial das Modell in Branchen wie dem Lebensmitteleinzelhandel bietet. Betreuung: Prof. Dr. Gunnar Stevens

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Ahmad Drak entwickelt ein fliegendes Robotersystem, das in der Lage ist, die sich ständig verändernde Umgebung, in der es sich bewegt, effizient zu erkunden. Das Ergebnis ist eine Fülle nützlicher Informationen, die das System lernen und maximieren soll. Damit wird erstens die Zeit verkürzt, die der Roboter für die Erforschung seiner Umgebung benötigt, und zweitens wird der Energieverbrauch des Robotersystems reduziert.
Weitere Infos  Betreuung: Prof. Dr. Alexander Asteroth

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Wasserstoff als Energieträger ist eine aussichtsreiche Alternative für fossile Brennstoffe. Ein wichtiger Aspekt für dessen Verwendung ist die Speicherung, wozu sich Metallhydride anbieten. Dabei wird das Gas chemisch in einem Metall oder einer Metalllegierung gebunden. David Dreistadts Forschung hat u.a. zum Ziel, die Integration solcher Metallhydrid-Speicher für Wasserstoff in moderne Energieversorgungsnetzwerke zu untersuchen. Mit Hilfe der Simulation sollen Erkenntnisse über die optimale Auslegung und den Betrieb dieser Netzwerke gewonnen werden. Betreuung: Prof. Dr. Stefanie Meilinger.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Ingenieure und Designer wollen oft schon früh in Entwicklungsprozessen voraussehen, welche potentiellen Lösungen für sie wichtige Qualitätskriterien erfüllen werden, z.B. in der Architektur, Flugzeugtechnik, Stadtplanung oder in der Robotik. Weil sich nicht alle Kriterien einfach beschreiben lassen, sind solche Prozesse meistens in unterschiedliche Phasen eingeteilt. Doktorand Alexander Hagg untersucht, wie sogenannte Quality-Diversity-Algorithmen, die in der Lage sind große Mengen an guten Lösungen hervorzubringen, als interaktive Tools in Entwicklungsprozessen eingebettet werden können. Dabei entsteht eine Interaktion zwischen Mensch und Maschine, welche dem Ingenieur die Möglichkeit bieten, schon früh im Entwicklungsprozess innovative Lösungen zu entdecken. Betreuung: Prof. Dr. Alexander Asteroth

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Kunststoffverpackungen werden in der Regel aus Erdöl gemacht und enthalten Chemikalien, die die Zersetzung der Verpackung verhindern und ihre Haltbarkeit deutlich erhöhen. Thomas Havelt erforscht pflanzliche Alternativen für diese teilweise gesundheitsgefährlichen und umweltschädlichen Chemikalien mit dem Ziel, umweltverträglichere Verpackungen zu entwickeln. Thomas Havelt ist Stipendiat des Fachbereichs Angewandte Naturwissenschaften und arbeitet im EFRE-Projekt (Biobasierte Werkstoffe und Verpackungsmaterialien, Teilprojekt Bioaktive Additive) am H-BRS-Standort Rheinbach. Betreuung: Prof. Dr. Michaela Schmitz

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Sarah Heß‘ Forschungsziel ist der Nachweis von DNA-Profilen („genetischen Fingerabdrücken“) aus ausgefallenen Einzelhaaren. In den meisten Fällen tragen sie nur noch eine geringe Menge an DNA, die in sehr kurze Stücke zerfallen ist. Um vom Haar auf den Spurenverursacher zu schließen, erfordert die Analyse dieses Spurentyps eine Reihe von hochempfindlichen Nachweismethoden, die an der H-BRS verbessert und für die Anwendung an Mikrospuren optimiert werden. Betreuung: Prof. Dr. Richard Jäger

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

In vielen Regionen mangelt es an Psychotherapeuten, sodass Patienten lange auf Termine warten müssen. Um diese Wartezeiten zu überbrücken, nehmen manche Betroffenen vorrübergehend therapeutische Hilfen über das Internet in Anspruch. Leider sind diese Hilfen (Interventionen) meist recht eintönig, was zu hohen Abbruchraten führt. Wie gelingt es uns also Interventionen zu erstellen, die nicht nur helfen, sondern auch Spaß machen? Mit diesem Forschungsfeld setzt sich Ben Lenk-Ostendorf auseinander. Er versucht systematisch Interventionen in Spiele zu verwandeln, damit Gesundheit Spaß macht. Betreuung: Prof. Dr. Christine Syrek

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Melanie Ludwig untersucht in ihrer Forschung, wie sie die Fitness einer Person beim Ausdauersport nur mit Hilfe der Herzfrequenz am Computer modellieren, also nachbilden und auch vorhersagen kann. Normalerweise ist die Feststellung der Fitness im Ausdauersport mit aufwändigen und anstrengenden Tests verbunden, die insbesondere im Hobby- und Gesundheitssport aus vielerlei Gründen nur schwer umsetzbar sind. Melanie Ludwig möchte mit ihren Computermodellen, die auf alltäglicher sportlicher Aktivitäten und der Herzfrequenz beruhen, aufwändige Tests vermeiden und möglichst viele Menschen durch individuelles und gesundheitsförderliches Training unterstützen. Weitere Infos Betreuung: Prof. Dr. Alexander Asteroth

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Südafrika ist durch hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit geprägt. Die universelle Grundsicherung (UBIG) wurde als politische Option diskutiert, aber nicht systematisch. Derzeit existieren unterschiedliche Konzepte des UBIG, und man weiß nicht, ob verschiedene Varianten der UBIG zu unterschiedlichen (politischen) Unterstützungsstufen führen würden. Brian Mathebulas Forschung konzentriert sich auf das unterschiedliche konzeptionelle Verständnis des UBIG. Er möchte wissen, welche gesellschaftlich akzeptierten Voraussetzungen nötig wären, um das bedingungslose Grundeinkommen in Südafrika umzusetzen. Betreuung: Prof. Dr. Esther Schüring

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Michael Meurers Forschungsinteresse geht unter die Haut. Er beschäftigt sich mit Transdermal Therapeutischen Systeme = TTS. Das sind Arzneimittelpflastern, die auf die Haut aufgeklebt werden und dort Wirkstoffe aus einem Depot an den Körper abgeben. Diese Pflaster kommen bei der Behandlung von starken Schmerzen oder bei Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson zum Einsatz. Standardmäßig wird deren Haftung heutzutage leider sehr anwendungsfern an Edelstahlplatten geprüft. Auf der menschlichen Haut kann die Haftung aber dann teils ganz anders ausfallen. Deshalb forscht Michael Meurer an anwendungsnahen Prüfmethoden auf künstlichen Hautsubstraten, um die Weiterentwicklung der Pflaster voranzutreiben. Das Ziel ist die Haftung des gesamten Pflasters auf der Haut über einen Zeitraum von bis zu einer Woche. Weitere Infos Betreuung: Prof. Dr. Bernhard Möginger

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Patrick Ottensmeyer erforscht, wie man Menschen mit großen Knochendefekten und Bedarf an Transplantationen helfen kann. Dazu isoliert er humane Stammzellen aus dem Fett und differenziert diese auf einem Trägermaterial in Knochenzellen. Mittels „HOX“ Transkriptionsfaktoren will er die beste Körperregion für die Stammzellentnahme definieren. Des weiteren versucht Patrick Ottensmeyer die Knochenzellentwicklung sowie die Blutgefäßneubildung für die Versorgung des Transplantats durch spezifische Rezeptoren anzuregen. Getestet wird das neue System von der Zellkultur über den Bioreaktor bis zur Präklinik. Weitere Infos Betreuung: Prof. Dr. Edda Tobiasch

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Persönlichkeiten gründen Unternehmen. Ausgehend von einem Fragebogen zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen erfolgreicher Unternehmensgründer, konzipiert Aleksandra Paluch ein modulares Coaching-Konzept, welches je nach Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals individuell auf den Unternehmensgründer angepasst werden kann. Neben der Evaluierung des Konzeptes klärt sie weiterhin die Frage nach der Veränderung der für erfolgreiche bzw. erfolglose Unternehmensgründer spezifischen Persönlichkeitsmerkmale und untersucht, ob sich das Wohlbefinden der gecoachten Unternehmensgründer von dem nicht-gecoachter Gründer unterscheidet. Weitere relevante Konstrukte, wie z. B. die individuelle Kompetenz, mit Veränderungen umzugehen, zu kommunizieren oder die Fähigkeit zum Networking, sollen die Forschungsfrage im Laufe der Promotion erweitern. Betreuung: Prof. Dr. Peter Muck

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Um langfristig die Arbeitsfähigkeit der weniger und älter werdenden Beschäftigten zu sichern, wird das Betriebliche Gesundheitsmanagement immer bedeutsamer. Ein zentraler Ansatz zum Abbau von Beanspruchungen und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit während des Arbeitstages ist der gezielte Einsatz von Arbeitspausen. Eine reine Arbeitsunterbrechung bringt allerdings nicht zwingend auch eine Erholung mit sich. Ziel der Forschungsarbeiten von André Scholz ist es daher, Arbeitspausen möglichst bedarfsgerecht zu gestalten und die Wirkung verschiedener Pausenformen zu untersuchen. Betreuung: Prof. Dr. Theo Scholz

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

„War for Talent“ ist in Zeiten des Fachkräftemangels der Kampf um qualifizierte MitarbeiterInnen. Durch Globalisierung und demografischen Wandel sind auch deutsche Unternehmen mitten drin in diesem Kampf um die besten Köpfe. Doktorandin Usha Singh erforscht, wie Bereiche der Personalplanung in Unternehmen optimiert werden können: Inwiefern können sichtbare Merkmale wie z.B. der Gesichtsausdruck oder die Generationenzugehörigkeit in Bewerbungsverfahren genutzt werden? Haben jüngere Generationen, insb. die Generation Y, andere Arbeitsvorstellungen als Personen die älteren Generationen angehören? Unterschiedlich alte MitarbeiterInnen können zudem unterschiedliche Gesundheitsbedürfnisse haben. Deshalb hinterfragt Usha Singh auch Trends im nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagement vor allem in Bezug auf die Pausengestaltung. Betreuung: Prof. Dr. Theo Peters

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine systemische Skeletterkrankung, bei der sich die Knochensubstanz verstärkt abbaut. Grundsätzlich ist Osteoporose heutzutage nicht heilbar. Lediglich das Fortschreiten der Krankheit kann durch Behandlung verzögert werden. Jedoch können aktuell genutzte Medikamente erhebliche Nebenwirkungen haben, sodass neue Zielmoleküle für zusätzliche Behandlungsstrategien sinnvoll sind. So ein Zielmolekül könnte Cathepsin K sein. Daher wird von Christian Tonk ein Cathepsin K Hemmer auf seinen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel untersucht, um Kapazität des Hemmers als zukünftiges Medikament gegen Osteoporose zu testen. Betreuung: Prof. Dr. Edda Tobiasch

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

 

Augmented Reality-Brillen sind Datenbrillen, in deren Sichtfeld zeitgleich alle erdenklichen Informationen visuell eingeblendet werden. Diese Informationen sollen das Bewusstsein für bestimmte Situationen durch korrekte Wahrnehmung, Interpretation und Einschätzung der Umgebung verbessern. Aktuelle AR-Brillen haben allerdings einen Nachteil: Ihr Sichtfeld ist so klein, dass die eingeblendeten Informationen kritische Hinweise aus der Umwelt verdecken, die Brillentragenden ablenken oder sie mit einer zu großen Informationsdichte überfordern können. Christina Trepkowski arbeitet daran, einen Teil der visuellen digitalen Information in Audio- und Vibrationsreize umzuwandeln. Als Psychologin liegt ihr Schwerpunkt darauf, diese neuartigen Methoden zu bewerten, zu vergleichen und zu optimieren, indem sie Verfahren zur Messung des Situationsbewusstseins der Brillentragenden entwickelt und einsetzt. Weitere Infos Betreuung: Prof. Dr. Ernst Kruijff

 

 

Eine Auswahl weiterer Promotionsprojekte finden Sie, alphatisch nach den Bearbeitenden sortiert, in der folgenden Liste:

Abla Alzagameem, Angewandte Naturwissenschaften, Projekt BiopolymerModell
Um auf Ressourcen auf Erdölbasis zu verzichten, versucht die jüngere Forschung grüne Materialien aus nachhaltigen Ressourcen für zukünftige Chemikalien, Brennstoffe, Polymere und Fasern zu entwickeln. Das zweithäufigste Biopolymer auf der Erde ist (nach Zellulose) Lignin, und jenes könnte in Zukunft Ressourcen fossiler Brennstoffe ersetzen. Lignin trennt Zellulose und Hemizellulose in der pflanzlichen Zellwand. Es wird größtenteils als Nebenprodukt der Zellstoffbehandlungen hergestellt und zur Erzeugung von Energie verbrannt, die im weiteren Verlauf des Zellstoffprozesses genutzt wird. Spannend ist vor allem die polyphenolische Natur des Lignins mit antioxidativer und antimikrobieller Wirksamkeit. Doktorandin Abla Alzagameem hat in ihrer Forschung mehrere Arten von Ligninen (Kraft-, Organosolve-, Holz- und Gras-Lignin) gewonnen. Außerdem testete sie die antioxidative und antimikrobielle Wirkung und polymerisierte die aktiven Lignintypen mit Cellulose und Chitosan für Lebensmittelverpackungsanwendungen. Schließlich testete sie die antioxidativen und antimikrobiellen Aktivitäten der Folien gegen Krankheitserreger, die die Lebensmittel verderben. Betreuung: Prof. Dr. Margit Schulze

 

Iman Awaad, Informatik / Atonomous Systems
Menschen sind in der Lage, Pläne zur Erreichung ihrer Ziele zu entwickeln und sie an Veränderungen in ihrer Umgebung anzupassen, indem sie ohne große Überlegungen Lösungen und Alternativen finden und Chancen nutzen. Trotz jahrzehntelanger Forschung sind künstliche Agenten, wie z.B. Roboter, nicht so robust und flexibel. Wenn wir uns ansehen, wie wir trotz der sich ständig verändernden Umgebungen und unseres eigenen Mangels an Allwissenheit die Dinge erledigen, stellen wir fest, dass dies meist dadurch erreicht wird, dass wir fehlende oder nicht verfügbare Objekte ersetzen und Annahmen über Objekte treffen, über die wir nur begrenzte Informationen haben. Doktorandin Iman Awaad hat sich zum Ziel gesetzt, Servicerobotern, die in häuslicher Umgebung arbeiten, die Nutzung dieser beiden Techniken zur Unterstützung menschlicher Benutzer zu ermöglichen. Betreuung: Prof. Dr. Paul Plöger (Prof. Dr. Gerhard Kraetzschmar)

 

Patrick Babczyk, Angewandte Naturwissenschaften
Doktorand Patrick Babczyk untersucht den Einfluss von sekretierten, extrazellulären Vesikeln (Exosomen) aus sich in Richtung Fettzellen differenzierenden Stammzellen auf Endothelzellen. Das sind Zellen, welche die innere Schicht der Blutgefäße bilden. Er möchte so einen Ansatzpunkt finden, um das Entstehen der Atherosklerose, der krankhaften Verengung von Arterien, und damit verbundene Folgen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, vorzubeugen. Betreuung: Prof. Dr. Edda Tobiasch

 

 

Paul Bossauer, Wirtschaftswissenschaften, Projekt maas4 bzw. Forschungsgruppe Verbraucherinformatik
Der motorisierte Individualverkehr ist in Deutschland mit 45 % noch immer das meistgewählte Verkehrsmittel. Gleichzeitig stehen private Fahrzeuge im Durchschnitt 23 Stunden am Tag ungenutzt im öffentlichen Raum. Insbesondere in ländlichen Regionen ist die Abhängigkeit von einem privaten Fahrzeug aufgrund mangelnder Mobilitätsalternativen und Sharing-Konzepten groß. Das mangelnde Angebot an Mobilitätsdiensten ist häufig der fehlenden Wirtschaftlichkeit für Mobilitätsanbieter geschuldet. Doktorand Paul Bossauer untersucht in seiner Promotion wie neue Technologien, z.B. die Blockchain-Technologie, sinnvoll eingesetzt werden können, um das Mobilitätsangebot im ländlichen Raum zu verbessern und insbesondere das Teilen von Fahrzeugen durch Kommunen, Vereine, Unternehmen mit eigenen Flotten und Privatpersonen zu fördern. Betreuung: Prof. Dr. Dirk Schreiber/ Prof. Dr. Gunnar Stevens

 

Rene Breuch, Angewandte Naturwissenschaften/ ISF
Unerwünschte Bakterien in der Lebensmittelindustrie sind ein Problem, und sie zu detektieren ist eine besondere Herausforderung. Doktorand Rene Breuch erforscht, wie man mit Hilfe der oberflächen-verstärkenden Raman-Spektroskopie (SERS) solche Bakterien rechtzeitig erkennen kann. Dabei detektiert und differenziert er Verderbs-Bakterien durch die gezielte Entwicklung strapazierfähiger SERS-Substrate basierend auf Goldnanopartikeln, geeigneten Methoden zur Probennahme und multivariater Statistik. Betreuung: Prof. Dr. Peter Kaul.

 


Dominik Büchner, Angewandte Naturwissenschaften, Projekt Hybrid-KEM
Für die aktuell meistverbreitete Behandlungsmethode von Knochendefekten wird patienteneigenes Knochengewebe z.B. an der Hüfte entnommen und in den Defekt transplantiert. Eine Alternative dazu sind biokompatible, synthetische Knochenersatzmaterialien. Durch chemische Modifizierung des aus Algen gewonnenen Biopolymers Agarose sowie die Synthese des natürlichen Knochenminerals Hydroxyapatit entwickelt Doktorand Dominik Büchner im Projekt Hybrid-KEM ein neuartiges Knochenersatzmaterial, das als Trägermaterial für (Stamm-)Zellen und Wirkstoffe dient und somit zur Behandlung von Knochendefekten eingesetzt werden kann. Betreuung: Prof. Dr. Margit Schulze

 

Pranjal Dhole, IZNE
Etwa 23% unseres derzeitigen Energiebedarfs werden vom Transportsektor benötigt. Die Entwicklung von Strategien, die eine nachhaltige Infrastrukturplanung für intelligente Städte ermöglichen und die Auswirkungen des Verkehrssektors auf die Treibhausgasemissionen verringern, ist von größter Bedeutung. Wir stützen uns auf die Ergebnisse von Verkehrssimulationen, um politische Maßnahmen umzusetzen, die unsere Energieausgaben für Mobilität reduzieren. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass die in der Simulation evaluierten Politiken die gleiche Wirkung haben, wenn sie in der realen Welt umgesetzt werden. Pranjal Dhole arbeitet auf dem Gebiet der realistischen Verkehrsfluss-Simulation, wo er Experimente zur Erzeugung mikroskopischer Verkehrsfluss-Simulationen erstellt, die den in der Realität beobachteten Verkehrssituationen nahe kommen. Betreuung: Prof. Dr. Alexander Asteroth

 

Xuan Tung Do, Angewandte Naturwissenschaften, Projekt BiopolymerModell
Wie man aus einem jahrhundertealten Abfallprodukt ein Material mit Superkräften macht, untersucht Doktorand Xuan Tung Do. Viele Gegenstände des täglichen Lebens werden heute noch in irgendeiner Form aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl hergestellt. Da diese Rohstoffe nur begrenzt verfügbar sind, suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach nachhaltigen Alternativen. Doktorand Xuan Tung Do untersucht zu diesem Zweck einen Abfallstoff aus der Papierindustrie - das Lignin. Es ist ein komplexes Biopolymer und muss erst mit verschiedenen analytischen und statistischen Methoden charakterisiert werden, bevor man es als direkten Ersatz für Erdöl nutzen kann. Do bestimmt im Rahmen seiner Doktorarbeit das Molekulargewicht des Biopolymers mit Hilfe verschiedener spektroskopischer sowie 1D- bzw. 2D-chromatographischer Methoden. Betreuung: Prof. Dr. Margit Schulze.


 

Argang Ghadiri, Wirtschaftswissenschaften
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement rückt immer mehr in den Fokus der Unternehmen, um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und zu erhalten. Vielfältige Angebote aus den Bereichen Entspannung, Ernährung und Bewegung werden mittlerweile in der Praxis angeboten, um sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit positiv zu beeinflussen. Jedoch sind kaum ökonomische Betrachtungen der Gesundheitsangebote und -wirkungen in der Praxis und Forschung vorzufinden. Ziel der Forschungsarbeiten von Doktorand Argang Ghadiri ist es daher, Maßnahmen im Kontext des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, wie u.a. Arbeitspausen und die gesunde Führung, auf ihren Beitrag zur Steigerung der Gesundheit und Produktivität zu evaluieren. Betreuung: Prof. Dr. Theo Peters

 

 

Philipp Gillemot, Angewandte Naturwissenschaften/ Projekt REDEX
Qualitativ hochwertiges Trinkwasser stellt eine der meist verwendeten Ressourcen in der Industrie, der Landwirtschaft und in privaten Haushalten dar. Das bei der Nutzung entstehende Abwasser erfordert jedoch eine aufwendige Aufbereitung, da es durch verschiedenste Chemikalien verunreinigt sein kann. Um potentiell gesundheitsgefährdende Verunreinigungen abzubauen, kommen in Kläranlagen verbreitet sogenannte Oxidationsprozesse zum Einsatz. Bestimmte Verbindungen, darunter Pflanzenschutzmittel und Medikamentenrückstände, sind jedoch sehr stabil und lassen sich auf oxidativem Wege nicht abbauen – sie verbleiben persistent in der Umwelt. Daher untersucht Doktorand Philipp Gillemot, inwieweit die reduktive Aufarbeitung von kontaminierten Wässern als effiziente Alternative eingesetzt werden kann, um solche kritischen Wasserinhaltsstoffe unschädlich zu machen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung geeigneter Katalysatormaterialien, um das Potential dieser neuartigen Behandlungsmethode voll ausschöpfen zu können. Betreuung: Prof. Dr. Steffen Witzleben

 

 

Pascal Görres, Wirtschaftswissenschaften
Weltweit lassen sich Familienunternehmen in unterschiedlichsten Formen auffinden. Vom Kleinstunternehmen bis hin zum international agierenden Großunternehmen ist alles vertreten. So verschieden Familienunternehmen auch sind, stehen sie doch alle irgendwann vor der großen Herausforderung der Unternehmensnachfolge. Wie kann der Erfolg einer solchen Unternehmensnachfolge sichergestellt werden? An dieser Stelle kommt das Controlling ins Spiel. Doktorand Pascal Görres untersucht, inwiefern das Controlling als Enabler für einen erfolgreichen Nachfolgeprozess auftreten kann und welchen Einfluss es somit auf einen nachhaltigen Unternehmensfortbestand nimmt. Dabei sollen auch die besonderen Charakteristika der unterschiedlichen Typen von Familienunternehmen mit deren individuellen Ausgestaltungen des Controllings Berücksichtigung finden. Betreuung: Prof. Dr. Andreas Wiesehahn

 

 

Roman Grimmig, Angewandte Naturwissenschaften, OzonArray, ReDeX
Es ist für uns eine absolute Selbstverständlichkeit, Wasser mit einwandfreier Qualität aus dem Wasserhahn zu bekommen. Im Rahmen der Trinkwasseraufbereitung werden häufig oxidative Verfahren wie die Ozonung eingesetzt, welche potentiell gesundheitsschädigende Wasserinhaltsstoffe (z.B. Keime) effektiv entfernen und das Wasser somit desinfizieren. Zu diesem Zweck entwickelt Doktorand Roman Grimmig einen modularen Ozongenerator, der diese oxidative Behandlungsmöglichkeit bedarfsgerecht ermöglicht. Um dabei entstehende unerwünschte Desinfektionsnebenprodukte zuverlässig ausschließen zu können, evaluiert er eine kombinierte oxidative und reduktive Behandlung in konventionellem Leitungswasser. Betreuung: Prof. Dr. Steffen Witzleben

 

 

Andreas Hahn, Wirtschaftswissenschaften
Wie sieht die Mobilität in Zukunft aus? Angesichts des Klimawandels, hoher Feinstaubwerte und verstopfter Innenstädte wird diese Frage zurzeit gesellschaftlich verhandelt, und das durchaus emotional. Der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen steht für Doktorand Andreas Hahn im Mittelpunkt der Mobilität. Ein Schwerpunkt seiner Verkehrsforschung liegt auf der Rolle des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Kontext einer notwendigen Verkehrsverlagerung vom deutschlandweit immer noch dominierenden motorisierten Individualverkehr (IV). Dabei befasst er sich besonders auch mit der Auswirkung technologischer Entwicklung wie z. B. Smart City auf die Mobilität der Zukunft. Betreuung: Prof. Dr. Dirk Schreiber, Prof. Dr. Gunnar Stevens

 

 

Jana Hinz, Angewandte Naturwissenschaften
N-Nitrosamine sind zum Teil leichtflüchtige Verbindungen, die bei vielen verschiedenen Industrieprozessen entstehen können und als krebserregend eingestuft sind. Aufgrund ihres hohen Gesundheitsrisikos ist es von akutem Interesse, dass verlässliche, sensitive und mobile Systeme zu der Detektion und Quantifizierung von N-Nitrosaminen entwickelt werden. Doktorandin Jana Hinz beschäftigt sich im Rahmen ihrer Promotion mit der Entwicklung eines GC-FAIMS Systems, einem Messgerät zur schnellen Analyse von N-Nitrosaminen. Dieses System soll in verschiedenen Industriezweigen zur Anwendung kommen. Im Vergleich zu gebräuchlichen Methoden bietet die GC-FAIMS den Vorteil, dass sie schnell, vor Ort einsetzbar und kosteneffizient ist. Betreuerin: Prof. Dr. Michaela Wirtz

 

Christine Kawa, Wirtschaftswissenschaften/ Projekt Gesunde Hochschule
Doktorandin Christine Kawa
erforscht, wie Studierende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zu einem gesünderen Leben bewegt werden können. Die Studierenden verbringen einen Großteil ihres Alltags auf dem Campus und oft hilft schon „ein kleiner Stups“ in die richtige Richtung, um gesundheitsförderliches Verhalten hervorzurufen. Christine Kawa untersucht unter anderem mit experimentalpsychologischen Methoden, wie nur kleine Veränderungen in alltäglichen Entscheidungssituationen als Interventionen eine positive Veränderung im Gesundheitsverhalten der Zielgruppe hervorrufen können. Erfolgreiche Interventionen sollen dann zukünftig an der Hochschule integriert werden, um das Gesundheitsverhalten der Studierenden nachhaltig zu fördern. Betreuung: Prof. Dr. Patrizia Ianiro-Dahm

 

 

Lil Klaas, Angewandte Naturwissenschaften
Doktorandin Lil Klaas erforscht mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft pädiatrische Stoffwechselstörungen (APS) seltene genetische Defekte in ausgewählten Enzymen (Aminoacylasen), die zu angeborenen Stoffwechselstörungen führen. Ziel ihrer Forschung ist es, die Mechanismen besser zu verstehen, die solchen Störungen zugrunde liegen, und dadurch eine Basis für therapeutische Ansätze zu schaffen. Lil Klaas ist Stipendiatin der Gleichstellungsstelle und forscht am H-BRS-Standort-Rheinbach. Betreuung: Prof. Dr. Jörn Oliver Sass

 

 

Stephanie Klein, Angewandte Naturwissenschaften
In der Industrie rückt durch steigende Rohstoffknappheit die Suche nach alternativen nachwachsenden Rohstoffen und deren Verwertung immer mehr in den Vordergrund. Forschungsziel von Doktorandin Stephanie E. Klein ist die Herstellung und Optimierung biobasierte Kunststoffbeschichtungen für Bauchemische Anwendungen und für die Herstellung von Verpackungsmaterialien. Sie und ihre Forschungsgruppe setzten die synthetisierten Kunststoffbeschichtungen mit verschiedenen Additiven zur materialwissenschaftlichen Eigenschaftsverbesserung und analysierte jene. Es konnten  schließlich homogene, flexible und antimikrobiell wirksamere, biobasierte Kunststoff-Filme hergestellt werden. Betreuung: Margit Schulze

 

 

Rebecca Komp, Wirtschaftswissenschaften/Projekt Gesunde Hochschule
Sind geringe Fehlzeiten zwangsläufig ein Indiz für gesunde Mitarbeiter*innen? Dieser Frage geht Doktorandin Rebecca Komp nach und untersucht in ihrer Dissertation das Phänomen des sogenannten Präsentismus. Präsentismus bezeichnet das Verhalten, am Arbeitsplatz zu erscheinen, obwohl der Gesundheitszustand so beeinträchtigt ist, dass sich die entsprechenden Mitarbeiter*innen eigentlich zu Hause erholen sollten. Durch qualitative und quantitative Studien sollen Gründe für Präsentismus identifiziert sowie die negativen Auswirkungen aufgezeigt und darauf aufbauend Maßnahmen zur Reduzierung von Präsentismus entwickelt werden. Im weiteren Verlauf der Promotion wird auch Präsentismus bei Studierenden im Fokus stehen. Betreuung: Prof. Dr. Patrizia Ianiro-Dahm

 

 

Jens Maiero, Informatik, Institute for Visual Computing
Jeder benutzt alltägliche Mensch-Maschinen-Schnittstellen, z.B. in Form von Tastatur und Maus. Doktorand Jens Maiero untersucht in seinem Promotionsvorhaben, ob sich die Performance (z.B. Fehlerquote), die Bedienbarkeit oder die Wahrnehmung durch erweiterte Benutzerschnittstellen steigern lassen. Erweiterte Benutzerschnittstellen sind Schnittstellen, die entweder einen weiteren Sinneskanal in die Interaktion einbinden oder eine neuartige Interaktionsmetapher bereitstellen. Konkret untersucht Jens Maiero die erweiterte Interaktion mit mobilen Projektionen, die Kombination von haptischem Feedback mit Touchscreens sowie unkonventionelle Interaktionsmetaphern. Betreuung: Prof. Dr. André Hinkenjann

 

Aleksandar Mitrevski, Informatik/Autonomous Systems
Nützliche autonome Roboterassistenten benötigen die Fähigkeit, ihr Verhalten zu modifizieren, wenn dieses von dem abweicht, was erwartet oder gewünscht wird; mit anderen Worten, sie brauchen die Fähigkeit, mit Ausführungsfehlern umzugehen und entsprechend aus ihnen zu lernen. Doktorand Aleksander Mitrevski entwickelt Verhaltensmodelle, die ein Haushaltsroboter durch Erfahrungen mit der Welt erwerben kann und die sowohl für die Vorhersage von Fehlern als auch für die Diagnose ihrer Ursachen verwendet werden können. Er untersucht insbesondere das Gleichgewicht zwischen modelliertem und erlerntem Verhalten und kombiniert Techniken wie Lernen durch Vorführung, Verstärkungslernen, qualitative Modellierung und logisches Denken. Das übergeordnete Ziel seines Projekts ist es, Roboter zuverlässiger und damit für den praktischen Alltagseinsatz nützlicher zu machen. Betreuung: Prof. Dr. Paul Plöger

 

 

Patrycja Muc, Elektrotechnik/Maschinenbau/Technikjournalismus (in Kooperation mit der Katholischen Universität Eichstädt)
Architekturjournalismus gilt in der Wissenschaft als fachjournalistisch unerschlossenes Themenfeld. Während es zu journalistischen Genres wie Politik-, Wissenschafts- und Technikjournalismus bereits empirische Untersuchungen gibt, existieren über Architekturjournalismus wenig Erkenntnisse. Dabei spielt Architektur im gesamtgesellschaftlichen Kontext eine nicht minder wichtige Rolle als Politik und Wirtschaft. Dies wird bei Fragen der Stadtplanung und -entwicklung, neuen Wohnkonzepten und öffentlichen Bauvorhaben deutlich. Doktorandin Patrycja Muc untersucht daher inhaltsanalytisch, wie deutsche Tageszeitungsredaktionen über Architektur berichten. Zudem sollen leitfadengeführte Experteninterviews mit Architekten und Journalisten die Einschätzung der Relevanz von Architekturthemen durch beide Akteure beleuchten. Betreuung: Prof. Dr. Andreas Schümchen

 

Ina Neher, IZNE/TREE, Projektseite
Energiegewinnung mit Hilfe von Solarenergie bietet eine Möglichkeit den steigenden Energiebedarf weltweit zu bedienen und gleichzeitig CO2-Emissionen zu reduzieren. Zur Errichtung von Solarenergieanlagen ist eine genaue Analyse von potentiellen Standorten und insbesondere des dortigen Strahlungsangebotes notwendig. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Auswirkungen der regionalen und lokalen Atmosphärenzusammensetzung auf Solarstrahlung zu kennen, um den Energieertrag realitätsnah voraussagen zu können. Doktorandin Ina Neher erforscht den Einfluss von atmosphärischen Variabilitäten auf das Solarenergiepotential in Westafrika. Dazu analysiert sie u.a. Satellitendaten für die gesamte Region. Betreuerin: Prof. Dr. Stefanie Meilinger

 

 

Christina Pakusch, Wirtschaftswissenschaften/TREE
Experten sehen im Autonomen Fahren ein großes Potential, um heutigen Verkehrsproblemen zu begegnen. Verkehrsunfälle könnten reduziert, der Verkehrsfluss effizienter und in der Folge klimaschädliche Emissionen verringert werden. Zudem könnte durch automatisierte Mobilität on demand die Anzahl der Fahrzeuge auf dem Straßen substantiell reduziert werden. Doktorandin Christina Pakusch untersucht die potentiellen Technikfolgen von geteilten autonomen Fahrzeugen (shared autonomous vehicles) in Hinblick auf ihre ökologischen (Reboundeffekte) und sozialen Auswirkungen (Jobverluste) mit dem Ziel, mögliche nicht-intendierte Effekte frühzeitig zu identifizieren und so zur Entwicklung umwelt- und sozialverträglicher Gestaltung automatisierter Mobilität on demand beizutragen. Betreuung: Prof. Dr. Dirk Schreiber, Prof. Dr. Gunnar Stevens

 

Lukas Pschyklenk, Angewandte Naturwissenschaften/ISF, Projekt Optospin
Flüssigkristalle kennt man in der Regel nur von Displays (LCD). Dabei können die außergewöhnlichen optischen Eigenschaften dieser faszinierenden Substanzen für diverse Anwendungen genutzt werden. Eine davon ist die Gassensorik. Eine spezielle flüssigkristalline Phase, die durch Dotierung mit optisch aktiven Substanzen entsteht, reflektiert ähnlich wie die Flügel eines Schmetterling nur einen schmalen Wellenlängenbereich des einfallenden Lichtes zurück. Für den Beobachter erscheint der Flüssigkristall dann in einer sehr intensiven Farbe. Für die Farbe ist jedoch kein Farbstoff, sondern nur die Struktur des Flüssigkristalles verantwortlich. Durch eine chemische Reaktion des Dotiermittels mit einer zu detektierenden Substanz ändert sich diese Struktur und damit augenblicklich die sichtbare Farbe. Zur Detektion von Substanzen entwickelt Doktorand Lukas Pschyklenk einen Gassensor, der keinerlei Stromverbrauch aufweist und mit bloßem Augen ausgelesen werden kann. Das Promotionsvorhaben ist mit dem BMBF-Projekt OptoSpin verbunden. Ziel des Projektes ist das Finden geeigneter Dotiermittel für ausgewählte sicherheitsrelevante Substanzen sowie die Verbesserung der Anwendbarkeit dieser Sensoren. Betreuung: Prof. Dr. Peter Kaul

 

 

Dina Ramien, Wirtschaftswissenschaften
Das Streben nach mehr Leistung ist in der heutigen Gesellschaft ein Phänomen, welches längst nicht mehr nur in Verbindung mit Sport gebracht wird. Der Versuch, die kognitive Leistungsfähigkeit gesunder Personen durch die Einnahme psychoaktiver Substanzen zu steigern, wird als Neuroenhancement bezeichnet. Doktorandin Dina Ramien geht in ihren Forschungsarbeiten folgender Frage nach: Existieren eindeutige Ursachen und Einflussfaktoren, die die Einnahme von Neuroenhancementsubstanzen auslösen? Durch empirische Untersuchungen sollen Gründe für Neuroenhancement identifiziert werden und darauf aufbauend differenzierte Präventionsmaßnahmen zur Reduzierung von Neuroenhancement entwickelt werden. Betreuung: Prof. Dr. Christina Syrek


 

Thorsten Roth, Informatik
Fortgeschrittene Techniken der Computergrafik spielen eine zentrale Rolle in Bereichen wie der Virtual Reality (VR), Design Review oder Architekturvisualisierung. Die fließende Darstellung einer Anwendung (Performance) ist gerade im VR-Bereich sehr wichtig: Einerseits möchte man unerwünschte Effekte der sogenannten „Simulator Sickness“ wie Übelkeit oder Schwindel vermeiden, andererseits ist ein hoher Grad an Realismus für die anderen genannten Disziplinen von großer Bedeutung. Ziel der Forschungsarbeit von Doktorand Thorsten Roth ist es, die Darstellung sowie die visuelle Qualität sogenannter strahlbasierter Ansätze, die oft die Grundlage für die grafische Darstellung in den genannten Bereichen bildet, zu verbessern. Dabei kann die Bildgenerierung beispielsweise auf die menschliche Wahrnehmung oder situative Anforderungen angepasst werden. Beleuchtungsinformationen einer Szene können zwischengespeichert werden, um unnötige Rechenlast zu vermeiden und eine Steigerung sowohl der Performance als auch der visuellen Qualität zu erreichen. Betreuung: Prof. Dr. André Hinkenjann


 

Sara Schäfer, Angewandte Naturwissenschaften
Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften wird Reinstwasser als Lösungsmittel oder
Ausgangsprodukt für Pharmazeutika sowie zur Reinigung von Oberflächen bei der Herstellung von hochpräzisen Bauteilen in der Halbleiterfertigung eingesetzt. Die Überwachung der Wasserqualität ist dabei von größter Bedeutung. Doktorandin Sara Schäfer entwickelt ein universelles Messgerät zur Überwachung der Reinstwasserqualität. Dieses kombiniert zwei Standardmethoden der Oxidation. Die Oxidation erfolgt durch Ozonung in Kombination mit UV-Strahlung. Das wiederum führt zu einem
erweiterten Oxidationsprozess und damit zu einer signifikanten Steigerung der Oxidationskraft im Vergleich zu herkömmlichen Systemen. Betreuung: Prof. Dr. Peter Kaul

 

Martin Schenk, Elektrotechnik/Maschinenbau/Technikjournalismus/TREE
Molekulare Simulationen benutzt man bei biologischen Fragestellungen, wie Strukturuntersuchungen von Proteinen oder Entwicklung von medizinischen Wirkstoffen, und bei materialwissenschaftlichen Problemen, wie zum Bespiel der Erhebung thermodynamischer Stoffeigenschaften oder Grenzflächenstrukturuntersuchungen. Molekulare Simulationen kommen also immer dann zum Einsatz, wenn reale Experimente zu teuer, zu gefährlich oder sogar unmöglich sind. Doktorand Martin Schenk validiert und entwickelt in seiner Forschung atomistische Molekülmodelle für die Simulation ionischer Flüssigkeiten. Sein Ziel ist es, die Löslichkeit von Gasen und Gasgemischen in diesen Flüssigkeiten vorherzusagen. Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith

 

 

Jannika Staudt, Angewandte Naturwissenschaften, Projekt BONARes-ORDIAmur (P6)
Neben Wetterextremen und Klimaveränderungen haben weitere Faktoren, wie beispielsweise Nährstoffversorgung oder andere Inhaltsstoffe des Bodens, Einfluss auf Pflanzenwachstum und Qualität von Nahrungsmitteln. Insbesondere im regionalen und überregionalen Apfelanbau führt der wiederholte Anbau von Apfelbäumen (lat.: malus) auf derselben Fläche zu Wachstumsverminderung, Qualitäts- und Ertragseinbußen. Man spricht dann von „apple replant disease“ (ARD). Als Ursache werden vielfältige Faktoren, wie bspw. bioaktive Substanzen im Boden oder die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Boden, angesehen. Da Bodenbehandlungsmittel weitgehend regulativ verboten sind, ist man dazu übergegangen, die Symptomatik auf andere Weise zu behandeln. In dem Forschungsprojekt „BONARes-ORDIAmur (P6)“ identifiziert und charakterisiert Doktorandin Jannika Staudt tolerante und weniger tolerante Unterlagen, d.h. Wurzelsystem und Teil des Stamms. Dies soll dazu führen, dass Pflanzen aufgrund ihres Abwehrsystems selbst mit den gegebenen Bedingungen zurechtkommen und Bauern auf den Einsatz von Bodenbehandlungsmitteln verzichten können. Betreuung: Prof. Dr. Michaela Schmitz

 

 

Katharina Stollenwerk, Informatik
Schmerzen im unteren Rückenbereich sind ein wichtiges Thema in modernen westlichen Gesellschaften. Mit tragbaren Geräten können Haltungsveränderungen durch Haltungsschulung verfolgt, die Form der Wirbelsäule gemessen und die Wirbelsäulenkrümmung rekonstruiert werden. Doktorandin Katharina Stollenwerk konzentriert sich in ihrer Forschung auf die systematische Auswertung von (spezifischen) sensorgestützten Wearables und die Rekonstruktion der Wirbelsäulenkrümmung sowie die Analyse der aufgezeichneten Daten. Dies verbessert in der Rückenschulung das Haltungstraining mit zuverlässigen und objektiven Messungen der Wirbelsäulenform. Trainer und Trainierende erlangen so ein besseres Verständnis ihres Tuns bzw. Konzepts. Betreuung: Prof. Dr. André Hinkenjann

 

 

Robin Strickstrock, Elektrotechnik/Maschinenbau/Technikjournalismus, TREE
Das Herz von Doktorand Robin Strickstrock schlägt in der Wissenschaft für molekulare Computersimulatione von Kohlenwasserstoffen und die dafür notwendigen Kraftfelder. Kraftfelder haben dabei einen sehr großen Einfluss auf die Simulationsergebnisse und sind Gegenstand der Promotion von Doktorand Robin Strickstrock. Hauptaugenmerk seiner Forschung ist die (Weiter-)Entwicklung einer automatisierten, algorithmengesteuerten Optimierung der Kraftfeldparameter, die die Computersimulationen dazu befähigt Eigenschaften neuer Stoffe sowohl auf molekularer als auch auf makroskopischer Ebene reproduzieren bzw. vorhersagen zu können. Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith

 

 

Stephanie Vonholdt, Wirtschaftswissenschaften, Projekt FreshIndex
Alltagspraktiken setzen sich aus einer Vielzahl von Elementen zusammen wie Wissen, Aktivitäten, Gegenständen, Daten, Motivationen und Emotionen. Doktorandin Stephanie Vonholdt untersucht die Alltagspraktiken im Umgang mit Lebensmitteln, beispielsweise wie man die Frische von Lebensmitteln bewertet oder Rezepte handhabt. Dabei betrachtet sie die Möglichkeiten der Unterstützung durch digitale Medien. Ziel ist es, die Praktiken dadurch zu vereinfachen und dabei nach den Regeln der Verbraucherinfomatik vom Verbraucher/-in und seiner/ihrer Alltagswelt aus zu denken. Betreuung: Prof. Dr. Gunnar Stevens

 

 

Katharina Walbrück, Angewandte Naturwissenschaften/ Projekt Biobasierte Produkte
Die Nachfrage nach ökologischen und nachhaltigen Dämmstoffen wächst, besonders im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel und die knapper werdenden fossilen Rohstoffe. Eine mögliche Alternative zu traditionellen Dämmstoffen stellen dabei nachwachsende Rohstoffe dar, denn diese sind im Vergleich zu fossilen Rohstoffe CO2-neutral. Doktorandin Katharina Walbrück untersucht die Eignung des Riesenchinaschilfs Miscanthus x giganteus zum Einsatz in Dämmstoffen. Bei Miscanthus handelt es sich um ein schnellwachsendes, mehrjähriges Gras, welches während des Wachstums 10 bis 36 t CO2 pro Hektar und Jahr langfristig bindet. Betreuung: Prof. Dr. Steffen Witzleben

 

 

Johannes Warmer, Angewandte Naturwissenschaften
Doktorand Johannes Warmer beschäftigt sich in seiner Promotion mit der Entwicklung eines Sensorsystems für die Detektion von Triacetontriperoxid (TATP), einem hochbrisanten Sprengstoff der mehrfach von Terroristen für Anschläge eingesetzt wurde. In seiner Arbeit beschäftigt er sich vornehmlich mit sogenannten Metalloxid-Halbleitergassensoren, die sich bei geringen Anschaffungskosten durch eine sehr hohe Empfindlichkeit aber niedrige Selektivität auszeichnen. Um den Nachteil der mangelnden Selektivität auszugleichen, gilt es, die Sensorperformance durch die Auswahl geeigneter Materialien und Betriebsweisen des Sensors zu optimieren. Im Rahmen der Promotion wird hierbei von der Fertigung des eigentlichen Sensors über die Entwicklung geeigneter Signalverarbeitungsstrategien versucht durch die Kombination verschiedener spektroskopischer und elektrischer Messverfahren nicht nur die Einsatztauglichkeit eines solchen Sensorsystems zu realisieren, sondern auch die zugrundeliegenden chemischen Oberflächenreaktionen zu formulieren. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für den eigentlichen sensorischen Mechanismus zu erlangen. Betreuung: Prof. Dr. Peter Kaul

 

 

Dominik Wilde, Elektrotechnik/Maschinenbau/Technikjournalismus, TREE
Doktorand Dominik Wilde forscht an neuen Methoden zur Vorhersage von kompressiblen Überschallströmungen - seine Forschung verbreitet sich mit Überschall. Erstmals seit dem Aus der "Concorde" im Jahr 2003 arbeiten Firmen wieder an der Entwicklung von zivilen Überschallflugzeugen. Hohe Schadstoff- und Schallemissionen sind jedoch unerwünschte Nebenwirkungen dieser Hochgeschwindigkeitstechnologien in der Luft- und Raumfahrt. Zur Vorhersage und zur Reduktion dieser Eigenschaften werden heute Computercluster mit modernen Berechnungsmethoden eingesetzt, die den Ingenieur*innen der Concorde noch nicht zur Verfügung standen. Doktorand Dominik Wilde forscht an der Weiterentwicklung dieser Methoden, die dabei helfen, die Schadstoff- und Schallemissionen von Flugzeugen bereits im Designprozess zu optimieren. Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith

 

 

Markus Witzler, Angewandte Naturwissenschaften
In der Therapie von Knochendefekten werden oft Implantate genutzt, um die Heilung zu beschleunigen und zu verbessern. Ein moderner Ansatz ist dabei ein Trägermaterial für Knochenzellen, welches gleichzeitig Wirkstoffe freisetzt und vom Körper während des Heilungsprozesses abgebaut werden kann. Doktorand Markus Witzler forscht an neuartigen Trägermaterialien auf Basis von Agarose und Calciumphosphat. Agarose, ein nachwachsendes Biopolymer, wird dabei chemisch modifiziert, um Wirkstoffe kontrolliert über einen Zeitraum von mehreren Tagen verzögert freizusetzen. Diese Wirkstoffe sollen Stammzellen helfen, sich gezielt in Richtung Knochenzellen zu entwickeln. Betreuung: Prof. Dr. Margit Schulze

 

 

Sandra Wrzeziono, Sozialpolitik und Soziale Sicherung
Die kollektive Beteiligung von BürgerInnen hat in den vergangenen Jahren zunehmend Zugang in das deutsche Gesundheitswesen gefunden, um gesundheitspolitische Entscheidungen stärker an den Bedarfen der PatientInnen zu orientieren. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Umsetzung und Etablierung der kollektiven Beteiligungsmöglichkeiten sowie der anhaltenden Diskussion um das Demokratiedefizit im deutschen Gesundheitswesen, untersucht Doktorandin Sandra Wrzeziono in ihrem Forschungsvorhaben das Demokratieverständnis der beteiligten Akteure mithilfe von qualitativen Interviews. Es soll somit näher beleuchtet werden, welche Implikationen sich daraus für die zukünftige Gestaltung der institutionalisierten BürgerInnenbeteiligung ergeben. Betreuung: Prof. Dr. Remi Maier-Rigaud

Beschreibungen weiterer Promotionsprojekte finden Sie unter den folgenden Links zu unseren Stipendiatinnen und Stipendiaten: