Unsere Promovierenden

Wir haben viele talentierte Köpfe. Derzeit promovieren an der H-BRS, aus allen Fachbereichen kommend, 94 NachwuchswissenschaftlerInnen. Nachfolgend geben wir einen kleinen Einblick in die Themenvielfalt ihrer Forschungsarbeiten. 

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Strömungen und Turbulenzen umgeben uns jeden Tag: Wir sehen sie beim Eingießen von Milch in Kaffee, in den Rauchschwaden eines Räucherstäbchens oder spüren sie während eines turbulenten Fluges. Diese Strömungen vorherzusagen erfordert sowohl mathematische Beschreibungen als auch Methoden zum Lösen dieser Gleichungen. Mario Bedrunka forscht an Lattice-Boltzmann-Methoden zum Berechnen dieser Strömungen. Diese Methoden haben sich in den letzten Jahren als ausgereiftes Werkzeug für Strömungssimulationen bewährt und ermöglichen eine effiziente Berechnung von Turbulenzen, die in der Luft- und Raumfahrt oder Elektromobilität immer gegenwärtig sind.​ Mit dem Fokus auf Turbulenz in porösen Medien sollen sich aktuelle Fragestellungen, wie der Wasserstoffspeicherung in chemischer Form, analysieren lassen.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Dynamische Preismodelle sind in einigen Branchen insbesondere bei Reise- und Flugbuchungen längst keine Seltenheit mehr. Dabei werden Preise für identische Produkte aufgrund von veränderten Marktbedingungen im Zeitablauf dynamisch und mittlerweile in Echtzeit angepasst. Lena Cassens beschäftigt sich in ihrer Forschungsarbeit mit den Auswirkungen dieser Preispolitik auf das Verbraucherverhalten. Mit Ihren Erkenntnissen möchte sie zeigen, inwiefern Kunden dynamische Preise wahrnehmen und akzeptieren und weiterhin welches Potenzial das Modell in Branchen wie dem Lebensmitteleinzelhandel bietet. Weiterführende Infos

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Ahmad Drak entwickelt ein fliegendes Robotersystem, das in der Lage ist, die sich ständig verändernde Umgebung, in der es sich bewegt, effizient zu erkunden. Das Ergebnis ist eine Fülle nützlicher Informationen, die das System lernen und maximieren soll. Damit wird erstens die Zeit verkürzt, die der Roboter für die Erforschung seiner Umgebung benötigt, und zweitens wird der Energieverbrauch des Robotersystems reduziert.
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Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Wasserstoff als Energieträger ist eine aussichtsreiche Alternative für fossile Brennstoffe. Ein wichtiger Aspekt für dessen Verwendung ist die Speicherung, wozu sich Metallhydride anbieten. Dabei wird das Gas chemisch in einem Metall oder einer Metalllegierung gebunden. David Dreistadts Forschung hat u.a. zum Ziel, die Integration solcher Metallhydrid-Speicher für Wasserstoff in moderne Energieversorgungsnetzwerke zu untersuchen. Mit Hilfe der Simulation sollen Erkenntnisse über die optimale Auslegung und den Betrieb dieser Netzwerke gewonnen werden

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Sarah Heß‘ Forschungsziel ist der Nachweis von DNA-Profilen („genetischen Fingerabdrücken“) aus ausgefallenen Einzelhaaren. In den meisten Fällen tragen sie nur noch eine geringe Menge an DNA, die in sehr kurze Stücke zerfallen ist. Um vom Haar auf den Spurenverursacher zu schließen, erfordert die Analyse dieses Spurentyps eine Reihe von hochempfindlichen Nachweismethoden, die an der H-BRS verbessert und für die Anwendung an Mikrospuren optimiert werden.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

In vielen Regionen mangelt es an Psychotherapeuten, sodass Patienten lange auf Termine warten müssen. Um diese Wartezeiten zu überbrücken, nehmen manche Betroffenen vorrübergehend therapeutische Hilfen über das Internet in Anspruch. Leider sind diese Hilfen (Interventionen) meist recht eintönig, was zu hohen Abbruchraten führt. Wie gelingt es uns also Interventionen zu erstellen, die nicht nur helfen, sondern auch Spaß machen? Mit diesem Forschungsfeld setzt sich Ben Lenk-Ostendorf auseinander. Er versucht systematisch Interventionen in Spiele zu verwandeln, damit Gesundheit Spaß macht.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Melanie Ludwig untersucht in ihrer Forschung, wie sie die Fitness einer Person beim Ausdauersport nur mit Hilfe der Herzfrequenz am Computer modellieren, also nachbilden und auch vorhersagen kann. Normalerweise ist die Feststellung der Fitness im Ausdauersport mit aufwändigen und anstrengenden Tests verbunden, die insbesondere im Hobby- und Gesundheitssport aus vielerlei Gründen nur schwer umsetzbar sind. Melanie Ludwig möchte mit ihren Computermodellen, die auf alltäglicher sportlicher Aktivitäten und der Herzfrequenz beruhen, aufwändige Tests vermeiden und möglichst viele Menschen durch individuelles und gesundheitsförderliches Training unterstützen. Weitere Infos

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Südafrika ist durch hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit geprägt. Die universelle Grundsicherung (UBIG) wurde als politische Option diskutiert, aber nicht systematisch. Derzeit existieren unterschiedliche Konzepte des UBIG, und man weiß nicht, ob verschiedene Varianten der UBIG zu unterschiedlichen (politischen) Unterstützungsstufen führen würden. Brian Mathebulas Forschung konzentriert sich auf das unterschiedliche konzeptionelle Verständnis des UBIG. Er möchte wissen, welche gesellschaftlich akzeptierten Voraussetzungen nötig wären, um das bedingungslose Grundeinkommen in Südafrika umzusetzen.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Michael Meurers Forschungsinteresse geht unter die Haut. Er beschäftigt sich mit Transdermal Therapeutischen Systeme = TTS. Das sind Arzneimittelpflastern, die auf die Haut aufgeklebt werden und dort Wirkstoffe aus einem Depot an den Körper abgeben. Diese Pflaster kommen bei der Behandlung von starken Schmerzen oder bei Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson zum Einsatz. Standardmäßig wird deren Haftung heutzutage leider sehr anwendungsfern an Edelstahlplatten geprüft. Auf der menschlichen Haut kann die Haftung aber dann teils ganz anders ausfallen. Deshalb forscht Michael Meurer an anwendungsnahen Prüfmethoden auf künstlichen Hautsubstraten, um die Weiterentwicklung der Pflaster voranzutreiben. Das Ziel ist die Haftung des gesamten Pflasters auf der Haut über einen Zeitraum von bis zu einer Woche. Weitere Infos

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Patrick Ottensmeyer erforscht, wie man Menschen mit großen Knochendefekten und Bedarf an Transplantationen helfen kann. Dazu isoliert er humane Stammzellen aus dem Fett und differenziert diese auf einem Trägermaterial in Knochenzellen. Mittels „HOX“ Transkriptionsfaktoren will er die beste Körperregion für die Stammzellentnahme definieren. Des weiteren versucht Patrick Ottensmeyer die Knochenzellentwicklung sowie die Blutgefäßneubildung für die Versorgung des Transplantats durch spezifische Rezeptoren anzuregen. Getestet wird das neue System von der Zellkultur über den Bioreaktor bis zur Präklinik. Weitere Infos

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Persönlichkeiten gründen Unternehmen. Ausgehend von einem Fragebogen zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen erfolgreicher Unternehmensgründer, konzipiert Aleksandra Paluch ein modulares Coaching-Konzept, welches je nach Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals individuell auf den Unternehmensgründer angepasst werden kann. Neben der Evaluierung des Konzeptes klärt sie weiterhin die Frage nach der Veränderung der für erfolgreiche bzw. erfolglose Unternehmensgründer spezifischen Persönlichkeitsmerkmale und untersucht, ob sich das Wohlbefinden der gecoachten Unternehmensgründer von dem nicht-gecoachter Gründer unterscheidet. Weitere relevante Konstrukte, wie z. B. die individuelle Kompetenz, mit Veränderungen umzugehen, zu kommunizieren oder die Fähigkeit zum Networking, sollen die Forschungsfrage im Laufe der Promotion erweitern.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Um langfristig die Arbeitsfähigkeit der weniger und älter werdenden Beschäftigten zu sichern, wird das Betriebliche Gesundheitsmanagement immer bedeutsamer. Ein zentraler Ansatz zum Abbau von Beanspruchungen und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit während des Arbeitstages ist der gezielte Einsatz von Arbeitspausen. Eine reine Arbeitsunterbrechung bringt allerdings nicht zwingend auch eine Erholung mit sich. Ziel der Forschungsarbeiten von André Scholz ist es daher, Arbeitspausen möglichst bedarfsgerecht zu gestalten und die Wirkung verschiedener Pausenformen zu untersuchen.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

„War for Talent“ ist in Zeiten des Fachkräftemangels der Kampf um qualifizierte MitarbeiterInnen. Durch Globalisierung und demografischen Wandel sind auch deutsche Unternehmen mitten drin in diesem Kampf um die besten Köpfe. Doktorandin Usha Singh erforscht, wie Bereiche der Personalplanung in Unternehmen optimiert werden können: Inwiefern können sichtbare Merkmale wie z.B. der Gesichtsausdruck oder die Generationenzugehörigkeit in Bewerbungsverfahren genutzt werden? Haben jüngere Generationen, insb. die Generation Y, andere Arbeitsvorstellungen als Personen die älteren Generationen angehören? Unterschiedlich alte MitarbeiterInnen können zudem unterschiedliche Gesundheitsbedürfnisse haben. Deshalb hinterfragt Usha Singh auch Trends im nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagement vor allem in Bezug auf die Pausengestaltung.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine systemische Skeletterkrankung, bei der sich die Knochensubstanz verstärkt abbaut. Grundsätzlich ist Osteoporose heutzutage nicht heilbar. Lediglich das Fortschreiten der Krankheit kann durch Behandlung verzögert werden. Jedoch können aktuell genutzte Medikamente erhebliche Nebenwirkungen haben, sodass neue Zielmoleküle für zusätzliche Behandlungsstrategien sinnvoll sind. So ein Zielmolekül könnte Cathepsin K sein. Daher wird von Christian Tonk ein Cathepsin K Hemmer auf seinen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel untersucht, um Kapazität des Hemmers als zukünftiges Medikament gegen Osteoporose zu testen.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Augmented Reality-Brillen sind Datenbrillen, in deren Sichtfeld zeitgleich alle erdenklichen Informationen visuell eingeblendet werden. Diese Informationen sollen das Bewusstsein für bestimmte Situationen durch korrekte Wahrnehmung, Interpretation und Einschätzung der Umgebung verbessern. Aktuelle AR-Brillen haben allerdings einen Nachteil: Ihr Sichtfeld ist so klein, dass die eingeblendeten Informationen kritische Hinweise aus der Umwelt verdecken, die Brillentragenden ablenken oder sie mit einer zu großen Informationsdichte überfordern können. Christina Trepkowski arbeitet daran, einen Teil der visuellen digitalen Information in Audio- und Vibrationsreize umzuwandeln. Als Psychologin liegt ihr Schwerpunkt darauf, diese neuartigen Methoden zu bewerten, zu vergleichen und zu optimieren, indem sie Verfahren zur Messung des Situationsbewusstseins der Brillentragenden entwickelt und einsetzt. Weitere Infos

Eine Auswahl weiterer Promotionsprojekte finden Sie, alphatisch nach den Bearbeitenden sortiert, in der folgenden Liste:

Alexander Hagg, FB02
Ingenieure und Designer wollen oft schon früh in Entwicklungsprozessen voraussehen, welche potentiellen Lösungen für sie wichtige Qualitätskriterien erfüllen werden, z.B. in der Architektur, Flugzeugtechnik, Stadtplanung oder in der Robotik. Weil sich nicht alle Kriterien einfach beschreiben lassen, sind solche Prozesse meistens in unterschiedliche Phasen eingeteilt. Doktorand Alexander Hagg untersucht, wie sogenannte Quality-Diversity-Algorithmen, die in der Lage sind große Mengen an guten Lösungen hervorzubringen, als interaktive Tools in Entwicklungsprozessen eingebettet werden können. Dabei entsteht eine Interaktion zwischen Mensch und Maschine, welche dem Ingenieur die Möglichkeit bieten, schon früh im Entwicklungsprozess innovative Lösungen zu entdecken.

Amadeus Janotta, FB05/Institut für Sicherheitsforschung
Terroristen verwenden bei Anschlägen immer wieder den Sprengstoff Triacetontriperoxid (TATP), weil die Ausgangsstoffe dafür leicht zugänglich sind und TATP einfach zu synthetisieren ist. TATP zu identifizieren und davon Proben zu entnehmen ist für Sicherheitsbehörden allerdings eine Herausforderung, weil dieser Sprengstoff empfindlich ist gegenüber Schlag, Wärme, Reibung und Erschütterung. Deshalb forscht Amadeus Janotta an einem Einweg-Sensor aus elektrogesponnenen Polymerfasern. Da TATP sublimiert (es geht direkt von fest zu gasförmig über), kann es gasförmig mit den in den Polymerfasern enthaltenen Substanzen in einer für das bloße Auge sichtbaren Farbänderung reagieren. Ziel von Amadeus Janottas Doktorarbeit ist es, eine kontaktfreie, schnelle und energieautarke Vor-Ort-Identifikationsmethode zum Nachweis von TATP zu entwickeln.

Christine Kawa, FB01/ Projekt Gesunde Hochschule
Christine Kawa
erforscht, wie Studierende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zu einem gesünderen Leben bewegt werden können. Die Studierenden verbringen einen Großteil ihres Alltags auf dem Campus und oft hilft schon „ein kleiner Stups“ in die richtige Richtung, um gesundheitsförderliches Verhalten hervorzurufen. Christine Kawa untersucht unter anderem mit experimentalpsychologischen Methoden, wie nur kleine Veränderungen in alltäglichen Entscheidungssituationen als Interventionen eine positive Veränderung im Gesundheitsverhalten der Zielgruppe hervorrufen können. Erfolgreiche Interventionen sollen dann zukünftig an der Hochschule integriert werden, um das Gesundheitsverhalten der Studierenden nachhaltig zu fördern.

Rebecca Komp, FB01/Projekt Gesunde Hochschule
Sind geringe Fehlzeiten zwangsläufig ein Indiz für gesunde Mitarbeiter*innen? Dieser Frage geht Rebecca Komp nach und untersucht in ihrer Dissertation das Phänomen des sogenannten Präsentismus. Präsentismus bezeichnet das Verhalten, am Arbeitsplatz zu erscheinen, obwohl der Gesundheitszustand so beeinträchtigt ist, dass sich die entsprechenden Mitarbeiter*innen eigentlich zu Hause erholen sollten. Durch qualitative und quantitative Studien sollen Gründe für Präsentismus identifiziert sowie die negativen Auswirkungen aufgezeigt und darauf aufbauend Maßnahmen zur Reduzierung von Präsentismus entwickelt werden. Im weiteren Verlauf der Promotion wird auch Präsentismus bei Studierenden im Fokus stehen.

Jessica Rumpf, FB05/Projekt Biobasierte Produkte
Das Bewusstsein für die Notwendigkeit bioabbaubarer/kompostierbarer und/oder recyclingfähiger Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen oder Biomasse-Abfällen hat in den letzten Jahren stark zugenommen – nachhaltige Verpackungen sind erstrebenswerter als nicht-abbaubare. Deshalb synthetisiert Doktorandin Jessica Rumpf aus Cellulose-Derivaten neue biobasierte Folien bzw. Beschichtungen zu Verpackungszwecken. Sie untersucht Lignin, ein Biopolymer mit antioxidativer und antimikrobieller Wirkung, das in großen Mengen als Abfallprodukt bei der Papier- und Zellstoffherstellung anfällt und bislang kaum stofflich genutzt wird. Gelingt es Jessica Rumpf, Lignin in reproduzierbarer Qualität als Rohstoff verfügbar zu machen, könnten Lignin-basierte Komponenten einen Teil der bislang fossil-basierten Substanzen in verschiedenen Verpackungen ersetzen.
 

Weitere Kurzbeschreibungen von Promotionsthemen an unserer Hochschule finden Sie hier: